Induction – Induction

Power Metal wird durch symphonische Induction bereichert

Artist: Induction

Herkunft: Pardubice, Tschechische Republik

Album: Induction

Spiellänge: 57:06 Minuten

Genre: Progressive Power Metal

Release: 18.10.2019

Produzent: Eike Freese

Label:  Eigenveröffentlichung

Link: https://www.facebook.com/inductionofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Nick Holleman
Gitarre – Martin Beck
Gitarre – Tim Hansen
Bass – Werner Erkelens
Schlagzeug – Sean Brandenburg

Tracklist:

  1. A Massage In Sand
  2. By The Time
  3. Pay The Price
  4. The Outwitted Consecration
  5. Hiraeth
  6. Mirror Make Believe (feat. Kai Hansen)
  7. At The Bottom
  8. The Riddle
  9. A Nightmare’s Dream
  10. My Verdict
  11. Sorrow Lullaby

Durch einen Zufall habe ich die CD von Induction auf den Tisch bekommen. Das in Eigenregie produzierte Werk gibt’s derzeit über info@inductionofficial.co. Wer sich dafür entscheidet, erhält eine spannende Scheibe, die mir auf Anhieb gut gefallen hat. Die Jungs aus der Tschechei, mit Wohnsitz in Hamburg, liefern feinen Power Metal in Stile von Stratovarius oder Sonata Arctica, der aber durch symphonische Elemente so angereichert wird, dass dadurch eine eigene Nische kreiert wurde. Für diesen Sound zeichnet sich Peter Crowley verantwortlich, der bereits auf der ersten Single-Veröffentlichung The Outwitted Consecration im Jahre 2016 für diesen Stil gesorgt hat. Die Band hat sich im Jahre 2014 gegründet, aber es sollte doch noch fünf Jahre dauern, bis das Debüt Induction im Oktober 2019 veröffentlicht werden konnte. Erst spät hat sich das nun bestehende, feste Line-Up gefunden, zu dem auch Kai Hansens Sohn Tim gehört. Natürlich hat es sich Kai nicht nehmen lassen, und so ist er bei einem Song als Gastsänger zu hören. Was erwartet und denn nun?

Der symphonische Opener geht fast ansatzlos in By The Time über, einen klassischen Power Metal Song. Auffällig ist die Stimme von Nick Holleman, bei der man unweigerlich an eine Mischung aus Bruce Dickinson und Tobias Sammet erinnert wird. Das hört sich gut an und passt hier, wie die Faust aufs Auge. Dazu kommt, durch die symphonischen Einlagen, eine leichte Nähe zu ägyptischen Klängen, was sich ja auch schon im Artwork widerspiegelt. Auch die nächsten beiden Tracks gehen ähnlich weiter. Pay The Price ist die aktuelle Single, die ich am Ende mit anhänge. Das Gespür für gute Melodien ist vorhanden und so kommen diese Lieder frisch, und trotz der symphonischen Symbiose, angenehm rüber.

Atmosphärisch dicht und mit viel Power geht es voran und man erkennt, wohin die Marschroute gehen soll und wer da als Inspiration herhalten musste. Immer wieder steht dabei die Zusammenarbeit mit Peter Crowley im Vordergrund, was aber genau zu dem führt, was hier gemacht werden soll. Moderner Power Metal, der neue Wege beschreitet. Erst bei Hiraeth wird es dann zunächst ruhiger und die leichte Herangehensweise beim Intro ist sehr gefällig. Dieser Track entwickelt sich dann zunächst zu einer schönen Halbballade. Das hält nicht allzu lange an und es wird etwas schneller, wobei das Grundgerüst beibehalten wird. Bei Mirror Make Belive (My Enemy) gibt’s dann ein Gesangs Duell zwischen Kai Hansen und Nick Holleman. Auch hier beginnt der Song verhalten, um sich dann in einen stampfenden Express zu verwandeln. Was der Kai am Mikro abliefert, ist schon beeindruckend und auch der symphonische und gitarrenlastige Mittelteil kann überzeugen. Weiter geht es mit ähnlich geschmiedeten Songs. The Riddle klingt dabei etwas aggressiver als die vorangegangenen Tracks. Das können sie also auch und zeigt eine Entwicklungsrichtung auf, wobei mir die elektronisch eingebetteten Spielereien nicht ganz so zusagen.

Das letzte Drittel wird mit A Nightmare Dream eingeläutet. Musikalisch an einen wirren Traum erinnernd, prescht der Song voran. Dabei werden diverse Tempowechsel eingestreut. My Verdict überrascht mit einem galoppierenden Rhythmus, der leider nicht beibehalten wird. Dafür gibt’s ein wenig Gegrowle. Aber insgesamt ist das eher der schwächste Song. Hier sind mir, wie auch schon beim vorherigen Track, die Breaks zu gewaltig. Mit Sorrows Lullaby endet die Scheibe. Ein guter Chorus, ein kräftiges Riff, dann die durchs Orchester angedeuteten ägyptische Klänge. Schnelle Passagen werden durch langsamere unterbrochen und verleihen dem gesamten Song dadurch eine Dynamik, die sich in den Strophen langsam steigert. Leider sind mir an der einen oder anderen Stelle diese Tempowechsel zu dominant. 

Induction – Induction
Fazit
Eine zu beachtende, junge, aufstrebende Band mit gutem Potenzial. Sie haben eine Nische gefunden, ohne dabei den Power Metal neu zu erfinden, aber es wird sich gekonnt von den vielen anderen Truppen des Genres abgegrenzt. Da sollte man mal ein Ohr oder auch zwei riskieren. Es lohnt sich in fast allen Bereichen. Leider sind mir bei den letzten Tracks die eingearbeiteten Breaks zu groß, sodass es ein paar Abzüge in der Gesamtnote gibt. Mal abwarten, was sich da noch entwickelt.

Anspieltipps: By The Time, Mirror Make Believe (My Enemy) und Pay The Price
Kay L.
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