„Mit schwarzen Segeln sticht das Drachenschiff wieder in See!“

Artist: Drakkar

Herkunft: Italien / Mailand

EP: Cold Winter´s Night

Spiellänge: 18:30 Minuten

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Release: 23.04.2018

Label: My Kingdom Music

Link: https://drakkar.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Davide Dell´Orto
Gitarre – Dario Beretta
Gitarre – Marco Rusconi
Keyboard – Emanuele Laghi
Bass – Simone Pesenti Gritti
Schlagzeug – Daniele Ferru

Tracklist:

1. Cold Winter´s Night
2. Black Sails
3. Leviathan Rising (Death From The Depth. Part I)
4. Invincible (live)

Metal made in Italy!

Drakkar gibt es schon seit 1995. In der lokalen Metalszene Italiens sind sie längst eine Größe ihres Genres. An mir sind die bisher irgendwie komplett vorbeigegangen. Als ich ihre Alben durchgezappt habe, wurde es mir immer unverständlicher, wie das angehen kann. Von 1998 bis heute hat die Band zwei EPs und fünf Studioalben herausgebracht. In dieser Zeit hat sich so einiges innerhalb der Bandbesetzung als auch vom musikalischen Stil her getan. Bis zum Album Gemini (2000) stand Luca Cappellari hinter dem Mikro. An seine Stelle trat Davide Dell´Orto, der bis heute den Gesangspart übernimmt. Bei den übrigen Musikern war mit Ausnahme von Dario Beretta, der seit Gründung an Bord ist, über die Jahre reichlich Fluktuation.

Der Sound von Drakkar ist eine Mischung aus Power und epischem Heavy Metal. Im Laufe der Jahre wurden immer häufiger Hammondelemente aus den 70ern eingesetzt. Die Band schuf sich auf diesem Weg ihren eigenen Wiedererkennungswert. Einflüsse von Helloween über Dio oder auch Grave Digger ziehen sich durch ihre bisherigen Alben. Bei der letzten CD Run With The Wolf (2016) wagte die Band einige stilistische Abstecher, die bei mir für Überraschungsmomente sorgten. Abwechslungsreich war sie jedenfalls. Die neue EP sollte daran anknüpfen.

Am 23. April 2018 brachten Drakkar den Silberling Cold Winters Night in der aktuellen Besetzung raus. Der Opener Cold Winter´s Night (gleichnamig wie Album) legt vielversprechend balladesk los. Eingängige Melodien mit Hammondsound und Hooks, die Ohrwurmcharakter in sich tragen, brennen sich gleich ins Stammhirn ein. Black Sails schließt im durchgängigen Midtempo etwas farblos an, da reißen auch Shouteinlagen und der kraftvolle Gesang von Davide Dell´Orto nichts mehr raus. Levitiathan Rising baut mit seinen energischen Riffs einen gelungenen Spannungsbogen auf. Im Stil von Manowar setzt sich der Song dann fort, verpasst aber den Sprung zur Hymne. Der folkige Rausschmeißer Invincible hatte bereits bei Run With The Wolf eine aufrüttelnde Wirkung, die er auch diesmal nicht verfehlt … der „Hallo-Wach-Effekt“ klappt erneut!

Nach 18 Minuten sind die vier Tracks vorbei, ohne dass sich mir ein Konzept erschließt. Drakkar bleiben bei Cold Winter´s Night hinter ihren Möglichkeiten. Wie viel mehr diese Band aus Italien leisten kann, belegen ihre vorangegangenen Alben. Es wäre klar mehr drin gewesen.

Drakkar – Cold Winter´s Night (Official Video)

Drakkar – Cold Winter´s Night
Fazit: Drakkar setzen ihre geänderte stilistische Richtung auch bei Cold Winters Night fort. Unklar ist, wohin die Reise genau geht. Man kann es nur grob einordnen – weniger Epic und mehr 70er-Einschläge. Es bleibt das Gefühl, dass einfach irgendetwas fehlt. Drakkar haben definitiv Dampf und sie bekommen eine erstaunliche Stilmixtur hin. Dieses Können kommt bei Cold Winter´s Night einfach nicht rüber. Von schlecht kann die Rede nicht sein, allerdings wirkt das Konzept dieser EP nicht gut durchdacht.

Anspieltipps: Cold Winter´s Night, Invincible
Sandra R.-A.7.8
7.8Gesamtwertung
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