Event: Tour At The All-Seeing Astral Eye 2026
Band: Angus McSix
Support: Bloodbound, Brainstorm
Datum: 12.03.2026
Genres: Power Metal
Besucher: ca. 300
Ort: Kent Club, Hamburg
Kosten: 40,45 € VVK, 45 € Abendkasse
Setlisten:
- Words Are Coming
- Devil’s Age
- Shiva’s Tears
- The Shepherd Girl
- Where Ravens Fly
- Boys Of Summer
- All Those Words
- Crawling
- Ravenous Minds
- Creatures Of The Dark Realm
- Slayer Of Kings
- As Empires Fall
- The Warlock’s Trail
- Battle In The Sky
- Defenders Of Jerusalem
- Moria
- Tales From The North
- Rise Of The Dragon Empire
- Nosferatu
- Master Of The Universe
- The Fire Of Yore
- I Am Adam McSix
- Let The Search Beginn
- Dig Down
- Ork Zero
- Sixcalibur
- Laser-Shooting Donosaur
- Just A Fool Will Play Tricks On Angus McSix
- Techno Men
- 6666
- Eternal Warrior
- Starlord Of The Sixtus Stellar System
- Amazons Of Caledonia
- Ride To Hell
Der heutige Abend steht im Zeichen des Power Metal. Der Tourauftakt von Angus McSix, Bloodbound und Brainstorm wird heute im Hamburger Kent Club abgehalten, und das verspricht, amüsant zu werden. Angus McSix promoten ihre neue Scheibe, die, wie die Tour auch, auf den Namen The All-Seeing Astral Eye hört. Bevor die aber anfangen, sind vorweg noch Bloodbound und als Opener Brainstorm dabei. Wir sind rechtzeitig vor dem Kent Club, sodass nach dem problemlosen Einlass ein Platz weit vorne ergattert werden kann. Einen Graben für die knipsende Zunft gibt es nicht, aber es geht auch so ganz gut. Andrea Da Silva Nolasco ist ebenfalls da, und auch Alexander Stock findet sich noch ein. Plötzlich ist auch Olaf noch neben mir, der, frech wie immer, auf Memorabilien setzt und Erfolg hat. Die Bühne ist fast zu klein für die Musiker, aber die machen das Beste draus.
Brainstorm entzünden ein Power-Metal-Feuerwerk

Um 18:30 Uhr betreten Brainstorm aus Gerstetten die Bühne und legen gleich mächtig mit Words Are Coming los. Die Fandichte ist hoch, und so haben Sänger Andy B. Frank, Gründungsmitglied und Gitarrist Milan Loncaric sowie der zweite Gitarrist Torsten Ihlenfeld und die beiden Neuen, Bassist Danijel Perl und Drummer Kevin Lütolf, keine Mühe, die Anwesenden zu motivieren. Pommesgabel, wehende Haare und Bangen sind angesagt. Ohne große Pause geht es mit Devil’s Eye und Shiva’s Tears weiter. Im vergangenen Jahr haben Brainstorm das Metal Hammer Paradise gerockt, und das war mit einer der Gründe, heute hier zu sein. Von ihrer im letzten Jahr erschienenen Platte Plague Of Rats sind nur zwei Songs auf der Setlist, ansonsten wird auf Altbewährtes gesetzt. Gutes Zusammenspiel der beiden Gitarristen, und auch die Rhythmussektion kann sich behaupten. Sänger Andy B. Frank steht oftmals auf den Monitorboxen und feuert so die Menge an. Das macht Spaß, und die Anwesenden gehen voll mit. Dieser Auftritt gefällt mir gut, und zu Recht haben Brainstorm den Ruf, eine der besten Power-Metal-Bands Deutschlands zu sein. Nach gut 50 Minuten sind die Jungs dann mit Nosferatu als letztem Song durch, und als Gimmick erscheint dann auch ein entsprechend verkleideter Komparse auf der Bühne. Der Auftakt war gut. Der Umbau geht auch schnell vonstatten, und gefühlt wird es nun noch voller am Bühnenrand.
Bloodbound räumen ab

Es folgt die Band, weshalb ich eigentlich hier bin. Auch die Schweden stehen zu fünft auf der Bühne, denn Bassist Anders Broman ist verhindert. Der stößt erst im Laufe der Tour dazu. Aber auch zu fünft geben die Schweden Gas und läuten ihren Auftritt mit Creatures Of The Dark ein. Der Blick auf das heutige Programm zeigt, dass es einen Querschnitt durch das Bloodbound’sche Liedgut gibt. Immerhin elf Alben nennen die Schweden ihr Eigen, und das letzte, Field Of Swords, ist mit zwei Songs vertreten (Review hier). Somit bekommt man einen schönen Einblick in das Schaffen der Jungs aus Bollnäs, und die wissen um ihre Stärken: fette Riffs, feine Keys und ein super aufgelegter Patrik Johansson mit kleinen Teufelshörnchen lassen den Auftritt wie im Flug vergehen. As Empires Fall und Tales From The North sind nur zwei der Kracher, die hier und heute gespielt werden. Daniel Sjögren gibt am Schlagzeug Vollgas, und so fällt das Fehlen des zweiten Teils der Rhythmussektion kaum auf. Um 19:40 Uhr haben sie losgelegt, und leider ist nach 55 Minuten mit dem Titeltrack des ersten Albums Nosferatu der Auftritt vorbei. Auch wenn sich zum Ende hin noch eine Nosferatu-Gestalt zu den Musikern gesellt, ist es viel zu schnell zu Ende. Der Applaus ist riesig, und auch Zugabenrufe werden laut. Das wird heute leider nichts, denn, so vermute ich, muss hier pünktlich Feierabend sein, da es um die Location herum viele Wohnhäuser gibt. Zu gern hätte ich mir eine signierte Bloodbound-Platte mitgenommen, aber am Merch gibt es sie nicht.
Kann Adam McSix das Erbe von Angus McSix antreten?

In den folgenden 25 Minuten wird die Bühne erneut umgestaltet, um Angus McSix gebührend zu feiern. Das Drumkit wird umgebaut und ein riesiges Schwert kommt auf die Bühne. Ansonsten passiert nicht so viel. Überraschend ist, dass der Platz vor der Bühne lichter geworden ist, aber so die Vermutung: Rauchen und Getränke sind die Ursache. Pünktlich um 21:00 Uhr betritt ein riesiger grüner Ork, Zero (Gerit Lamm), die Bühne und nimmt hinter dem Schlagzeug Platz. Dann kommen die beiden Gitarristen Jasmin Pabst (ehemals All For Metal) als The Dwarf und Thalestris mit Kuttensakko und Skullmaske (darunter vermutlich Thalia Bellazecca). Zum Schluss kommt dann Sänger Adam McSix (Samuel Nyman), der seit Kurzem Angus McSix (Thomas Winkler) ersetzt. Aber auch hier ist der Bass eher unwichtig und deshalb ist die Position unbesetzt. Der eigentliche dritte Gitarrist/Bassist Sebastian Levermann (Orden Ogan) macht ja nur noch auf Platte mit und steht live nicht mehr auf der Bühne. Die Fantasy-Gestalten verkörpern eine inhaltlich an Gloryhammer angelehnte Nebenstory, die recht erfolgreich läuft. Die erste Platte Angus McSix And The Sword Of Power war schon erfolgreich, und die morgen erscheinende Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye soll das Erfolgsrezept beibehalten. Ob das klappt? Musikalisch geht es in die gleiche Richtung, auch wenn Neuzugang Samuel Nyman eine leicht andere Tonfarbe hat. Aber sein schickes Outfit und sein Auftreten kommen gut an, und auch The Dwarf und Thalestris geben auf der Bühne Gas. Dass hier mit mindestens zwei Augenzwinkern Musik gemacht wird, ist deutlich, aber gefeiert wird es trotzdem. Master Of The Universe macht den Anfang, und sofort wird klar, wo es hingehen wird. Die Protagonisten werfen sich die Bälle zu, und natürlich wird der Zwerg oftmals gehänselt. Das steckt er oder sie aber gut weg, und die Gitarrenarbeit ist dabei behilflich. Ansonsten ist natürlich Adam McSix die Hauptfigur, und ähnlich wie sein Vorgänger ist er es, der die Zügel in der Hand hält. Natürlich darf das riesige Schwert bei Sixcalibur nicht fehlen, und auch bei Laser Shooting Dinosaur kommt ein solches zum Einsatz. Das gehört einfach dazu. Weitere Akteure kommen immer mal wieder auf die Bühne, aber ansonsten ist das Feld für die Musiker da. Das morgen erscheinende Album bekommt seinen Platz, und so stammt etwa die Hälfte der Songs daraus. Alles ist Funmusik, die einfach ohne viel Tiefgang Spaß machen soll. Ich verziehe mich nach gut der Hälfte nach hinten, um mich noch mit den Kollegen zu unterhalten.
Fazit
Die beiden ersten Bands haben mich da abgeholt, wo ich es erwartet habe. Angus McSix und ihre Show haben sicherlich ihre Fans, aber der Blick von hinten auf die Bühne lässt schon sehr viele Lücken erkennen. Es ist halt nicht jedermanns Sache, aber diejenigen, die das mögen, kommen hier auf ihre Kosten. Ob der Kent Club nun die richtige Location ist, sei dahingestellt, aber andere Clubs standen wohl nicht zur Verfügung. Der Tourauftakt ist auf jeden Fall gelungen. Für uns ist vor dem offiziellen Ende bereits die Heimfahrt angesagt.






















