Fuck Cancer Festival 2026 am 14.03.2026 im Juki 42 in Ahrensburg

Auch 2026 ist das Fuck Cancer Festival ein voller Erfolg

Event: Fuck Cancer Festival 2025

Bands: Endseeker, Rats Of Gomorrah, Highest Torch, Praying Angel, Distant Shadow, Goldsmith, Maentic, Celebrate The Bloodshed

Datum: 14.03.2026

Genres: Melodic Thrash Metal, Thrash Metal, Hardcore, Death Metal, Modern Metal, Heavy Metal

Besucher: ca. 300

Ort: Juki 42, Ahrensburg

Veranstalter: Fuck Cancer Festival e.V.

Kosten: 20 € VVK, Soldout

Link: www.fuckcancerfestival.de

Nun jährt sich das Festival bereits zum 10. Mal, und zum ersten Mal ist es zugunsten des Kinderhospizes Sternenbrücke und der Inklusion Muss Laut Sein bereits im Vorfeld ausverkauft. Das Konzept geht auf, und erneut dürfen wir von Time For Metal das Festival mitpräsentieren. Wir schaffen es diesmal, so rechtzeitig zu sein, dass auch noch Lose der Tombola zur Verfügung stehen. Flugs einige gekauft, und immerhin gab es ein paar Preise: Kugelschreiber, zwei Blechtassen, ein T-Shirt (zu klein) und ein Schlüsselband sind die Ausbeute. Nun ja, es ist ja für den guten Zweck. Im Juki gibt’s dann einen Platz auf dem Rang, sodass wir zumindest ab und an sitzen können und auch meine Fototasche nicht im Weg steht.

Der lokale Opener überzeugt auch mit Ersatzbassist und nur zu dritt 

Distant Shadow, Fuck Cancer Festival 2026, Ahrensburg, Bild: Kay L.

Distant Shadow beginnen ihren Auftritt pünktlich und, wie es bei einem Opener oftmals der Fall ist, sind die Reihen vor der Bühne noch mit etlichen Lücken versehen. Trotzdem können die Lokalmatadoren überzeugen. Sänger und Gitarrist Nico Abbe erinnert sich noch an sein erstes Konzert – das war hier vor sieben Jahren, also 2019, mit 14 Jahren beim Fuck Cancer Festival. Eine weitere Besonderheit ist, dass heute Nicos Vater am Bass aushelfen muss – besser darf und auch kann –, denn der Stammbassist ist auf Reisen in Südamerika. Auch der zweite Gitarrist, Phil Kühn, ist abwesend, aber mit Drummer Robin Behrensmeyer schafft der Dreier einen ordentlichen Auftritt. Es gibt Songs vom demnächst erscheinenden ersten Album und zumindest einen Song der bereits im letzten Jahr veröffentlichten EP Whispers And Lies. Das Fuck Cancer Festival bemüht sich immer wieder, junge lokale Bands zu verpflichten, und das hat mit Distant Shadow gut funktioniert. Ich glaube, da wächst eine motivierte, talentierte Band heran, und ich bin gespannt, wie es mit Distant Shadow und ihrem Modern Thrash Metal weitergeht. Das abschließende Am I Evil kann von den Zuschauern schon mal gut mitgesungen werden.

Hardcore aus Meckpomm und Modern Metal aus Kiel sind die nächsten Stationen

Highest Torch aus dem Nachbarbundesland gehen gegen 15:00 Uhr an den Start. Handfester Hardcore wummert durch das Jugendzentrum. Die Mischer machen, wie bereits zuvor, einen guten Job, und so lassen sich die Songs wie Highest Torch, Fight Back oder Forgotten Youth gut anhören. Man muss es mögen, und so sind sie leider genremäßig bei mir an der falschen Adresse. Dem restlichen Publikum gefällt es, und so werden die Jungs aus Greifswald und Rostock angefeuert. Es gibt bereits eine Platte, und die ist auch am Merch erhältlich. Auch bei Highest Torch steht nicht nur die Stamm-Band auf der Bühne, denn der Bassist und auch einer der Gitarristen sind Leihgaben. Das merkt man aber nicht wirklich. Zu Freak Stuff kommt Marcus als Bassist vom Fuck Cancer Team auf die Bühne, und auch zum vorletzten Song gibt es einen Gastsängerbeitrag. Nach dem Umbau, der wie immer professionell und zügig vonstattengeht, kommen Praying Angel aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt auf die Bühne.

Praying Angel, Fuck Cancer Festival 2026, Ahrensburg, Bild: Kay L.

Es folgt eine Mischung aus Deathcore und Thrash Metal, die sich gewaschen hat. Das Juki ist nun gut gefüllt, scheinbar gibt es hier genügend Kenner der Band. So haben es die Kieler auch nicht schwer, mit Songs wie Judgement und War Of Gods vom ersten Album (2018) und Songs aus dem neueren Werk Second Coming mit dem neuen Sänger Leonard Bondzio zu überzeugen. Der macht das gut, und so kann der Fünfer aus Kiel die Liebhaber des Genres abholen. Die ab und an eingestreuten Gitarrensoli lassen den reinen Core-Charakter etwas in den Hintergrund treten, und so ist das ganz ordentlich.

Es geht haarig und geschminkt weiter

Nun kommt die zuletzt ins Line-Up gerutschte Band zum Zuge. Celebrate The Bloodshed waren bereits einmal hier und freuen sich, erneut dabei sein zu dürfen. In der Umbaupause können bereits die fußbodenlangen Rastalocken von Gitarrist Pascal Grossen für Aufsehen sorgen, aber auch Björn Maack steht dem in nichts nach. Fast alle sind bemalt, wobei kunstblutrot und weiß auf den freien Oberkörpern dominieren. Dazu haben sich fast alle farbige Kontaktlinsen eingesetzt, was das Ganze noch authentischer und abstrakter macht. Ansonsten setzt man auf gepflegte Endzeit-Klamotte. Von sich selbst sagen sie, dass sie fünf Hippies sind, die die lebensbejahende Musiklehre nicht verstanden haben. So gibt es eine bunte Mischung aus Deathcore, Black/Death und sonstigen Genres. Nicht ganz einfache Kost, aber fürs Auge schon ok. Oftmals finden sich gutturale Gesänge ein und Sänger Sjût Leiste leistet den stimmlichen Rest. Ich nutze die Zeit, um mir etwas zu essen zu holen, bevor es mich gänzlich wegfegt. Immerhin geht das Publikum voll ab und so gibt es sogar den einen oder anderen Circle Pit. Dazu stehen alle, die lange Haare haben, unisono vor der Bühne und lassen diese kreisen. Rhythmusmäßig ist das schon gelungen. Einige Titel sind Bottomless Pit, Haliya und Bathala. Gewöhnungsbedürftig, aber interessant.

Vereinsvorstand@Fuck Cancer Festival 2026, Ahrensburg, Bild: Kay L.

Damit ist die Hälfte der Bands um. Kenner der Szene wissen, dass nun die Begrüßung und Rede von Nico, dem Vereinsvorsitzenden, ansteht. Nach zehn Jahren ist das eher ein Resümee, auch wenn die wenigsten die Frage beantworten können, wie viel Flaschenbier in den zehn Jahren über den Tresen gegangen ist. Es waren immerhin 26.000. Dazu kommen ca. 75 Bands, gut 3.000 Gäste und – das ist das Wichtigste – eine Spendensumme von fast 90.000 €. Respekt dafür, dass dies hier alles ehrenamtlich und ausschließlich für den guten Zweck gemacht wird. Dann gibt es noch ein kleines Präsent für Nico, der mit dem Stellvertreter sowie dem technischen Leiter auf der Bühne steht. Es folgt dann ein Film aus dem Kinderhospiz und der dort geleisteten Arbeit, bevor die nächsten Bands anstehen.

Goldsmith und der Headliner Endseeker können abräumen

Es folgen Goldsmith, eine dem Hard Rock nahestehende Band. Frontmann und Gitarrist Michael Goldsmith wird von seinen zwei Bandkollegen sowie Live-Gitarrist Stan Berzon unterstützt. Im Set finden sich Songs vom vorletzten Album Of Sound And Fury, aber auch ältere Stücke kommen nicht zu kurz. Im letzten Jahr erschien zudem Into The Wilds, aus dem ebenfalls einige Tracks gespielt werden. Hier gibt es auch wieder mehr Melodie und verständlichen Gesang, auch wenn Thrash-Anleihen à la Metallica immer wieder durchblitzen. Die anfänglichen technischen Herausforderungen meistert die Crew bravourös. Zwischendurch wird die aktuelle CD verlost – wer ein entsprechendes Riff erkennt, hat gewonnen. Bassist Dominik Schweizer trägt ein Shirt mit der Aufschrift Fuck Cancer Survivor und erzählt, dass er sofort zugesagt habe, als die Einladung kam. Nach überstandenem Blutkrebs ist für ihn klar, wie wichtig solche Veranstaltungen sind. Ein persönlicher Moment, der dem Auftritt zusätzlich Gewicht verleiht. Auch ein kleines Gimmick haben die Jungs aus NRW parat, selbst wenn es etwas zu offensichtlich vorbereitet wirkt. Beim anschließenden Mitsingspiel wird Unterstützung aus dem Publikum auf die Bühne geholt – auch wenn sich die „zufällig“ ausgewählte Dame als Begleitperson der Band entpuppt, funktioniert das Zusammenspiel mit dem Publikum erstaunlich gut. Vielleicht gerade deshalb. Mit einer Zugabe, auch wenn sie nicht ganz als solche angekündigt wird, beenden Goldsmith ihren Auftritt. Unterm Strich ein runder Gig, bei dem vieles einfach passt.

Endseeker, Fuck Cancer Festival 2026, Ahrensburg, Bild: Kay L.

Zwischen Goldsmith und Endseeker wird eine Gratulationswelle eingespielt: Per Videoschnitt melden sich Musiker vergangener Ausgaben sowie Crewmitglieder zu Wort und beglückwünschen Festival und Veranstalter. Eine gelungene und sympathische Idee. Dann folgt – zumindest gefühlt – der Headliner des Abends, auch wenn noch zwei Bands ausstehen: Endseeker aus Hamburg. Bereits 2017 standen sie hier auf der Bühne, sind also keine Unbekannten. Für mich persönlich ist es allerdings das erste Mal. Der Umbau geht gewohnt zügig über die Bühne, dann stehen die Mannen um Sänger und Entertainer Lenny bereit. Ausdrucksstark vermag er auch ohne Kopfhaar zu bangen, und den Rest macht seine Mimik. Das ist schon sehenswert. Was folgt, ist ein Feuerwerk aus Tracks der bisherigen Veröffentlichungen. Mit Into The Fire vom 2017 erschienenen Debütalbum Flesh Hammer Prophecy startet das Set. Schnell, präzise und mitreißend – das macht Spaß und geht auf die 12. Ohne große Unterbrechung geht es weiter mit Terror und Merciless Tide. Sänger Lennart „Lenny“ Osterhus bearbeitet dabei immer wieder in gebückter Haltung sein Bein – eine Geste, die unweigerlich an Till Lindemann von Rammstein erinnert. Das Tempo bleibt hoch, die Intensität ebenso. Material haben die Hamburger genug: Vier Alben und eine EP liefern die Grundlage für einen abwechslungsreichen Querschnitt. Zwar ist reiner Death Metal nicht immer mein bevorzugtes Terrain, doch das, was Endseeker hier abliefern, überzeugt mich und die vor der Bühne Stehenden ebenso. Dem Publikum muss an dieser Stelle auch mal Ehre gezollt werden. Sogar ein Crowdsurfer wird gesichtet. Es wird der arbeitenden Zunft immer Platz gemacht und auch die fotografierenden Kollegen werden mit Respekt und Platz bedacht. Danke, Publikum!

An den Gitarren arbeiten Jury und Ben präzise und abgestimmt, während die Rhythmusfraktion mit Torsten Eggert und André Kummer druckvoll und punktgenau agiert. Das Ergebnis ist eine dichte, energiegeladene Show, die vom Publikum dankbar aufgenommen wird. Nach einem kurzen Hinweis auf die kommende Tour mit Milking The Goat Machine ist die gute Stunde Spielzeit auch schon vorbei. Schade.

Endspurt mit Rats Of Gomorrah und Mæntik

Rats Of Gomorrah, Fuck Cancer Festival 2026, Ahrensburg, Bild: Kay L.

Es folgt ein weiterer Act aus Kiel. Doch zunächst ergibt sich noch eine Begegnung am Rande: Wir treffen Sidney Vice, Drummer von Godsnake, der quasi ein Heimspiel hat. Er wohnt in der Nähe und ist gemeinsam mit seiner Frau vor Ort. Vor zwei Jahren standen Godsnake hier selbst auf der Bühne und konnten damals bereits überzeugen. Kennengelernt haben wir die Band einst im Bambi Galore, wo sie als Support für Ram aufgetreten ist. Da demnächst ihr drittes Album (Inhale The Noise, VÖ am 17.04.2026) ansteht, gibt es natürlich einiges zu besprechen. Schnell entwickelt sich ein entspanntes, aber intensives Gespräch, und man verabredet sich direkt für die anstehende Release-Show im April – natürlich wieder im Bambi Galore. Zurück auf der Bühne übernehmen nun die Kieler. Gitarrist und Sänger Daniel Stelling sowie Drummer Moritz Paulsen, beide früher bei Devide, legen mit ordentlich Druck los. Dafür, dass hier nur zwei Musiker stehen, kommt ein erstaunlicher Sound aus den Boxen, das klingt eher wie eine komplette Fünferbesetzung als ein Duo. Die Band existiert erst seit drei Jahren, hat aber bereits ein Album herausgebracht, aus dem ein Großteil des Materials stammt. Mit Swarming Death, Face No Consequence und Rattenkönigin schaffen es die beiden, den Rest des Publikums für sich zu gewinnen. Das ist allerdings merklich ausgedünnt, auch draußen wird es ruhiger. Nach dem intensiven Set von Endseeker haben sich bereits einige auf den Heimweg gemacht – und verpassen damit einen Auftritt, der deutlich stärker ausfällt, als man vielleicht erwartet hätte.

Nach dem letzten Umbau betreten schließlich Mæntik die Bühne. Die Band, deren Wurzeln auf Rügen und in Rostock liegen, hat die Aufgabe, das diesjährige Festival zu beschließen – und wird dieser Rolle absolut gerecht. Natürlich merkt man, dass ein Teil des Publikums inzwischen (Bier)müde ist. Immerhin soll ja demnächst die Marke von 27.000 geknackt werden, und da ist man heute ein großes Stück nähergekommen. Dennoch liefern Mæntik eine kraftvolle Portion Heavy Rock, die definitiv mehr Zuschauer verdient gehabt hätten. Aber so läuft das eben manchmal: Die letzten Slots haben es oft schwer. Aus dem Debütalbum A Constant Illusion stammen unter anderem der Opener Damnation sowie Taken, die zeigen, was die letzte Band des Abends kann. Nach vier Songs ziehen auch wir langsam einen Schlussstrich. Acht Bands in vergleichsweise kurzer Zeit hinterlassen ihre Spuren – ein intensiver Tag, der genau das liefert, was man sich von einem solchen Festival erhofft. Der neue Termin steht bereits fest und mit Messticator ist schon ein hochkarätiger Act benannt worden.

Es war insgesamt wieder ein voller Erfolg und wir sind gespannt, was die Jubiläumsausgabe an Spendengeldern erwirtschaftet hat. Vielen Dank an das Fuck Cancer Team für die tolle Arbeit und dafür, dass wir wieder alle dabei sein durften. In diesem Sinne bis zum nächsten Jahr und:

Love Metal!
Hate Fascism!
Help Children!
Support Inclusion!