Dark Season Tour 2011 im Moormerland

Bands: Nailed to Obscurity, Akrasatrum, Dicentress und The Outside

Location: Phönix in Moormerland

Datum: 02.10.2011

Kosten: VVK: 4 Euro, AK: 6 Euro

Besucher: 80

Zum Abschluss der Dark Season Tour 2011 macht diese auch im ostfriesischen Moormerland Halt. Musikalisch gibt es passend zur dunklen Jahreszeit melancholische Klänge in verschiedenen Variationen auf die Ohren und so dürfen wir gespannt sein, wie sich die vier Bands am vierten Tourtag präsentieren.

Begonnen wird mit der Berliner Band The Outside, die durch einen außerordentlich talentierten Gitarristen positiv auffallen. Sergio Klein lässt seine harmonischen Soli gekonnt in die Songs einfließen und wird so wie Sänger Roland B. Marx zum Blickfang des anwesenden Publikums. Eine gute Bühnenshow wird durch den schon erwähnten Frontmann Roland B. Marx weiter aufgeheizt. Sein Gesang überzeugt facettenreich, wobei besonders die extremen Nevermore ähnlichen Parts, wie z.B. bei Empire im Gedächtnis bleiben. Ein gelungener Start der Berliner, die sich durchgehend spritzig präsentieren und mit eingängigem Songwriting punkten können.

Dicentress hingegen ziehen gleich mit drei Gitarristen in den Kampf, dementsprechend fett ist der Sound, der sich im Phönix breit macht. Prägnant werden Geschwindigkeiten variiert, die sich zum Ende des Songs in einem Höhepunkt ergießen. Einziger fader Beigeschmack: alle Songs sind instrumental gehalten und so ist schon verständlich, dass die anwesenden Metalheads etwas verwundert vor der Bühne stehen. Findet diese Band noch einen passenden Frontmann, dürfte ihnen noch großer Zuspruch in der Metalszene bevorstehen. Vor allem Fans von Swallow the Sun, Opeth und Oktober Tide kommen bei den Jungs aus Eisenach auf ihre Kosten.

Die härtesten beiden Bands des Abends besiegeln den Abschluss der Tour. Akrasatrum greifen dabei vor allem Black Metal-Elemente auf. Treibende Riffs peitschen die Songs immer wieder an, dennoch werden stets die spielerischen Fähigkeiten in den Vordergrund gestellt. Frontman Martin kann durch abwechslungsreichen Gesang in den einzelnen Songs, wie Red Coloured Life und The Nameless, die Spannung hoch halten. In der ersten Reihe lassen sich die Metalheads der härteren Gangart zum Headbangen anstacheln. Konzentriert und gut aufgelegt heizen die Erfurter für Nailed to Obscurity kräftig ein.

Die mittlerweile gut gefüllte Location wartet nun auf Nailed to Obscurity rund um Frontmann Alexander Dirks, welche auch nicht lange auf sich warten lassen. Nach kurzem Soundcheck stimmen sie mit Secound Skin das Melodic Death/ Doom Metal-Spektakel an. Die dunkle und kalte Stimmung verbreitet sich bei einem gelungenen Sound vor der Bühne. Wehende Haare werden im Takt geschwenkt und lassen die Ostfriesen zur Höchstform auflaufen. Alexander Dirks zieht durch seine Ausstrahlung die Blicke auf sich. Stimmig bewegt sich die Band über die Bühne und bietet fast durchweg neue Songs, die auf dem nächsten Album bewundert werden können. So hat nur ein alter Song, Autumn Memories, ins Set gefunden. In den melodischen Parts der Songs wird kräftig gefeiert und im Takt mitgeklatscht. Ohne Zugabe werden Nailed to Obscurity heute nicht von der Bühne gelassen. Kubus aus Glas, der allerseits beliebte deutschsprachige Song, heizt die Stimmung noch einmal kräftig auf. Zu aller Verwunderung wird noch ein Song hinterher geschoben, den sich das Publikum aussuchen darf. So performen Nailed to Obscurity den schon lange nicht mehr gespielten Song Neon God.

Ein durch die Bank weg gelungener Abend der vier Newcomer Bands, die sich vor den Genre-Größen nicht verstecken müssen. Kräftig feiern alle Bands den Tourabschluss im Phönix und können auf ihre Leistung am heutigen Tag stolz sein.

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