Dropkick Murphys – Streaming Outta Fenway 2020 am 29.05.2020

Großer Sport in leerem Stadion

Eventname: Dropkick Murphys – Streaming Outta Fenway 2020

Headliner: Dropkick Murphys

Ort: Boston, Fenway Park, Streaming

Datum: 29.05.2020 (local Boston time)

Kosten: keine

Genre: Celtic Folk Punk, Street Punk, Melodic Hardcore Punk

Besucher: ca. 70.000 Besucher weltweit

Veranstalter: Dropkick Murphys, Streaming: Pegasystems Inc.

Links: http://www.dropkickmurphys.com/
https://de-de.facebook.com/DropkickMurphys/

Setliste:

  1. The Boys Are Back
  2. The State Of Massachusetts
  3. Captain Kelly’s Kitchen
  4. Smash Shit Up
  5. Sunshine Highway
  6. The Bonny
  7. Sandlot
  8. Tessie
  9. Jimmy Collins Wake
  10. The Fighting 69
  11. The Walking Dead
  12. 4-15-13
  13. Rebels With A Cause
  14. Prisoner´s Song
  15. The Warrior’s Code
  16. The Auld Triangle
  17. You Can´t Put Your Arms Around A Memory
  18. Mick Jones Nicked My Pudding
  19. Queen Of Suffolk County
  20. Johnny, I Hardly Knew Ya
  21. Amazing Grace
  22. (F)lannigan`s Ball
  23. Out Of Our Heads
  24. Dirty Water
  25. Rose Tattoo (with Bruce Springsteen)
  26. American Land (with Bruce Springsteen)
  27. Shipping Up To Boston
  28. See You Next Time

Mitte März berichteten wir erstmalig von einem Streamingkonzert. Das waren Dropkick Murphys zum St. Patrick’s Day aus einem kleinen Club unweit Bostons (Klick).

Nun ist in der Zwischenzeit viel passiert und gerade die USA leiden unter erheblicher Armut durch Massenarbeitslosigkeit. Dort gibt es leider keine Optionen wie Kurzarbeit oder Arbeitslosengeld. Menschen werden dort über Social Fund aufgefangen. Diese Social Funds sammeln Spendengelder, um damit z. B. eine Verpflegung zu organisieren. Dropkick Murphys sammelten bereits bei ihrem ersten Streaminggig für einen Social Fund aus Boston. So gibt es ca. zehn Wochen später eine Wiederholung. Da der Sport in den USA momentan ebenfalls ruht, nutzt man das Stadion der Red Sox für eine Streamingshow. Das ist ein Baseball-Stadion, welches etwas anders aussieht als die Stadien in Europa. Es ist eine Art ¾ Stadion, wo eine Seite für die Anzeigetafel genutzt wird. Baseball hat eine andere Feldaufteilung als Fußball oder American Football.

Der Stream startet etwas verspätet mit dem Video zu Smash Shit Up und Mick Jones Nicked My Pudding. Anschließend wird der Ort des Geschehens vorgestellt und der Verein Red Sox. Für jemanden, der nicht besonders viel mit Baseball zu tun hat, sicher eher uninteressant. Eine Besonderheit hat das Stadion: Es gibt einen eigenen Gemüsegarten. Wer für den Gemüsegarten zuständig ist, wussten DKM aber auch nicht. Es gibt mehrfach Hinweise auf die heute zur Unterstützung anstehenden Charity Funds und als Ziel werden 100.000 USD angegeben.

Dann ist es soweit und der Livestream startet. Die Musiker laufen als Baseballspieler auf das Feld und werden so auch angekündigt. Dazu tragen die Herren das passende Outfit in Form eines Baseballtrikots der Red Sox. Es existiert keine Bühne, sondern die acht Herren stehen mit reichlich Abstand im kleineren der zwei Baseballfelder (also dort, wo normal der Kerl mit dem Handschuh, der mit dem Ball und dazwischen noch jemand mit einem Schläger stehen). Der Opener ist The Boys Are Back. Für einen Stream gibt es sehr hochauflösende Bilder. Die Kameraführung erfolgt mit einer an einer Drohne befestigten flexiblen Kamera und diversen fest installierten Geräten. So wird jeder der Herren im Porträt bei der Arbeit, aber auch die Band insgesamt, aus verschiedenen Positionen gezeigt. Der Sound ist wie bereits beim ersten Streaminggig top. Es folgen gleich weitere Kracher mit The State Of Massachusetts und Captain Kelly’s Kitchen. Ken erklärt anschließend, wie der Stream organisiert ist, und bedankt sich beim einen oder anderen größeren Spender. Es folgen der neue Track Smash Shit UpSunshine HighwayThe Bonny und Sandlot. Spielfreude und Energie sind bei der Truppe auch über einen Stream greifbar. Ken und Al tigern über den grünen Rasen, welcher als Verzierung die Buchstaben DKM und ein irisches Kleeblatt erhalten hat. Bei The Bonny kommen dann die Pipes vom Dudelsack sehr schön zum Einsatz. Die Show wird unterbrochen und verschiedene Sportler aus Boston senden Videobotschaften, um den Charity Fund zu unterstützen. Anschließend bedankt sich Ken beim medizinischen Personal und den Krankenhäusern für ihre Arbeit und erläutert die Verbindung von DKM zu den Red Sox. Aus dieser Verbindung entstand der Song Tessie aus dem Jahr 2005. Es folgen Jimmy Collins WakeThe Fighting 69 (welcher den Menschen in New York gewidmet wird) und The Walking Dead. Zwischendurch gibt es Unterhaltungen zwischen Ken und Al über das Alter, Kinder und die aktuelle Situation, bevor es mit 4-15-13 weitergeht. Es folgen Rebels With A CausePrisoner´s Song, der Kracher The Warrior’s Code (Titeltrack vom 2005er Album) und The Auld Triangle.

Es macht mehr als nur Spaß, den Herren zuzusehen. Ich habe die Truppe einige Male gesehen und die haben das Herz ganz sicher am richtigen Fleck. Ken spielt nebenbei auch noch Baseball und rutscht zu den „Haltepunkten“, welche ein Spieler bei einem Homerun erreichen muss. Nun hat Al Barr seinen Soloauftritt und schmettert das Johnny Thunders Cover You Can´t Put Your Arms Around A Memory ins Mikrofon. Weiter geht es mit etwas neuer Musik und Mick Jones Nicked My Pudding sowie Queen Of Suffolk County. Mit Johnny, I Hardly Knew Ya geht es bandhistorisch ins Jahr 2008. Kens Versuch, einen Ball vom Skipper der Red Sox zu erhalten klappt nicht und so spielt er das, was er wohl besser kann – Musik. Zunächst gedenkt man den mehr als 100.000 Toten in den USA und allen anderen während der Pandemie verstorbenen Menschen auf dem Globus mit Amazing Grace. Via (F)lannigan`s Ball, Out Of Our Heads und der Hommage an Boston mit Dirty Water kommt nun der Boss ins Spiel. Es gibt eine Schaltung auf der Leinwand und Bruce Springsteen schaut vorbei. DKM und der Boss singen und spielen gemeinsam Rose Tattoo. Zunächst ist der Boss nicht zu hören, aber ab der zweiten Strophe funktioniert auch das. Mit American Land gibt’s natürlich auch einen Bruce Springsteen Song als Duett. Das sorgt dafür, dass noch mal kräftig gespendet wird, und es geht auf die Zielgrade. Was gibt es von DKM zum Schluss? Natürlich auch heute Shipping Up To Boston und See You Next Time. Interessant ist auch der mitlaufende Chat. So werden Comments wie God bless America mit God bless George Floyd beantwortet. Nach gut zwei Stunden endet der Stream und die Sammlung steht bei knapp über 100.000 USD. Das Ziel ist also erreicht.

Für mich ist es mittlerweile nach 2.30 Uhr am frühen Morgen. Aber life is life. Der Ansatz, den DKM hier heute abgeliefert haben, ist in der Corona-Pandemie erneut ein ganz fettes Ding. Die Qualität des Streams, aber auch die Idee, ohne Bühne zu agieren, ist etwas völlig anderes als bei den bisherigen Konzerten ohne Publikum. Mal schauen, welche Kreativität die Herren aus Boston noch an den Tag legen. Ein fettes „Danke“ geht auf jeden Fall in den Fenway Park an Ken, Al und Co. Es hat mal wieder Spaß gemacht und war für mich das dritte Konzert dieses Jahr. Der erste Gig war im Februar in der Hamburger Sporthalle (Klick).

Der Stream ist auf YouTube verfügbar. Also einfach mal draufklicken:

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