Prelistening zum Debütalbum Plaguebearer von Call Of Charon am 11.02.2019

Den Weg der Duisburger Band Call Of Charon verfolge ich mittlerweile seit einigen Jahren und hatte zur letzten Veröffentlichung aus dem Jahr 2017 auch ein Review geschrieben. Darum habe ich mich auch sehr gefreut, als mich Patrick fragte, ob ich Lust auf ein Prelistening zum neuen Album hätte. Der Termin war dann schnell gefunden, und so sitze ich jetzt also an einem Montagabend gemütlich mit Patrick und Arthur zusammen, denen man schon ansieht, dass sie sehr stolz auf das sind, was es gleich auf die Ohren geben wird.

Eingerahmt werden die neun Tracks des Albums von einem Intro und einem Outro, wobei Patrick darauf hinweist, dass das Intro von Liv Reinecke von Pradonium stammt, die hier auch am Keyboard sitzt. Wie der Kontakt zu Pradonium, die ja in einem ganz anderen Genre unterwegs sind, zustande kam, ist auch schnell erklärt: Dort schwingt nämlich Ulf die Drumsticks, und das hat er ja zuletzt auch bei Call Of Charon getan. Das aber nur nebenbei, denn was Call Of Charon da an Songmaterial liefern, ist allererste Sahne. Ich war ja relativ entspannt in diese Prelistening Session gegangen, aber gleich die ersten Sekunden von Track 1 zwingen mich förmlich dazu, mich wie ein Erdmännchen auf Wache aufzurichten und noch genauer hinzuhören. Was um Himmels Willen ist das denn?!?! Heilige Scheiße, richtig geiler Highspeed-Deathcore schallt da aus den Boxen, und wie die Jungs von der Instrumentenfraktion dieses wahnwitzige Tempo durchziehen, versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Auch Patrick hat mit seinen Growls, Shouts und Screams nochmal zugelegt und liefert hier definitiv seine bis dato beste Performance.

Dass man auch älteres Songmaterial in die Gegenwart – oder vielleicht sogar in die Zukunft – transportieren kann, beweisen Call Of Charon mit Track 5. Der Song hat schon ein gewisses Alter auf dem Buckel, das hört man ihm aber hier überhaupt nicht an. Auch Arthur ist super zufrieden, hat er doch sein Lieblingsriff, das schon lange in einer seiner Schubladen schlummert, aus dem Dornröschenschlaf wecken und auf diesem Album unterbringen können. Das nennt man dann wohl upcyceln 😀

Auf Facebook hatten Call Of Charon ja bereits am 24.06. letzten Jahres ein Foto von der Show im Jungle Club gepostet und verkünden können, dass CJ von Thy Art Is Murder bei einem Song einen Guest-Vocal Part übernimmt. Bei der Show im Juni hat CJ das dann auch gleich mal live getan und nicht nur mit diesem Auftritt bewiesen, warum Thy Art Is Murder eine der ganz großen Bands im Deathcore sind. Aber zurück zu Call Of Charon. Die haben neben CJ auch noch zwei weitere Künstler für Gastauftritte auf dem neuen Album gewinnen können. Wer das ist, wird noch nicht verraten, aber es sind beides keine Unbekannten.

Call Of Charon sind natürlich bestens in der Szene vernetzt, das ist keine Frage. So hatten sie sicherlich auch keine Schwierigkeiten, sich für die Aufnahmen noch Unterstützung von anderen Bands aus der Gegend zu holen. So steuern dann Jenny (Revenge Of The Phoenix), Marvin (Beginning), Philipp (Caratucay), Marvin (Sublevel), Meik (Begging For Incest) und Mark (Hatred Inherit) ihren Teil zu den Backing Vocals bei, was auch insbesondere den Gangshouts (!!) bei den Tracks 3 und 8 das nötige Volumen verleiht.

Die Aufnahmen für dieses Album fanden im Übrigen in den Räumen von PEKAY Audio Productions statt. Die gehören dem ehemaligen Call Of Charon-Gitarristen Philipp Kaase. Philipp hatte die Band mitbegründet und war auch bis 2010 Bandmitglied. Mittlerweile hat er sehr viel Erfahrung in der Produktion gesammelt, die natürlich auch dem neuen Album von Call Of Charon mehr als nur zugutekommt. Und auch Mix und Mastering haben die Jungs in sehr gute Hände gelegt, nämlich in die von Zack Ohren von Castle Ultimate Productions. Der hat schon Alben von Machine Head, All Shall Perish, As Blood Runs Black oder The Ghost Inside veredelt und jetzt auch dem neuen Album von Call Of Charon die richtige Politur verpasst. Das Gesamtpaket wird abgerundet vom grandiosen Cover, an dem ich mich auch nach Minuten noch nicht sattsehen konnte. Verantwortlich dafür ist Scotty Bates Artwork & Design, der die wenigen Vorgaben, die ihm die Jungs von Call Of Charon gemacht haben, wirklich perfekt umgesetzt hat. Sein Name ist nicht umsonst in der Szene bekannt, hat er doch auch schon Coverartworks für Alben von A Night In Texas, Aversions Crown, Oceano oder auch The Faceless kreiert.

So sitzen wir also am 11.02. zu dritt bei dieser Session, und man sieht Patrick und Arthur schon an, wie sehr es ihnen in den Fingern juckt, das Album nun endlich der Metalwelt zu präsentieren. Aber auch, wenn die Vorarbeiten im Grunde abgeschlossen sind, gibt es doch noch eine ganze Menge zu tun, so dass auch noch kein Veröffentlichungsdatum genannt werden kann.

Von Plaguebearer kann ich leider noch keine Hörprobe präsentieren, aber hier kommt zum Einstimmen das offizielle Video zu Coffin Nails aus 2016:

 

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