Monster Magnet – A Better Dystopia

Mit dem neuen Coveralbum zurück zu den Wurzeln

Artist: Monster Magnet

Herkunft: New Jersey, USA

Album: A Better Dystopia

Spiellänge: 47:56 Minuten

Genre: Psychedelic Rock, Stoner Rock

Release: 21.05.2021

Label: Napalm Records

Link: http://www.zodiaclung.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Dave Wyndorf
Gitarre  – Garret Sweeny
Gitarre – Phil Caivano
Bassgitarre – Alec Morton
Schlagzeug – Bob Pantella

Tracklist:

  1. The Diamond Mine
  2. Born To Go
  3. Epitaph For A Head
  4. Solid Gold Hell
  5. Be Forewarned
  6. Mr Destroyer
  7. When The Wolf Sits
  8. Death
  9. Situation
  10. It’s Trash
  11. Motorcycle (Straight To Hell)
  12. Learning To Die
  13. Welcome To The Void

Das elfte Studioalbum der Amerikaner Monster Magnet ließ gerade mal drei Jahre auf sich warten. 2018 hat die Truppe mit Mindfucker ihr Jubiläumswerk veröffentlicht, welches nun Ende Mai abgelöst wurde. Die Zeitspanne zwischen Mindfucker und Last Patrol war im Verhältnis deutlich länger. Zum vierten Mal erneuerten sie dabei die Ehe mit ihrem Label Napalm Records, die das farbenfrohe Artwork unter ihrer Flagge segeln lassen. Mit dem Neonanstrich und der klaren psychedelischen Botschaft stehen uns nun 13 neue Stücke bevor, die uns 48 Minuten wie wild im Schreibtischstuhl in die Runde drehen lassen. Im Line-Up hat sich etwas getan – Alec Morton übernimmt den Bass von Chris Kosnik, der nach fünf Jahren die Mannschaft recht schnell wieder verließ.

Was jedoch macht A Better Dystopia besonders? Die Tatsache, dass es ein reines Coveralbum ist und den Hörer zu den Wurzeln von Dave Wyndorf zurückführen soll, macht die Scheibe noch mal interessanter. Nicht, dass wir nicht auch neues Monster Magnet Material aufgesogen hätten, aber welche Titel es auf diesen Silberling geschafft haben und wie diese umgesetzt wurden, brennt förmlich wie Feuer unter den Nägeln. Vorab kann man, bevor wir auf die Titel weiter eingehen, verraten, dass Dave mit seinen Kollegen ein exzellentes wie imposantes Geschoss in den Lauf gelegt hat. Verrückt, mit den ganz eigenen Merkmalen der fünf Musiker, haben die Titel eine ganz neue Ausstrahlung, die man erst einmal verstehen muss. Die All-Time-Favorites, wie Monster Magnet selber sagen, leben von dichten Atmosphären und einem blendend aufgelegten Herrn Wyndorf. Garret Sweeny und Phil Caivano an den beiden Gitarren pressen mit aller Kraft Emotionen in die Kompositionen, welche in jedem Stoner Rock Ohr klingeln sollten.

Im Opener bzw. Intro The Diamond Mine rezitiert Dave Wyndorf einen klassischen Monolog Dave Diamonds, dessen Sendungen vor über 50 Jahren viele Psychedelic- und Acid-Rock-Bands ausspuckte und mit dazu beigetragen hat, dass diese im erst langsam wachsenden Business bestehen konnten. Der Anfang vom zweiten Titel ist unverkennbar, jedenfalls bei Hawkwind und auch Motörhead Fans. Der Klassiker Born To Go scheppert in Monster Magnet Manier aus der Anlage und versprüht den blanken Wahnsinn einer eh schon coolen Nummer, die aus den Händen der Amerikaner noch mal alles zum Beben bringt. Epitaph For A Head, Solid Gold Hell und Be Forewarned richten den Scheinwerfer auf Mr Destroyer von Poo-Bah. Letzteres, das Pentagram-Cover Be Forewarned, macht mir persönlich richtig viel Freude. Die Performance ist stark und dürfte selbst den exzentrischen Bobby Liebling, den Sänger der Doom Metal Kapelle, zufriedenstellen. Mr Destroyer steht im Zentrum der Platte und ist ein klarer Aufhänger – alleine der Refrain bringt tonnenschwere Wände zum Wanken. Abwechslungsreich driften die fünf Künstler durch die verschiedenen Stücke, die einen ganz eigenen Kopf besitzen und jeweils ganz anders wirken müssen. Ebenfalls hoch im Kurs Death, der seinen Ursprung aus den Händen von The Pretty Things findet. Die sensible Zusammensetzung aus Stoner Rock und Psychedelic Rock, die den größten Schwerpunkt bilden und in Kombination mit Space Rock sowie Hard Rock Elementen weitere tragende Säulen einbetoniert, lassen Blues-Klänge im dichten Korsett nicht verhungern. Den Abschluss bildet das Trio um Motorcycle (Straight To Hell). Learning To Die und Welcome To The Void haben neben dem Hit leider minimal das Nachsehen. Grundsätzlich ist die Scheibe sehr ausgeglichen und offenbart gleich mehrere Höhepunkte.

Monster Magnet – A Better Dystopia
Fazit
Ob es ohne diese absolut nervige Pandemie A Better Dystopia gegeben hätte, kann ich gerade nur schwer beurteilen. Die Tatsache, dass viele Bands wie eben auch Monster Magnet Zeit haben, auch mal andere Wege zu gehen, spielt Veröffentlichungen wie dieser eindeutig in die Karten. Dave Wyndorf und seine vier Mit-Rocker covern nicht nur die Stücke, sondern zelebrieren diese mit der maximalen Leistung an Leidenschaft. Spaß bringen die Werke allemal und können auch mehr als nur einmal laut aufgedreht werden. Wer bereits persönliche Highlights in der Tracklist ausmachen kann, sollte die Versionen von Monster Magnet definitiv mal antesten. 

Anspieltipps: Born To Go, Be Forewarned und Motorcycle (Straight To Hell)
René W.
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