Sharktopus vs. Pteracuda

“Von Revolverzähnen mit Glubscheffekt und schwimmenden Flugsauriern“

Filmtitel: Sharktopus vs. Pteracuda

Laufzeit: 84 Minuten

Genre: Trash, Splatter, Komödie

Release: 02.08.2014

Regie: Kevin O‘Neill

Link: http://www.imdb.com/title/tt3743126/

Produktion: Roger Corman, Julie Corman 

Schauspieler:

Dr. Rico Symes – Robert Carradine
Hamilton – Rib Hillis
Lorena Christnas – Katie Savoy
Veronica Vegas – Akari Endo
Rick Hoffman – Tony Evangelista

Sharktopus vs. Pteracuda

Endlich! Die heiligen Hallen der Trash-Hai-Filme hat sich für mich geöffnet, nachdem eine Unzahl an „Sharknado“ und „Sharktopus“-Filmen veröffentlicht wurde, komme ich selber endlich in den Genuss eines Ablegers dieser – Achtung, es wird so flach wie im Kinderbecken – HAIsbegehrten Filme. Ich bin, bis auf ein paar GIFs im Internet, so jungfräulich mit diesen Filmen wie ein Oktopusbaby, das gerade auf die Welt gekommen ist.

Das Ausgangsszenario ist so typisch für irgendwelche „Monster werden zum Problem“-Filme: Der Sharktopus wurde ja schon in den Vorgängern eingeführt, ein paar Eier mit Babysharktopussis (die übrigens unfassbar niedlich sind) belegen schon jetzt, dass irgendwann auch ein Sharktopus vs. Killernietenemopunkameise veröffentlicht wird.

Und wenn es so weit ist, dann dürfen auch solche Weisheiten wie „Das Salz im Wasser sind die Tränen der Toten“ nicht fehlen. Oder die Behauptung, dass Haie gefährlich sind, natürlich mit einem Augenzwinkern, gepaart mit der Verwunderung des internetsüchtigen Touristen, der sich wundert, dass Delphine so hässlich sind.

Die erste Hälfte des Films beinhaltet – erfreulicherweise! – viele Szenen, in denen der Sharktopus, der Ptheracuda und beide zusammen und gegeneinander scheinbar wahllos Menschen abschlachten. Das sieht in einigen Momenten gut, in vielen aber extrem billig aus, Clippingfehler inklusive. An zwei Stellen des Films bin ich mir sicher, dass die Menschen DURCH das Monster durchgelaufen sind. Im Kontrast zu den fragwürdigen Animationen stehen die einzelnen Sets. Wo man an den Animationen ein paar Euros zu viel gespart hat, hat man bei den Drehorten keineswegs gespart. Vor allem die Taucherszene im Schiffswrack hätte ich optisch von einem Trashfilm in der Form nicht erwartet.

Die Erwartungen zu 100% erfüllen konnten bis zu dem Punkt die Figuren. Zwar wandern hier keine Teenager in eine einsame Hütte im finsteren Wald, dafür spielen die Teenies am Strand weiterhin Volleyball, auch wenn der Ball durch den Kopf eines Menschen ausgetauscht wurde und achten darauf, schön in der Sonne knusprig zu werden. Fehlt nur das Gewürz. Warnungen über kombinierte Monster werden mit einem Lachen abgetan – The Show Must Go On. Und so sind alle Statisten immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ohne dass auch nur ein einziger Polizist oder Soldat auf die Fläche tritt. Eine der Hauptfiguren, eine Biologin, wechselt im Sekundentakt von saudämlich (einsperren lassen, entführt werden) zu sauintelligent (Zusammenhänge direkt verstehen) und wirkt damit so authentisch wie die ganzen Weihnachtsmänner, die einem wahrscheinlich vergiftete Schokolade in den Einkaufszentren dieser Republik verschenken, damit wir noch mehr kaufen. Ihr Freund ist auch nicht besser, der keinerlei Reaktionen darauf zeigt, dass sie entführt wurde. Herrlich!

Und dann kommt die leidliche zweite Hälfte. Das Budget ist scheinbar schon komplett auf den Kopf gehauen, es wird versucht, die Handlung zum Ende zu bringen und obwohl die Schauspieler überraschend gut sind und es keine langgezogenen Szenen gibt, entwickelt sich der Rest des Films als Geduldsprobe. Ist man bis zu diesem Punkt noch überrascht, wie unterhaltsam ein Film trotz offensichtlicher Mängel sein kann, regieren nur noch Wutanfälle über die unfassbar schlechten Dialoge, allem voran Dr. Ricos Ansichten über Moral erinnern mich arg an Lord Z von den Power Rangers. Der Finalkampf bestätigt den Eindruck, dass das Geld aufgebraucht ist, ein weiteres Mal: Waren die Kämpfe zwischen den beiden Mischwesen bisher zumindest einigermaßen spannend, ist die letzte Konfrontation schon fast ein Witz. Da ich nicht zu viel Spoilern will: Überzeugt euch selbst.

Fazit: Alles in allem habe ich meine Zeit schon wesentlich sinnloser verschwendet als mit diesem Schinken. Der Film bringt den einen oder anderen Schmunzler mit und man ist nicht dazu gezwungen, den Film ohne Ton zu gucken, da man, was nicht üblich ist, den Dialogen zuhören kann, ohne Angst haben zu müssen, dass das Trommelfell platzt. Okay, sie sind schlecht, aber mal ehrlich: Wer guckt sich schon einen Film aufgrund von Dialogen an, in dem es um einen Kampf zwischen einem Haitintenfisch und einem Uhrzeitdinosaurierflugfisch geht? Allein schon wegen der Idee sollte man den Film unterstützen, damit solche Studios nicht aussterben. Wäre zu schade, wenn nur noch Transformers und Marvel im Kino laufen würde, oder? Moment, das tut es ja…
Gordon E.
7.5
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
7.5
Weitere Beiträge
Burn Down Eden – Burn Down Eden