Artist: Primal Fear
Herkunft: Esslingen, Deutschland
Album: Domination
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spiellänge: 59:57 Minuten
Release: 05.09.2025
Label: Reigning Phoenix Music
Links: https://primalfear.de/
Bandmitglieder:
Gesang – Ralf Scheepers
Schlagzeug – André Hilgers
Gitarre – Magnus Karlsson
Gitarre – Thalìa Bellazecca
Bass, Gesang – Mat Sinner
Tracklist:
- The Hunter
- Destroyer
- Far Away
- I Am The Primal Fear
- Tears Of Fire
- Heroes And Gods
- Hallucinations
- Eden
- Scream
- The Dead Don’t Die
- Crossfire
- March Boy March
- A Tune I Won’t Forget
Als Primal Fear 2024 den Split mit drei Mitgliedern (Michael Ehré, Alex Beyrodt, Tom Naumann) verkündete, ergaben sich mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen. Dazu war Mat Sinner seit einigen Jahren schwer krank. Wie soll es weitergehen?
An den Drums und an der einen Gitarre ist die Nachbesetzung fast schon logisch. Michael Ehré kämpft mit den Folgen einer Erkrankung. Der ehemalige Rage-, Sinner– und Axxis-Drummer André Hilgers ersetzte Ehré bereits auf der gemeinsamen Tour mit U.D.O. im vergangenen Jahr. Magnus Karlsson ist kein echter Neuzugang. Er tourte nicht mit Primal Fear, war aber an den Studioaufnahmen mit beteiligt und kümmerte sich sonst um zum Beispiel Anett Olzon, The Ferryman oder Magnus Karlsson’s Free Fall. Das Splitting ist nicht so groß, wie es auf den ersten Blick scheint. Wirklich neu an den Saiten ist Thalìa Bellazecca, die unter anderem bei Angus McSix aktiv ist. Mat Sinner ist von seiner langjährigen Erkrankung so weit genesen, dass er wieder auf der Bühne stehen kann.
Damit hätten wir die Personalrotation abgeschlossen. Ralf Scheepers, die Konstante an den Vocals, ist auch für Domination ein wichtiger Faktor, wenn nicht sogar der hervorstechende Faktor. Der Auftakt The Hunter liefert die bekannte Primal-Fear-Qualität, wo von der Saitenarbeit ein herausragender Gitarrist wie Alex Beyrodt fehlt. Auf der anderen Seite macht Bellazecca alles andere als eine schlechte Figur. Vielleicht ist der modernere Gitarrensound sogar ein richtungsweisender Schritt, wenn Primal Fear nicht von den vielen Bands, die Powerwolf und Co. nacheifern, die Rücklichter sehen wollen. Trotzdem gibt es noch ausufernde Saiten und Scheepers scheint 2025 nach wie vor in Topform. Der Destroyer startet mit 80er-Metal-Stil und Retro-Saiten, aber Scheepers gerät dabei zu sehr in den Hintergrund, was dem Song nicht unbedingt dient.
In eine ähnliche Kerbe schlägt Far Away, bei dem der Gesang etwas prägnanter sein könnte. Das ändert sich mit I Am The Primal Fear, dafür hält die Moderne bei den Instrumenten Einzug. Trotzdem ist das Ding bereits wegen des Refrains ein Must-Play auf der anstehenden Tour. Der Refrain ist nicht so hervorstechend wie bei I Am The Primal Fear, sonst knüpft Tears Of Fire aber an seinen Vorgänger an, wobei das Tempo bis zum Refrain variiert wird.
Ob das erneut auf den Chorus setzende Heroes And Gods, das instrumental balladesk verspielte Hallucinations oder der Langläufer Eden: Primal Fear ist die Erfahrung aus knapp 30 Jahren Bandleben und unzähligen Studiosessions anzuhören. Das Quintett will 2025 vor allem als Einheit rüberkommen.
Der Anfang von Scream lässt aufhorchen. Primal Fear nehmen Tempo auf und nutzen die Vocals von Scheepers mehr als bei anderen Stücken. Stampfend geht es mit The Dead Don’t Die in Richtung Scheibenende, wo die Effekte bei den Vocals erneut für Fragezeichen sorgen. Ähnlich verhält sich March Boy March, wo spezielle Soundcollagen den Marsch einleiten. Das Thema mit dem zu weit im Hintergrund agierenden Gesang hatten wir schon. Trotzdem gehört der in Richtung Speed Metal schielende Track zu den starken Nummern auf der Platte. Der Schlusspunkt nennt sich A Tune I Won’t Forget, der als Ballade, mit Klavier und Geige begleitet, als Outro fungiert.




