Guns Of Moropolis im Interview

Genre: Heavy/ Metalbilly

Label: Recent Records / Alive

Link: http://moropolis.com/

Bandmitglieder:
Gesang, Gitarre – August Paulsen
Bass – André le Sonneur
Schlagzeug – Oidre Gschwendtner

Time For Metal / SpikeReaper:
Moin Guns Of Moropolis, mit eurem Album „Im Dynamite We Trust“ habt ihr viele Fans gewonnen (mich eingeschlossen).
Wie ihr selber auf eurer Homepage ankündigt, habt ihr euch bei einem Saufgelage gegründet. Was waren damals eure Beweggründe?

Guns Of Moropolis:
Nun, in einem Wort: Selbstüberschätzung. Es lief an diesem Abend mit den Frauen eher schleppend, daher wollten wir uns einen todsicheren Plan überlegen. Ich stand damals vollgas auf Mötley Crue und berichtete von deren Damenverbrauch. Und pegelbedingt hielten wir uns auch für hochqualifiziert, sowas selber aufzuziehen.
 
Time For Metal / SpikeReaper:
Einige Magazine kündigen euch bereits als die deutschen „Volbeat“ an. Ist es zutreffend, dass diese Jungs aus dem Land voller Bäume eine eurer Inspirationen ist?

Guns Of Moropolis:
Na klar sind sie das. Wir fanden Volbeat schon toll, als sie vor fünf Jahren noch als ganz kleine Nummer ganz unten auf den Festivalshirts standen. Zu dieser Zeit sind einige Songs noch in unserer Vorgängerband entstanden, die dem Volbeat-Sound recht nahe kamen und wir dachten nur „geil, die stehen ja auch auf sowas!“

 

Time For Metal / SpikeReaper:
Live sollt ihr der Hammer sein, daher fragen sich viele unserer Leser, ob ihr im kommenden Jahr eine umfassende Tour spielt. Seid ihr im nächsten Jahr wieder beim Festival-Sommer dabei?

Guns Of Moropolis:
Danke für dieses Kompliment im Konjunktiv, wir sehen das ähnlich. Nur sind wir uns noch nicht über die Form, also Schmiede-, Vorschlag-, Zimmermannshammer oder Fäustel einig. Zur Klärung dieser Frage fänden wir eine erneut gut gebuchte Festivalsaison begrüßenswert. Selten bekommt man die Gelegenheit geboten, so viele verschiedene Biere unter der für den jeweiligen Ort spezifischen UV-Strahlung zu probieren. Das wollen wir auf jeden Fall fortführen, und die Zeichen sind derzeit vielversprechend.

 

Time For Metal / SpikeReaper
Plant ihr für die kommende Saison ein neues Album?

Guns Of Moropolis:
2012 wäre ein gutes Jahr für sowas. Unserer Erfahrung nach eignen sich gerade Jahreszahlen ganz ausgezeichnet für Albenproduktionen, wobei ungerade auch nicht übel sind.

 

Time For Metal / SpikeReaper:
Inzwischen ist es Tradition, dass ich alle meine Interviews mit einer Frage bereichere, die ein wenig aus allem herausfällt: welches Getränk ist euch das Liebste?

Guns Of Moropolis:
Wir trinken beinahe ausschließlich Gemüsesäfte. Der Kanonier mag Karotten, ich bin eher der tomatige Typ, und George, unser neuer Zuchthengst am Bass, ist etwas abartig. Der schwört nämlich auf Sauerkrautsaft; wenn er davon schon einen sitzen hat gern auch mit einem Schuß Gurkenwasser. Manchmal tun wir da zwar schon Bourbon rein, auf Festivals auch ein bißchen Bier, aber für den Alltagsgebrauch gibt es für uns nur Gemüse. Somit sind wir teilvegan, was uns hoffentlich in der Hardcore-Szene gewaltig nach vorne bringen wird.
 
Time For Metal / SpikeReaper
Wie kamt ihr auf die Idee Country mit Metal/Rock zu vermischen? Ist es wirklich bei einem Saufgelage entstanden, oder hattet ihr genauere Pläne?

Guns Of Moropolis:
Nun ja, wie eingangs schon erwähnt, wollten wir hauptsächlich an die Damenwelt ran. Gleichzeitig macht Musizieren auch keinen Spaß, wenn es nicht schön bolzt. Daher wuchs ungefähr im Zeitraum zwischen 1,8 und 2,54 Promille diese Crossoveridee heran, die wir dann leider im Bereich um die 3,0 wieder vergessen haben. Tags darauf wurden wir von weiteren Anwesenden an unsere Pläne wieder erinnert, und dann entstand der generalstabsmäßige Plan der Fusion vom Sound unserer alten Helden mit der heilsbringenden Wirkung von Gain und Doublebass, den wir seither verfolgen.

 
Time For Metal / SpikeReaper:
Im Zuge eurer Auftritte habt ihr nun in kleinen Locations, aber auch auf großen Festivals, eure Show gezeigt. Was ist euch lieber und vor allem, wo würdet ihr am liebsten einmal auftreten?

Guns Of Moropolis:
Für uns ist Schweiß die Währung unseres Erfolgs beim Publikum. In kleinen Schuppen wird man daher schnell reich, während auf Festivals unter freiem Himmel auch das Wetter mitspielen muß. Da hatten wir bisher meistens ein Riesenglück. Wir sind aber halt Schwaben, daher freuen wir uns sehr auf die kommende Tour mit den Emil Bulls durch die Hallen der Republik, wo wir mit definiertem Einsatz einen recht großen Schweißprofit einzustreichen hoffen. Das nennt der Ökonom dann Effizienz. Dennoch träumen wir von legendären Orten wie Donnington oder auch mal einer Runde Ozzfest-Tour. Wir sind ja noch alle weit unter 40, da darf man das noch.
 
Time For Metal / SpikeReaper:
Eure Fangemeinde ist bunt gemischt und in so ziemlich allen Musiksparten zu finden. Habt ihr schon einmal Fans von euch gesehen, bei denen ihr dachtet: „What the Fuck… wo sind wir jetzt gelandet?“?

Guns Of Moropolis:
Wir wären schon sehr überrascht, wenn wir beim Sommerfest in der Seniorenresidenz die Generation Ü-70 zu einer Wall Of Death überreden könnten. Das wäre ein Knaller. Darunter sind wir aber schon einiges gewöhnt und nehmen diverse Abartigkeiten bezüglich Kleidung, Haartracht, Alter und Körpergeruch unserer Fans routiniert zur Kenntnis.

 

Time For Metal / SpikeReaper:
Eine Frage, um die inzwischen kein Interview mehr drum herum kommt: wie steht ihr zu Internetportalen wie Facebook, Myspace etc.? Nutzt ihr diese selber? Wie stark sehen eure Kontakte online aus?

Guns Of Moropolis:
Hätten wir sowas vor Jahren schon zur Verfügung gehabt, hätten wir damals schon online auf die Pirsch gehen können, wie man das heute halt so macht. Dann gäbe es keine Band, und wir würden uns als Einzelpersonen im Netz als die Größten präsentieren. Nun kam es anders, und wir treten so gerne mit unseren Fans in Kontakt. Da wir auch vermehrt international präsent werden, rentiert sich der Aufwand auch.
 

Time For Metal / SpikeReaper:
Wenn man privat mit euch in Kontakt treten will, habt ihr einen kleinen Geheimtipp für uns? Z.B. eine Kneipe, in der man euch eventuell antreffen kann, um mit euch ein Bier zu trinken?

Guns Of Moropolis
Nochmal: Wir sind Schwaben. Daher kaufen wir unser Bier billig im Supermarkt und trinken es im Probenraum. Den Strom zahlen wir da auch pauschal, also können wir wild die Anlage aufdrehen und unsere elf Lavalampen rund um die Uhr laufen lassen. Manchmal hat jemand von uns Geburtstag, dann können wir leider nicht anders und müssen ihn in eine richtige Kneipe einladen. Welche das jeweils sein wird, posten wir aber nicht mehr über Twitter und Facebook. Der Kanonier hat sich neulich mal derart unglücklich in einem ihm in einer solchen Kneipe zugeworfenen BH verheddert, daß er sich beim Befreiungsversuch fast die Schulter ausgerenkt hätte. Das können wir leider nicht mehr riskieren.

 
Time For Metal / SpikeReaper:
Zum Abschluss noch eine Frage in eigener Sache: ich als gebürtiger Friese und eingereister Ruhrpottler frage mich, ob ihr bereits Auftritte an der schönen Nordsee absolviert habt?

Guns Of Moropolis
Da wäre das Roadkill-Festival neulich in Belgien zu nennen. Da wohnen aber keine Friesen mehr, oder? Hamburg zählt ja auch nicht direkt zur Nordsee, und die Tour mit den Emil Bulls wird uns mit Kiel und Rostock auch eher an die Mostsee führen. Da besteht tatsächlich Handlungsbedarf, zumal der Kanonier ja so gerne Fischbrötchen in seinen Karottensaft taucht.
 
Time For Metal / SpikeReaper:
Gibt es noch etwas, dass ihr unseren Lesern sagen wollt?

Guns Of Moropolis:
Ja gerne, wir wurden nämlich nachdrücklich von diversen Bundesbehörden ermahnt. Wir würden den unsachgemäßen Gebrauch von Dynamit verherrlichen, und dies sei jugendgefährdend und störe den öffentlichen Frieden. Daher geben wir nun folgenden Warnhinweis wieder: Bitte raucht kein Dynamit. Außer, daß es ordentlich knallt, liegt da kein Heil drin. Ehrlich.
 
Time For Metal / SpikeReaper:
Ich bedanke mich für eure Zeit und wünsche euch für die nähere und ferne Zukunft alles Gute. Bleibt eurer Musik treu, denn die ist wirklich der Hammer!

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