Interview mit den Hamburgern von Hardbone

Auch das Gespräch: 110% Rock 'n' Roll, 0% Schnickschnack

Artist: Hardbone

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Genre: Rock ’n‘ Roll, Hard Rock

Bandmitglieder:

Gesang – Tim Dammann
Lead Gitarre – Sebastian Kranke
Rhythmus Gitarre – Tommy Lindemann
Bass – Tim Schwarz
Schlagzeug – Benjamin Ulrich

Links: https://www.facebook.com/HARDBONEROCKS/
https://www.hardbone.net/

Hardbone

Spätestens nach den Supportauftritten bei Thundermother und Rose Tattoo waren die Hamburger von Hardbone in aller Munde. Nun kommt in einer Woche die neue CD No Frills nach einer vierjährigen Wartezeit heraus. Die gleichnamige Releasetour musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Grund genug, sich einmal kurz bei den Jungs zu melden.

Time For Metal / Norbert C.
Moin Moin.
Normalerweise sehen wir uns bei euren Konzerten in Schleswig-Holstein. Das geht ja aufgrund der Covid-19-Pandemie nun mal leider nicht. Deshalb vielen Dank für ein Interview per Schriftwechsel, den neuen Medien sei Dank.
Auch euch trifft die Corona-Krise durch die Absage der Releasetour. Gerade jetzt, wo der Bekanntheitsgrad gestiegen ist und die Zuschauerzahlen gestiegen waren. Wie hart trifft es euch?
Seid ihr Berufsmusiker oder steht ihr noch in einem anderen Berufsleben und seid dadurch abgesichert?

Hardbone / Tim D.
Die Situation für uns als Band ist natürlich ärgerlich, da das Release des neuen Albums kurz bevorsteht und an Gigs aktuell nicht zu denken ist. Bis auf unseren Basser Tim Schwarz haben wir aber alle unsere Full-Time-Jobs und sind glücklicherweise nicht wirtschaftlich von Hardbone abhängig. Unser Basser ist allerdings als Freelancer unterwegs und sieht jetzt natürlich einer ungewissen Zukunft entgegen. Wir haben aber einen sehr engen und familiären Umgang miteinander, unterstützen uns in allen Belangen und sind uns sicher, dass wir diese Krise gemeinsam überstehen werden.

Time For Metal / Norbert C.
Viele Bands haben ihr Album-Release wegen der Tourausfälle ebenfalls verschoben. Ihr nicht. Was waren eure Beweggründe?

Hardbone / Tim D.
Nun, wir sind noch kein Major-Act, bei dem für das Marketing große Summen zur Verfügung stehen. Als sich dann auch in der Musikindustrie abgezeichnet hat, dass vorerst alles ausgesetzt wird, lief ein Großteil der Marketingkampagnen bereits an und es hätte einfach zu viel Geld gekostet, das Ganze zu verschieben und dann irgendwann noch mal alles neu zu starten, wenn diese Situation überwunden sein würde.
Außerdem waren wir uns schnell einig, dass die Leute gerade jetzt auch etwas Positives brauchen was sie nicht mit Corona hier / Corona da konfrontiert. Das ist ja irgendwie auch die Mission des Rock ’n‘ Roll 🙂

Time For Metal / Norbert C.
Die ersten vier Scheiben von euch gab es im Zweijahrestakt. Vier Jahre hat es jetzt zur neuen Scheibe gedauert. Warum so lange?

Hardbone / Tim D.
Nach unserem vierten Album haben wir erst mal ausgiebig getourt und uns in der aktuellen Besetzung eingespielt. Wir hatten ja kurz vor Album Nummer vier unseren (damals) neuen Drummer Benni eingestellt. Als dann Anfang 2018 eine größere Booking-Agentur auf uns aufmerksam wurde und uns nach einem „Test-Gig“ als Support von Ugly Kid Joe in Hamburg unter Vertrag genommen hatte, ging es dann wiederum livemäßig noch mal massiv nach vorne. In kürzester Zeit konnten wir Gigs im Vorprogramm von Rose Tattoo, Thundermother, Doro sowie auf größeren Festivals bis hin zum Werner Rennen 2018 und Wacken Open Air spielen. Kurz gesagt, wir hatten gar keine Zeit für neue Songs und Studio. Das war eine aufregende und sehr prägende Zeit für die Band, in der wir noch enger zusammen gewachsen sind. Aus eben dieser Zeit gingen wir kreativ und zwischenmenschlich gestärkt hervor und konnten uns an die Arbeit machen.

Time For Metal / Norbert C.
No Frills – Kein Schnickschnack. Wie kommt man auf so einen ungewöhnlichen Albumtitel?

Hardbone / Tim D.
Im Prinzip ist es ja gar nicht ungewöhnlich, ganz im Gegenteil: Es beschreibt in zwei Worten, worum es bei unserer Musik geht und was den geneigten Käufer erwartet. Unser Musikstil lebt davon, Dinge auf ihre Einfachheit und die Grundbausteine runter zu brechen und dann zu knackigen und eingängigen Songs zu verarbeiten. Und was dabei herausgekommen ist, ist eben genau das: kein Schnickschnack.

Time For Metal / Norbert C.
Was haltet ihr von den Geisterkonzerten? Habt ihr da auch etwas geplant?

Hardbone / Tim D.
Tatsächlich planen wir in mehrere Richtungen, wie wir unseren (alten und hoffentlich auch vielen neuen) Fans etwas bieten können, was sich vom aktuellen Homerecording-Content unterscheidet. Wenn wir so etwas auf die Beine stellen, muss es auch, so gut es geht, einem Hardbone Konzert nahekommen, da macht es keinen Sinn, wenn wir uns in unserer Wäschekammer filmen, während wir versuchen Rock ’n‘ Roll zu spielen. Aber keine Angst, da die Leute nicht zu unseren Konzerten kommen können, müssen und werden wir diese eben zu ihnen bringen. Für genauere Infos bezüglich wann und wie, ist es aber noch zu früh. Ein bisschen Spannung muss ja aber auch sein 😉

Time For Metal / Norbert C.
Beim Booking, Merch und Plattenvertrag seid ihr richtig gut aufgestellt. Was habt ihr euch als nächstes Ziel gesetzt, wenn dieser ganze Mist vorbei ist?

Hardbone / Tim D.
Wir haben nie große Pläne gemacht, sondern haben immer Schritt für Schritt versucht, die Band erfolgreicher zu machen, ohne uns lenken zu lassen oder Anforderungen externer Leute zu erfüllen. Wir haben die Band als Freunde gegründet, um das zu machen, was wir lieben, …ach was, …WAS WIR RICHTIG GEIL FINDEN. Diese „Strategie“ hat sich offensichtlich bewährt und daher werden wir davon auch nicht abweichen. Wir hoffen aktuell einfach, dass die Clubszene das alles überlebt und wir bald eine amtliche Befreiungssause feiern können. Denn wir können noch so viele Pläne machen, wenn nach Corona keine Clubs mehr existieren, in denen wir Bands spielen können, lösen sich alle Pläne und Ziele recht schnell in Luft auf.

Time For Metal / Norbert C.
Du bist ja vielfältig aktiv. Zusammen mit eurem zweiten Tim (Schwarz) spielst du bei AC/Dynamite und singst auch noch bei Rocker, einer weiteren AC/DC Coverband. Haben die anderen auch noch Zweitbands?

Hardbone / Tim D.
Ja in der Tat sind mehr oder weniger alle irgendwie noch anderweitig tätig. Allen voran natürlich unser Bassist Tim S., der spielt in ca. 100 Bands (übertreiben macht anschaulich) in allen möglichen Genres und spielt dir ohne mit der Wimper zu zucken auch mal eben einen amtlichen Funk- oder Jazz-Basslauf an die Stirn, wenn du ihn drum bittest. 🙂 Nebenbei ist er übrigens auch noch ein hervorragender Rockgitarrist. Unser Schlagzeuger nimmt gerne mal den einen oder anderen Studiojob an und spielt ab und an auch noch mal mit seiner Band Aaron Hellvis, wenn sich die Situation ergibt, … ein Wunder, dass ihm die Sticks noch nicht mit den Händen verwachsen sind. Unser zweiter Gitarrist Tommy hat auch schon des Öfteren bei unserer AC/DC Coverband ausgeholfen.
Lediglich Gitarrist Basti hat für extra Aktivitäten keine Zeit, er “spielt sozusagen in seiner ganz eigenen 4-Personen-Familien-Band” 🙂

Time For Metal / Norbert C.
Vielen Dank, dass ihr euch für unsere Leser die Zeit genommen habt. Habt ihr noch etwas, was ihr auf diesem Wege gerne loswerden möchtet?

Hardbone / Tim D.
Sehr gerne, ich danke DIR. Ja, wenn ich noch ein paar letzte Worte habe, dann diese: Bitte unterstützt so gut ihr könnt die Künstler und Kulturstätten, die ihr auch vorher besucht habt. Gerade jetzt müssen alle zusammen halten, damit der ganz Shit bald vorbei ist …und dann Leute… ja, dann werden wir wieder alle Regler auf 11 drehen, so, wie sich das gehört.
Bis dahin kauft unser neues Album. …und Bier, …niemals das Bier vergessen. Bleibt gesund! 🙂

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