Wolfsnächte Tour am 14.09.2013 in Osnabrück

Bands: Powerwolf, Majesty, Battle Beast und Ashes Of Ares

Location: Rosenhof in Osnabrück

Location – Homepage: http://www.rosenhof-os.de/programm

Datum: 14.09.2013

Kosten: VVK: 22,50 € / AK: 25,00 €

Besucher: ca. 600

Veranstalter: Rock The Nation

Veranstalter – Homepage: http://www.rtn-touring.com/

Am heutigen Samstagabend macht die Wolfsnächte Tour 2013 die erste Station in Deutschland. Nachdem sie die beiden Abende davor in London und Paris gerockt hat, steht für heute der Rosenhof in Osnabrück auf dem Plan. Bereits zum Einlass haben sich viele Heavy Metal-Fans aus der Region von der Location zusammengerottet, um einen großartigen Abend mit ca. 600 Gleichgesinnten zu erleben. Neben den Überfliegern und Chartstürmern Powerwolf wurde ein interessantes Line-Up für die Wolfsnächte Tour 2013 zusammengestellt. Matthew Barlow, Ex-Sänger von Iced Earth, macht den Anfang, im Anschluss dürfen sich die Label-Kollegen Battle Beast beweisen, bis die runderneuerten Majesty Hand anlegen dürfen, um vor Powerwolf kräftig einzuheizen.

Ashes Of Ares, erst letztes Jahr in den USA gegründet und zu Beginn ihrer Karriere mit dem gleichnamigen Debütalbum unterwegs, dürfen sich über einem stattlichen Nuclear Blast-Vertrag freuen, der ihnen wohl durch Matthew Barlow die Anfangszeit deutlich einfacher macht. Nichtdestotrotz lohnt sich für alle Fans des Ausnahmesängers der frühe Weg in den gemütlichen Rosenhof. Matthew ist von Beginn an gut aufgelegt und lässt Matthew-Rufe in Ashes Of Ares umformieren und möchte gar nicht als der Musiker der Band in den Vordergrund treten. Dieses gelingt ihm echt gut, sein Gesang ist markant wie eh und je seine Leistung ist bestechend, während seine Kollegen aus ehemaligen Iced Earth– und Nevermore-Protagonisten kräftig an der Kurbel drehen. Einziger Negativpunkt ist, dass Ashes Of Ares als Opener verheizt werden. Im Gegenzug muss man aber ganz ehrlich sagen, ein anderer Beginn hätte vielleicht auch einige Besucher dazu gebracht, erst später zum Event zu erscheinen. Unter Beifall dürfen Ashes Of Ares nach etwas mehr als einer halben Stunde die Bühne verlassen, auf der sie gezeigt haben, dass sie wissen, wie Heavy Metal funktioniert.

Die Überraschung des Abends sind Battle Beast aus dem finnischen Helsinki. Wie keine andere Band beherrschen sie es, bombastische Power Metal-Momente à la Sabaton zu zelebrieren, Emotionen wie Powerwolf zu inszenieren und eine Raffinesse wie Doro auszustrahlen. Dass die Gruppe den Nerv der Zeit trifft, ist ganz deutlich an der Stimmung in der Halle zu spüren. Gut gefüllt, steigt eine angenehme Wärme auf, während Sängerin Noora Louhimo ihren Jungs Feuer unter’m Arsch macht und das Publikum für sich zu gewinnen weiß. Mit perfekt platziertem Keyboard-Einlagen von Janne Björkroth wird das Party-Feeling hochgeschraubt. Out Of Control und Black Ninja vom aktuellen Longplayer Battle Beast kommen genauso gut an wie die älteren Werke in Form von u.a. Enter The Metal World, die ebenfalls kompromisslos gefeiert werden. Ganz wichtig bei Battle Beast: Die Manowar-lastigen Refrains, die alle müden Knochen in Bewegung bringen. Einfach großartig!

 

Etwas ruhiger wird es bei Majesty, bei denen sich der vordere Bereich im Gegensatz zu Battle Beast sichtbar leert. Die erst in diesem Jahr neuformierte Gruppe mit Robin Hadamovsky an der zweiten Gitarre und Carsten Kettering am Bass gibt sich echt Mühe. Musikalisch ist die Truppe auf einem hohem Niveau, gesanglich werde ich mit Tarek „MS“ Maghary jedoch wohl nicht mehr warm werden. Zu jugendlich und übertrieben gestikulierend wirkt das Ganze etwas chaotisch, was auch durch die Gesangskünste nicht wett gemacht wird. Zudem kommt für meinen Geschmack negativ hinzu, dass Tarek „MS“ Maghary zu oft, versucht die enge Bühne für kleine Intrumental-Passagen seiner Kollegen umständlich an der Seite zu verlassen. Wie dem auch sei, bei dem gut angeheiterten Publikum kommen vor allem die oft wiederholten Refrains (wie bei Thunder Rider oder Metal Law) gut an. Zur Erheiterung der Fanscharr erklingen Heavy Metal Battlecry ein Ever Green, der immer kommen muss sowie eine groovende Metal-Hymne in der Gestalt von Metal Union. Ein guter Auftritt der deutschen Formation, die auf einer Tour steiler gefeiert wird als auf einem Open Air.

In der ersten Woche erreichten die Wölfe mit Preachers Of The Night Platz 1 der deutschen Albumcharts und auch in der zweiten Woche konnten Powerwolf für sich noch Platz 23 sichern. Ein riesen Erfolg, der selbst die Band überrascht haben dürfte und auf der Wolfsnächte Tour kräftig gefeiert werden muss. Gut gelaunt und sichtlich bewegt genießen sie die tolle Atmosphäre im Rosenhof, der jetzt fast bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Mit dem Intro Lupus Daemonis und Sanctified With Dynamite wird klassisch in die Show gestartet und das Osnabrücker Publikum ist sofort aus dem Häuschen. Eine bunte Mixtur aus überwiegend Blood Of The Saints-Stücken (wie unter anderem We Drink Your Blood, All We Need Is Blood oder Dead Boys Don´t Cry), die noch die Nase vorn haben und durch Preachers Of The Night-Kompositionen (wie Amen & Attack oder Kreuzfeuer, der mich immer irgendwie an Eisblumen von Subway To Sally erinnert) unterstützt werden. Ältere Werke dürfen nicht fehlen und ergießen sich durch die aktuellen Raise Your Fist, Evangelist und Resurrection By Erection in der aufgeheizten Halle, bei der natürlich die „Latten Geschichte“ nicht fehlen darf. Also wer hatte heute Morgen unter der Bettdecke ein Latte? Anscheint nicht viele, vielleicht hätte man fragen sollen „Wer hat jetzt eine?“, denn was Powerwolf abziehen, ist ein unglaublich erotisches Hitfeuerwerk. Sehr persönlich bedankt sich Attila Dorn bei allen Headbangern, die seine Band in den letzten Jahren unterstützt haben und die Erfolge der letzten Monate mittragen. Völlig erschöpft kämpfen sich die Wölfe durch die anderthalb Stunden lange Schlacht, die mit In The Name Of God in einem grandiosen Highlight endet.

Fazit: Wen Powerwolf nicht positiv aus der Halle gefegt haben, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Die Power Metal-Senkrechtstarter katapultieren sich immer mehr an die Spitze der deutschen Szenegrößen und klopfen an der Tür von Bands wie Blind Guardian, Grave Digger, Helloween und Co.. Verstecken müssen sie sich vor keinem mehr, die Show ist schweißtreibend, sehr persönlich und reißt jeden Genre-Fan mit, ob er will oder nicht. Majesty sind ein ordentliche Heavy Metal-Truppe, die Strukturen der ersten Stunde verwenden und in der Halle viel besser als bei freiem Himmel rüberkommen. Battle Beast sind die absolute Überraschung der Wolfsnächte Tour, da sie eine explosive Stimmung erzeugen können, die unglaubliche Kräfte auf die Headbanger freisetzt. Bei Ares Of Ashes bleibe ich dabei, dass sie eines Openers nicht würdig sind – Matthew hätte wirklich eine spätere Spielzeit verdient. Wer hätte jedoch bei dem runden Line-Up anfangen sollen? Ein Trost für Ares Of Ashes ist, dass schon viele Anhänger so früh am Abend Lust auf feinen Heavy Metal hatten. Die Location habe ich zum ersten Mal besucht – sonst kannte ich nur N8, Halle Gartlage oder den Hyde Park . Jedoch hat sich der Rosenhof sehr gut für eine Metal-Veranstaltung ausgezeichnet und wird mich als Gast nicht zum letzten Mal gesehen haben. Der Kartenpreis ist jedoch der eigentliche Knüller und mit 25 Euro an der Abendkasse hitverdächtig und mehr als gerechtfertigt! Das familiäre Feeling ohne Absperrung vor der Bühne hat nur einen kleinen Nachteil beim Erstellen der Bilder, aber das ist Meckern auf höchstem Niveau und interessiert jeden Fan kein Stück, Hauptsache seinen Idolen so nah sein wie hier – der Rest ist „Fotografen Pech“.

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