Nazghor – Infernal Aphorism

“Schwarzmetallische Vollbedienung aus Schweden“

Artist: Nazghor

Herkunft: Uppsala, Schweden

Album: Infernal Aphorism

Spiellänge: 60:15 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 13.10.2017

Label: Non Serviam Records / Season Of Mist

Link: https://www.facebook.com/nazghorofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Nekhrid
Gitarre – Armageddor
Gitarre – Angst
Bassgitarre – Crowlech
Schlagzeug – Cosmarul

Tracklist:

  1. Opus Profanus
  2. Malignant Possession
  3. Decretion At Eschaton
  4. The Darkness Of Eternity
  5. Deathless Serpent
  6. Rite Of Repugnant Fury
  7. Ephemeral Hunger
  8. Spawns Of All Evil
  9. Absence Of Light
  10. Infernal Aphorism

 

Macht es überhaupt Sinn, ein Review für ein Album zu schreiben, das bereits seit über einem halben Jahr auf dem Markt ist? Und warum liegt dieses Album hier überhaupt noch? Diese Fragen habe ich mir gestellt, als ich in unserem Reviewpool das Album Infernal Aphorism von Nazghor fand. Da ich aber gerade meine Black Metal-Phase habe und immer gern neue Bands entdecke, habe ich halt zugegriffen. Neu sind Nazghor nicht, die Band gibt es schon seit dem Jahr 2012, und die Jungs waren so fleißig, dass sie seit der Bandgründung in jedem Jahr ein neues Album rausgehauen haben. Dementsprechend ist Infernal Aphorism das sechste in der Discographie von Nazghor. Für mich ist es das erste aber definitiv nicht das letzte, denn Nazghor liefern hier Schwarzmetall ab, der bei mir keine Wünsche offenlässt.

Ich bewundere ja immer insbesondere die Instrumentalfraktionen der verschiedenen Bands, die diese in wahnwitzigem Tempo gehaltenen Songs auch live mit einer Selbstverständlichkeit runterspielen, als ob sie nie etwas anderes getan hätten. Dass es Armageddor und Angst dann aber noch schaffen, teilweise so wunderbar melodische Gitarrenläufe wie Tautropfen in die Songs einfließen zu lassen, dass man – auch im Hinblick auf die ab und zu mal eingestreuten Keyboard-/Piano-Passagen – tatsächlich auch von Melodic Black Metal sprechen kann, ist fast schon das Sahnehäubchen obendrauf. Die ebenfalls grandiose Arbeit der Rhythmusfraktion mit Crowlech und Cosmarul darf man hier ebenso erwähnen, wie auch die Sangeskunst von Nekhrid, der sich mit diesem Album gleich mal in meine Top 5 der Black Metal-Sänger katapultiert hat. Dem Jungen höre ich von der ersten bis zur letzten Sekunde einfach nur gebannt zu!

Ebenfalls sehr gelungen ist der Anteil zwischen relativ kurzen Tracks (so um die fünf Minuten) und einigen längeren Songs, wobei der Titeltrack Infernal Aphorism, mit dem das Album abschließt, dann tatsächlich auf über zehn Minuten Spielzeit kommt. Und selbst in den längeren Songs, wie auch Ephemeral Hunger und Absence Of Light, schaffen es Nazghor, auf unnötige Füller zu verzichten und die Songs nicht künstlich in die Länge zu ziehen. Beim Titeltrack spielen sie dann halt mit Rhythmus- und Tempowechseln, gehen oft mal ins Midtempo, was ihnen auch gut steht und insbesondere den Gitarristen noch mal eine letzte Möglichkeit gibt, wunderbare Spielereien darzubieten.

Auf der Bandcamp-Seite von Non Serviam Records kann man sich das komplette Album anhören und natürlich auch gleich bestellen (https://non-serviam-records.bandcamp.com/album/infernal-aphorism), zu einem meiner Lieblingstracks, nämlich The Darkness Of Eternity, gibt es hier das Lyric-Video:

Fazit: Ich weiss ja, dass das nicht der einzige Maßstab ist, aber diese Band verdient definitiv mehr als die nur ungefähr 4300 Facebook-Follower und 814 monatliche Hörer auf spotify. Ich bin zwar sicherlich nicht die Black Metal-Fachfrau und Geschmäcker sind ja sowieso verschieden, aber dieses Album sollten sich Schwarzmetall-Fans, die Nazghor, so wie ich, bislang noch nicht kannten, definitiv mal anhören. Für mich ist das schlicht und ergreifend ein Werk zum Niederknien. Das betrifft im Übrigen auch das Cover, das ebenfalls aus der Masse heraussticht.

Anspieltipps: eigentlich alles, meine Favoriten sind Decretion At Eschaton, The Darkness Of Eternity und Spawns Of All Evil (hört Euch die Gitarre am Anfang an!!!!)
Heike L.
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