Evocation + Support in Aurich

Bands: Evocation, Lifeless, Battue

Location: Schlachthof in Aurich

Datum: 04.11.2011

Kosten: VVK: 8 Euro, AK: 12 Euro

Besucher: 150

Nachdem die deutsche Death Metal-Band Disbelief als erste „größere Metal Band“ vor ein paar Wochen die neue Auricher Death Metal Ära eröffnet hat, ziehen ihnen heute die Schweden Evocation nach. Direkt vor Einlass fallen vor allem diverse Battue-Shirts auf. Battue werden als lokale Band den Start in den Thrash und Death Metal lastigen Abend einleiten.

Zu Beginn ist der Sound der Ostfriesen eher mäßig. Breiig wird der Sound aus den Boxen gedrückt. Zum Glück bekommt der Mischer dies nach den ersten zwei Songs in den Griff, sodass sich die bereits zahlreich eingefunden Metalheads über einen besseren Sound freuen dürfen, der zudem die Stimmung schlagartig anhebt. Die ersten Headbanger begeben sich an die Bühne, auf der Battue alte sowie neue Songs zum besten geben. Gut gelaunt wie immer performen sie unter anderem Longing For Blood und Mr. Torture. Da lassen sich die fünf auch nicht von einem defekten Kabel am Bass aus der Ruhe bringen – schnell wird das Kabel getauscht und die letzten Songs werden kraftvoll weiter gezockt. Ein guter Auftritt, der mit kleinen Moshpits und einigen wehenden Haaren gedankt wird.

Die zweite Band des Abends, Lifeless aus Dortmund, startet direkt mit einem Handicap in die Show. Gitarrist Andy ist in der Heimat geblieben, daher müssen die verbleibenden drei heute mit einem abgespeckten Soundgerüst leben. Da Lifeless bereits einmal in Aurich gespielt haben, versammeln sich zu Beginn eine Handvoll Metaheads, um die brachial und technisch anspruchsvollen Stücke zu feiern. Wirklich schade, dass Songs wie Death und Towards nur von einer Gitarre begleitet werden, zu ändern ist dies jedoch nicht. Genau das denkt sich auch das allzeit entspannte ostfriesische Publikum und schaut sich meist aus zweiter Reihe das Geschehen auf der Bühne an, welches die Gruppe aus NRW jederzeit im Griff hat!

Nach kurzer Umbaupause folgt der Headliner aus Schweden. Begonnen wird mit Infamy vom aktuellen Apocalyptic-Album, dem noch einige Songs folgen sollen. Reunion In War bringt die Meute das erste Mal zum Kochen, wildes Headbangen ist die Folge. Zudem sind die ersten moshpitartigen Ansätze zu erkennen. In der im Nebel versunkenen Location bewegen sich Evocation professionell über die Schaustätte. Frontmann Thomas „Tjompe“ Josefsson sucht mit seinen Ansagen immer wieder den Kontakt zum Publikum, was begeistert seinen Aufforderungen folgt. An den Äxten schwingen die skandinavischen Musiker einheitlich die Matten. Ein schönes und energiegeladenes Bild, was mit The Ancient Gate aus der ersten Evocation-Ära untermalt wird. Highlights des heutigen Sets sind ganz klar Dead Calm Chaos und Feed The Fire, der immer wieder lautstark gefordert wird. Nach dem regulären Ende der Show lassen die Ostfriesen Evocation ohne Weiteres nicht einfach von der Bühne. Nach kurzer Beratung wird der nicht angedachte Track The Dead gespielt, den die Combo – wie alle Stücke – mit Bravour meistert. Genug haben die Fans immer noch nicht, aber auch das schönste Konzert ist einmal zu Ende!

Mein Fazit ist durch und durch positiv! Battue konnten zum Anfang das heimische Publikum schön aufheizen, Lifeless haben trotz einem Mann weniger das Beste aus der Situation gemacht und über die grandiose Leistung von Evocation muss man nicht sprechen – ihre Show gehört zu den besten Death Metal-Auftritten, die ich dieses Jahr im JUZ Aurich besucht habe. Schnörkellos, kompromisslos und vor allem sehr authentisch konnten sie begeistern. Zur Freude aller hörte man bereits Gemunkel, dass den Skandinaviern der Abend ebenfalls viel Spaß bereitet hat und sie 2012 gerne wieder nach Ostfriesland kommen würden!

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