Event: Machine Head Tour 2025/2026
Band: Demon’s Eye
Datum: 21.11.2025
Genres: Hard Rock
Besucher: ca. 250
Ort: Empore, Buchholz in der Nordheide
Tickets: 26,55 € VVK, 30 € Abendkasse
Setliste:
- Highway Star
- Pictures Of Home
- Maybe I’m A Leo
- Never Before
- When A Blind Man Cries
- Lazy
- Child In Time
- Smoke On The Water
- Burn
- Strange Kind Of Woman
- Mistreated
- Woman From Tokyo
- Perfect Strangers
- Space Truckin‘
Zugabe:
- Hush
- Long Live Rock’n’Roll/Black Night
Der heutige Freitag steht im Zeichen des Classic Rock. Eine der bekanntesten Deep-Purple-Tributebands hat sich auf Ihrer Machine Head Tour weit in den Norden gewagt und spielt bereits zum wiederholten Male in der Empore im beschaulichen Buchholz in der Nordheide. Wir als Time For Metal Magazin gehören mit zu den Präsentatoren der Demon’s Eye Tour und so freuen wir uns, heute dabei sein zu dürfen. Erst vor kurzem haben wir Purpendicular, mit Ian Paice an den Drums, in der Hamburger Markthalle (Bericht hier) gesehen und auch unsere Lokalmatadoren von Child In Time aus Kiel durften wir im Lutterbeker (Bericht hier) bewundern. Was haben alle drei Bands gemeinsam? Genau, sie bewahren das Gedenken an die musikalischen Frühwerke von Deep Purple und präsentieren diese möglichst authentisch. In die Empore haben sich gut 250 Menschen aufgemacht, und sieht man sich so um, sind das die, die in den Siebzigern mit den Tracks von der Hardrocklegende aufgewachsen sind. Noch ist das Original auf Tour zu bewundern, auch wenn die Herren inzwischen fast alle im Rentneralter sind. Selbstverständlich haben sich Gillan und Co. weiterentwickelt und auch ihre Diskografie ist um einiges angewachsen. Es gibt herausragende Alben wie das letzte Werk, =1, oder auch das vorhergehende Album Whoosh von 2020. Davon stehen auf der aktuellen Deep Purple Setlist ebenfalls Titel, auch wenn sich der eine oder andere Klassiker wie Smoke On The Water oder Hush nicht vermeiden lässt, aber so intensiv wie bei den Tributebands ist der Blick zurück nicht.
Von den Anfängen bis heute

Anders bei Demon’s Eye, denn da gibt es ausschließlich Songs aus der frühen und wohl erfolgreichsten sogenannten Mark II Phase, die aus Ian Gillan, Roger Glover, Ritchie Blackmore, Ian Paice und Jon Lord bestand. Mit dieser Besetzung wurden die erfolgreichsten Alben, In Rock, Fireball, Machine Head, Who Do We Think We Are und das Livealbum schlechthin, Made In Japan, in den frühen 70ern aufgenommen. Danach war dann diese Besetzung zunächst Geschichte und mit Glenn Hughes und David Coverdale sowie Tommy Bolin begann eine neue Ära, die nur bis 1975 hielt. Fast zehn Jahre später haben sich die alten Weggefährten der Mark II Phase dann nochmals zusammengerauft und das Erfolgsalbum Perfect Strangers eingespielt. Die Formation schaffte dann noch eine nicht so erfolgreiche Platte, bis diese Konstellation endgültig zu den Akten gelegt wurde. Inzwischen sind einige Musiker ausgewechselt, viele Alben aufgenommen und auch zig Touren um die Welt ins Land gegangen. Unvergesslich bleibt derweil die erfolgreichste Mark II Besetzung mit ihren wegweisenden Platten.
Tributebands bewahren das Erbe

Da die heutigen Auftritte des Originals die alten Songs nur noch ab und zu, bzw. nur noch ausgewählte Titel spielen, machen sich Tributebands daran, die alten Songs möglichst detailgenau zu performen. Klar gibt es da immer eine gewisse persönliche Note, aber im Großen und Ganzen ist das schon dicht am Original. So auch Demon’s Eye, die seit 1998 vom Mitbegründer und Schlagzeuger Andree Schneider die Songs von Deep Purple performen. Auch hier hat Ian Paice mal mitgewirkt und auch Jon Lord bediente sich der Band, um sein Concerto For Group And Orchestra aufzuführen. Als Sänger fungierte auch mal der ehemalige Rainbow Sänger Doogie White. Das Besetzungskarussell dreht sich im Laufe der Jahre, auch wenn Gitarrist Mark Zyk seit 2007 und Keyboarder Gert-Jan Naus seit zehn Jahren der Band die Treue halten. Die nach einem Song des Deep Purple Album Fireball benannte Band hat bereits zwei Platten mit eigenen Songs und zwei Livealben veröffentlicht. Heute Abend gibt es nur Deep Purple Songs, und mit dem Bassisten Rio Wolfhart und dem Sänger Jan Dickmann sind seit September zwei neue Gesichter dabei.
Klassiker reihen sich an Klassiker
Diese Truppe startet pünktlich um 20:00 Uhr das Konzert mit Highway Star. Sofort ist die Magie der inzwischen 43 Jahre alten Platte spürbar und mit dem zweiten Song Pictures Of Home manifestiert sich das. Die Jungs sind gut eingespielt und man merkt es dem Fünfer nicht an, dass Bass und Gesang erst seit drei Monaten dabei sind. Zwar sind die Ansagen von Jan noch etwas holprig und wirken noch zu einstudiert, aber gesanglich ist da nichts auszusetzen. In der ersten Hälfte des Konzertes werden somit alle auf Machine Head veröffentlichten Songs sowie einige, die als B-Seiten auf Singles erschienenen Tracks gespielt. Darunter fällt dann auch die megastark performte Ballade When A Blind Man Cries. Bis heute weiß auch Ian Gillan, wie genial der Song ist, und er wurde auf den letzten Touren immer mit aufgenommen. Bevor Smoke On The Water den ersten Teil beschließt. Kommt noch das Hammondorgel-lastige Lazy und der von Deep Purple nicht mehr gespielte Song Child In Time. Hier zeigen sich Mark Zyk und Gert-Jan Naus in bester Spiellaune und zeigen, dass nicht nur damals das Duo Lord/Blackmore für musikalische Battles sorgen konnte. Das, was hier beide abliefern, ist großes Kino und zeigt, wie gut beide aufeinander abgestimmt sind. Gitarrenvirtuose Mark sorgt mit seinen Gitarrenläufen das eine oder andere Mal für Szenenapplaus. Der Sound ist gut abgemischt, sodass die Instrumente klar getrennt zu hören sind, und auch der Gesang ist gut zu verstehen. Das stimmungsvolle Licht passt zu den Songs und rundet den insgesamt guten Auftritt ab.
Der zweite Teil der liefert weitere musikalische Perlen

Nach gut 15 Minuten Pause geht es weiter mit Songs aus den unterschiedlichen Phasen. Burn aus dem Jahre 1974 und Strange Kind Of Woman von 1971 eröffnen die zweite Hälfte. Der Song erschien damals nur auf der US-LP und in anderen Ländern eben nur als Single. Es folgt Mistreated, ebenfalls von Burn, und ist einer der Lieblingssongs von Sänger Jan, was man unschwer merkt. Klasse gespielt, auch wenn es an die Version von Rainbow mit Ronnie James Dio auf der Live On Stage nicht ganz herankommt. Nun ja, Dio war ein einmaliger Sänger. Ab und an erinnert Jan Dickmann aber an den kleinen großen Sänger. Weiter geht es mit Woman From Tokyo und Perfect Strangers, bevor als letzter regulärer Song Space Truckin‘ folgt. Auf der Made In Japan noch mit ausufernden Soli gespickt, ist es heute eher eine Möglichkeit, das Publikum gesanglich zu involvieren. Das ist auf den ganzen Saal und den ersten Rang verteilt und singt lauthals mit, auch wenn es sonst eher nordisch reserviert ist. Beifall gibt es natürlich ordentlich, auch wenn die Stimmung im Sitzen eher verhaltener ist. Trotzdem genießen alle den Auftritt der Band, die hier in Buchholz eigentlich immer während einer Tour auftritt. Als Zugabe gibt es dann noch das unverwüstliche Joe-South-Cover Hush und mit dem Ausruf Long Live Rock’n’Roll inklusive des Hits Black Night beenden Demon’s Eye ihren Auftritt gegen halb elf. Schnell leert sich der Saal und ich schaffe es noch, kurz mit Zak und Drummer Andree zu reden, bevor auch wir rausgekehrt werden. Insgesamt ein netter Abend mit guter Musik.



