Victorius – Space Ninjas From Hell

Epischer Power Metal bei dem All auf Samurai trifft

Artist: Victorius

Herkunft: Leipzig, Deutschland

Album: Space Ninjas From Hell

Spiellänge: 45:38 Minuten

Genre: epischer Power Metal, Heavy Metal, Happy Metal

Release: 17.01.2020

Label: Napalm Records

Link: http://www.victoriusmetal.net/

Bandmitglieder:

Gesang – David Baßin
Gitarre – Dirk Scharsich
Gitarre – Florian Zack
Bassgitarre – Andreas Dockhorn
Schlagzeug – Frank Koppe

Tracklist:

  1. Tale Of The Sunbladers
  2. Ninjas Unite
  3. Super Sonic Samurai
  4. Evil Wizard WuShu Master
  5. Nippon Knights
  6. Shuriken Showdown
  7. Wasabi Warmachine
  8. Wrath Of The Dragongod
  9. Astral Assassin Shark Attack
  10. Space Ninjas From Hell
  11. Cosmic Space Commando Base
  12. Shinobi Strike 3000

Victorius kommen aus Leipzig und existieren bereits seit 2004. Bisher haben sie vier CDs und eine EP veröffentlicht. Seit letztem Jahr sind sie nun bei Napalm Records unter Vertrag und bringen am 17. Januar 2020 ihre neue Platte Space Ninjas From Hell auf den Markt. Schon beim Lesen der Titel erwarte ich Geschichten, die sich im fernen Japan und im weiten All abspielen dürften. Ninjas, Samurai, Shuriken und Cosmic Space Commandos verkünden eine Schlacht, bei der es um Weltherrschaft und der erfolgreichen Abwehr dieser Gefahr geht. Das alles setzen Victorius musikalisch um. Klar geht es da zur Sache und so sind die schnellen Gitarren und der treibende Rhythmus passend für diese Geschichte. Die lasse ich aber mal außen vor und widme mich der Musik.

Mit Tale OF The Sunbladers geht es rasant los. Dirk Scharsich und Florian Zack lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie schnell sind. Gitarrensalven klingen durch die Boxen. Darüber die klare Stimme von David Baßin, der bisweilen an Joacim Cans von Hammerfall erinnert. In diesem Stil geht es weiter. Ninjas Unite wartet mit einem guten Chorus auf, der bereits beim zweiten Mal zum Mitsingen animiert. Super Sonic Samurai beginnt mit einem leichtem Keysample, der aber gleich wieder in rasante Gitarrenläufe übergeht. Hört man sich das länger an, dann denkt man eher an heile Welt, anstatt an die Gefahren, die hier aus dem All zu uns gelangen. Die Musik erzeugt einen leichten Wohlfühlfaktor. Vielleicht nicht richtig glücklich, aber trotzdem verbreitet sie gute Laune. Das setzt sich in den folgenden Tracks fort. Nippon Nights und Shuriken Showdown funktionieren nach dem gleichen Schema.

Bei Wasabi Warmachine, erinnert mich an die gleichnamige Meerrettichsorte, ist der Anfang mit der leicht ungewohnten Flamenco-Gitarre und einem gesprochenen Intro zunächst befremdlich. Dann geht’s aber normal weiter. Somit kann ich meine Assoziationen mit dem scharfen Gewürz ausblenden. Der Rest der Platte weicht nicht von dem bisher Gehörten ab. Schnelle Gitarren, eine massive Bank der Rhythmustruppe, die mit Frank Koppe an den Drums und Bassist Andreas Dockhorn gut aufgestellt ist. Dazu ein Sänger, der die Tracks gut singt, für meinen Geschmack ab und an etwas zu hoch, aber das ist Geschmackssache. Die Produktion ist gut und so wird hier Power Metal der neuen Generation zelebriert. Vielleicht fehlt es ein wenig an Abwechslung, denn die zwölf Songs sind bis auf wenige Ausnahmen immer gleich und bieten kaum Neues. Das ist nicht unbedingt negativ zu sehen, denn sie funktionieren ja so.

Auch das letzte Drittel der Scheibe ist nach diesem Strickmuster, wobei mich Cosmic Space Commando Base noch mal überrascht. Hier ist David stimmlich zunächst tiefer unterwegs und eine gut herausgearbeitete Melodie wird durch einen eingängigen Chorus unterstützt. Auch gitarrenmäßig ist es nicht wie eine Wand, die über einen wie ein startendes Space Shuttle hinweg rollt, sondern mehr riffgetragen, wie eine leichte Cesna. Das ist zu den orkanartigen Akkorden mal eine angenehme Abwechslung. Dazu kommt ein gutes Solo, das an dieser Stelle einfach anders wirkt. Ich habe ne Weile überlegt, woran mich das erinnert und bin da bei Edguy oder Avantasia hängengeblieben. Der letzte Song erzählt dann sozusagen das Ende dieser Geschichte.

Victorius – Space Ninjas From Hell
Fazit
Wer Power Metal mit epischen Einlagen und schnellen Gitarren, à la Dragonforce mag, sich textlich mit den Space Ninjas und ihrem Kampf gegen das ewig Böse einlassen will, macht hier nichts falsch. Musikalisch ist es Power Metal mit ein wenig Bonbongeschmack, der handwerklich gut gespielt ist, aber nichts wirklich Neues ist. Das dürfte aber ne gute Livekiste sein, die zum Bangen und Moshen geradezu einlädt. Einfach mal reinhören. Volle Punktzahl gibt’s von mir nicht, da mir etwas Abwechslung fehlt.

Anspieltipps: Tale Of The Sunbladers, Cosmic Space Commando Base - aber jeder andere Song, bis auf den letzten, kann gewählt werden.
Kay L.
8.8
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