Mike Lepond´s Silent Assassins – Whore Of Babylon

Symphony X Bassist mal anders

Artist: Mike Lepond´s Silent Assassins

Herkunft: Newark, New Jersey, USA

Album: Whore Of Babylon

Spiellänge: 53:55 Minuten

Genre: Epic Metal, Heavy Metal, NWOTHM, Power Metal

Release: 26.06.2020

Label: Silver Lining Music

Link: https://de-de.facebook.com/mikelepondssilentassassins/

Bandmitglieder:

Gesang – Alan Tecchio
Gitarre – Lance Barnewold
Bassgitarre – Mike LePond
Schlagzeug – unbekannt

Tracklist:

  1. Dracul Son
  2. Ides Of March
  3. Tell Tale Heart
  4. Night Of The Ling Knives
  5. Champion
  6. Ironborn
  7. Lady Bathory
  8. Power Of Steel
  9. Whore Of Babylon
  10. Avalon

Ein recht bekannter Name steht im Namen der Band. Der Bassist von Symphony X, Mike Lepond, scheint mit seiner Hauptband noch nicht ausgelastet zu sein. 2014 erschien der self titled Erstling, gefolgt von Pawn And Prophecy 2018 und nun in 2020 also Whore Of Babylon. Dabei werden geschichtliche Ereignisse musikalisch verpackt. Seine Mitstreiter sind Alain Tecchio (z.B. ex-All Time Low, ex-Seven Witches) und Lance Barnevold (z.B. ex-Ross The Boss, ex-Riot V). Ein Drummer ist zu vernehmen, aber nicht namentlich bekannt.

Soweit etwas zu der Geschichte von Mike Leponds Soloprojekt. Der Opener ist Dracul Son, der schon fast als Speed Metal rüberkommt. Ein ganz schönes Brett mit ordentlich Tempo und starker Arbeit der Saitenfraktion, welches dem Hörer auf jeden Fall erst mal klarmacht, dass es sich hier nicht um Symphony X handelt. Ides Of March hat auch genügend Tempo, wird aber epischer und bewegt sich in den Power Metal oder Epic Metal mit einem runden Mitgrölrefrain. Eine sehr coole Nummer, auch mit der einen oder anderen Überraschung bzw. Abwechslung im Song und wiederum sehr starker Arbeit an den Gitarren. Das Ding gefällt mir ausgezeichnet. Tell Tale Heart würde ich bald als progressiven Power Metal bezeichnen. Einige überraschende Drehungen und Wendungen inkl. Saxofon und Klavier, aber auch ordentlich Tempo machen auch Track Nr. drei für mich sehr hörenswert. Dieser ist aber ganz bestimmt nicht massenkompatibel und wird daher nicht in jedem Gehörgang Freude auslösen. Night Of The Long Knives wird anschließend folkloristisch und bewegt sich primär im Folk Rock mit dem einen oder anderen Metalanteil und rundem Refrain. Bei mir kommt das Ding nicht so richtig an. Champion ist die Ballade, die auf ein Power- oder Epic Metal Album gehört. Sicher nicht schlecht, aber ich werde in diesem Leben nicht mehr zum Balladenfan. Dazu singt hier nicht Alan Tecchio sondern eine Dame. Ironborn drückt das Gaspedal sofort wieder durch und es gibt einen Speed/Powermetal Track mit mächtig Tempo aber auch rundem Refrain und Rhythmen, die zur Stärkung der Nackenmuskulatur anregen. Mir gefällt der Song recht gut. Bei Lady Bathory bleibt es metallisch, auch genügend Tempo ist dabei. Die Gitarren sind hier wieder sehr präsent und es klingt ein wenig wie aus den 90ern und NWOBHM. Auch ein guter Track. Power Of Steel haut in die gleiche Kerbe und eigentlich kann die Worte zu Lady Bathory wiederholen. Der Refrain ist etwas eingängiger und prägnanter als bei Lady Bathory. Es folgen der Titeltrack und deutlich andere Töne als bei den beiden Vorgängern. Etwas folkig, mystisch angehaucht kommt die Nummer als Ballade aus meinen Boxen und trifft überhaupt nicht meinen Geschmacksnerv. Avalon ist der Rausschmeißer und mit achteinhalb Minuten der Langläufer auf dem Langeisen. Das Ding läuft erst mal 90 Sekunden als ein Folkrock Mix, nimmt dann einen metallischen Weg, der aber mehr oder weniger typischer Powermetal ist, mit etwas Keyboard und Gitarrensolo, auch die folkigen Elemente sind nochmals zu finden. Insgesamt hat Avalon weit weniger Überraschungen in petto als viele andere Titel auf der Scheibe. Schlecht ist er ganz sicher nicht, aber die Messlatte hatten die Musiker zwischenzeitlich recht hoch gelegt.

Mike Lepond´s Silent Assassins – Whore Of Babylon
Fazit
Ein sehr interessantes Werk hauen Michal Lepond und seine Mitstreiter auf den Markt. Wer Symphony X Klänge erwartet, wird enttäuscht sein. Es wird aber reichlich ausprobiert und man hört Michael von einer ganz anderen Seite. Bis auf die eine Folknummer läuft die Scheibe bei mir gut durch und überzeugt vor allem auch durch seine Vielfältigkeit. Es kommt selten Langeweile auf, genügend Tempo und Gitarrenarbeit ist ebenfalls vorhanden. Wer in Richtung Powermetal/Epic Metal tendiert, sollte mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: Ides Of March, Ironborn und Tell Tale Heart
Jürgen F.
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