Fallujah – Undying Light

Fallujah setzen wieder mehr auf Progressivität!

Artist: Fallujah

Herkunft: San Francisco Bay Area, USA

Album: Undying Light

Spiellänge: 44:54 Minuten

Genre: Progressive Death Metal, Technical Death Metal, Atmospheric Metal

Release: 15.03.2019

Label: Nuclear Blast Entertainment

Link: https://www.facebook.com/fallujahofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Antonio Palermo
Gitarre – Scott Carstairs
Bass – Robert Morey
Schlagzeug – Andrew Baird

Tracklist:

  1. Glass House
  2. Last Night
  3. Ultraviolet
  4. Dopamine
  5. The Ocean Above
  6. Hollow
  7. Sanctuary
  8. Eyes Like The Sun
  9. Distant and Cold
  10. Departure

Undying Light warf schon zwei Monate vor dem eigentlichen Release einen langen Schatten voraus. Ende Januar kam der erste Albumtrack Ultraviolet als Single heraus. Im Februar folgte dann der zweite Titel Dopamine. Von da an hieß es geduldig warten. Am 15. März 2019 erschien dann endlich das lang ersehnte vierte Studioalbum von Fallujah. In der Pre-Order Phase konnte es direkt beim Label Nuclear Blast Entertainment, Amazon oder  iTunes vorbestellt werden. Mittlerweile ist der pressfrische Silberling auch auf allen anderen bekannten Verkaufsplattformen erhältlich. Drei Jahre sind seit dem Vorgänger Dreamless (2016) ins Land gegangen. In dieser Zeit war einiges im Umbruch bei der Band. Der bisherige Sänger Alex Hoffmann verließ die Formation auf eigenen Wunsch, für ihn übernahm Antonio Palermo das Mikro. Brian James (Gitarre) ist ebenfalls nicht mehr mit dabei. Seitdem hat sich auch das Soundgefüge verändert. Die Songstrukturen sind wieder progressiver geworden. Der Gesang wandelte sich von düsterem Growling in markerschütterndes Screaming. Eine Metamorphose wie diese ist nicht ganz risikofrei und stößt nicht bei jedermann auf Gegenliebe. Meiner Meinung nach hat sich die Wandlung des Musikstils nicht als Nachteil erwiesen. Fans der ersten Stunde dürften hier anderer Meinung sein, aber dies ist wohl eine Frage des persönlichen Musikgeschmacks. Fallujah stehen jedenfalls in meiner Favoritenliste ganz oben.

Die kalifornische Formation hat ihren musikalischen Stil in der gesamten Zeit seit der Bandgründung (2007) stetig verändert. Angefangen von Deathcore über Technical Death Metal wandelte sich ihre Entwicklung hin zu Ambient- und Atmospheric Metal. Stillstand gibt es schlichtweg bei Fallujah nicht. Undying Light wurde von Mark Lewis (Cannibal Corpse, Whitechapel, The Black Dahlia Murder, Carnifex) gemixt und gemastert. Zudem hat er sich um die Schlagzeug- und Gesangsaufnahmen gekümmert, während die Gitarren- und Bassparts von Gitarrist Scott Carstairs aufgenommen wurden. Das faszinierende Coverartwork, mit hypnotisierender Wirkung, stammt von Nick Keller (The Black Dahlia Murder, Disentomb). Der Gesang von Antonio Palermo verpasst dem Album mit seinem brachialen Screaming eine deutliche Metalcore Note. Gastsängerinnen, wie auf den Vorgängeralben The Flesh Prevails (2014) oder Dreamless (2016), sind diesmal nicht dabei. Undying Light weist erneut andere Stilvarianten wie alle Vorgänger auf, ohne sich komplett von den Basics zu entfernen. Das Songwriting ist allerdings insgesamt komprimierter.

Schon beim Opener Glass House lässt Antonio Palermo seinen Frust raus und brüllt sich die Lunge aus dem Leib. Andrew Baird unterstütz an den Drums mit kraftvollem Geballere. Am Ende runden aufbegehrende Leads von Scott Carstairs den Einsteiger ab. Bei Last Night tritt der Bass von Robert Morey verstärkt in den Vordergrund. Die Leadparts bleiben überwiegend zurückhaltend, kommen aber zum Ende noch einmal richtig in Fahrt. Ultraviolet beginnt mit einem bedrohlich wirkenden Drumintro. Der danach einsetzende Gesang wechselt zwischen säuselnden Cleanparts und harschem Screaming. Bei diesem Song entfaltet sich die progressive Linie dieses Albums erst richtig. Dopamine ist ein Wechselbad der Gefühle, mal wild und brachial, dann geht es wieder in lauschigere Gefilde über. Leads, Bass und Drums harmonieren hier hervorragend miteinander. Die nächsten Titel The Ocean Above und Hollow entführen mit atmosphärischen Klängen in völlige Tiefenentspannung. Ich lasse mich vollkommen treiben und von der Stimmung mitziehen. Danach treibt Sanctuary das Tempo erneut an. Breakdowns und Double Basses ballern voll ins Hirn. Eyes Like The Sun drischt wieder mit aggressivem Grundsound drauf. Im Kontrast dazu stehen gehauchte Cleanparts. Distant And Cold holt die aufgewühlten Emotionen wieder runter. Es ist der ruhigste Song dieses Albums, aber auch der spannungsärmste. Für einen Cooldown ist er dennoch gut geeignet. Bei Departure wird zum Schluss noch einmal voll aufgedreht, laut und energisch geht es zur Sache. Die Nummer zehn im Bunde ist eines Rausschmeißers würdig.

Aktuelle Tourdaten:

Chaos & Carnage 2019
w/ Whitechapel, Dying Fetus, Revocation, Spite, Uncuded, Buried Above Ground
18.04. USA Sayreville, NJ – Starland Ballroom
19.04. USA Worcester, MA – Palladium
20.04. USA Reading, PA – Reverb
23.04. USA Pittsburgh, PA – The Rex Theater
24.04. USA Cleveland, OH – Agora Theater
25.04. USA Chicago, IL – Concord Music Hall
26.04. USA Pontiac, MI – The Crofoot
27.04. USA Milwaukee, WI – The Rave
28.04. USA Minneapolis, MN – The Cabooze
30.04. USA Denver, CO – The Oriental Theater
02.05. USA Berkley, CA – UC Theatre
03.05. USA Anaheim, CA – House of Blues
04.05. USA Phoenix, AZ – The Pressroom
05.05. USA Albuquerque, NM – Sunshine Theater
07.05. USA Springfield, MO – The Complex
08.05. USA Oklahoma City, OK – Diamond Ballroom
09.05. USA San Antonio, TX – The Rock Box
10.05. USA Dallas, TX – Gas Monkey Live!
11.05. USA Houston, TX – Warehouse Live
12.05. USA New Orleans, LA – House of Blues
13.05. USA Atlanta, GA – Buckhead Theatre
15.05. USA Ft. Lauderdale, FL – Revolution Live
16.05. USA St. Petersburg, FL – Jannus Live
17.05. USA Winston Salem, NC – The Ramkat

Fazit
Absolute Begeisterung oder völliger Verriss – hier scheiden sich die Geister. Kritische Stimmen bemängeln, dass die musikalische Bandbreite nicht mehr in vollem Umfang vorhanden ist. Ganz abstreiten kann man dies nicht, wenn man direkte Vergleiche zieht. Es darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass Fallujah erst einen nicht unerheblichen personellen Umbruch verkraften mussten. Deshalb sollte man ihnen die Zeit geben, sich wieder neu aufeinander einzuspielen. Von einem kompletten Stilwechsel kann jedenfalls nicht die Rede sein, wohl aber, dass der Gesang eine deutliche Tendenz zum Metalcore aufweist. Ich finde, dass die stilistische Neuausrichtung durchaus funktioniert, auch wenn sich das Songwriting zunächst mal auf die Basics fokussiert. Eine Rückkehr zur alten Stärke ist zu erwarten, wenn die frisch zusammengesetzte Formation sich gefunden hat. Ob der neue Sound gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Ich kann das neue Album Undying Light uneingeschränkt empfehlen. Auch nach mehrmaligem Durchhören der Trackliste bin ich nicht übersättigt.

Anspieltipps: Glass House, Dopamine, Hollow und Departure
Sandra R.9
Leser Bewertung0 Bewertungen0
9
Punkte

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