Pyogenesis – A Silent Soul Screams Loud

Pyogenesis erreichen den Höhepunkt ihrer Steampunk-Trilogie

Artist: Pyogenesis

Herkunft: Stuttgart, Deutschland

Album: A Silent Soul Screams Loud

Spiellänge: 39:56 Minuten

Genre: Alternative Metal, Punk Rock

Release: 24.01.2020

Label: AFM Records

Link: https://www.facebook.com/pyogenesis/, http://pyogenesis.com/

Produktion: Flo V. Schwarz – Unpop Studio / Horus Sound Studios, Artwork – Stan W. Decker

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Flo V. Schwarz
Gitarre -Thilo Schmidt
Bass – Malte Bauer
Jan Räthje – Schlagzeug

Tracklist:

  1. Survival Of The Fittest
  2. Mother Bohemia
  3. I Can´t Breathe (Prolouge)
  4. I Can´t Breathe (Monologue)
  5. High Old Times
  6. Modern Prometheus (feat. Chris Harms)
  7. Will I Ever Feel The Same
  8. The Capital (A Silent Soul Screams Loud)

Nach 13 Jahren der Inaktivität kündigte die Band Pyogenesis ihr Comeback an. Dies war der Auftakt zum ersten Teil ihrer Steampunk-Trilogie. Ihr sechstes Studioalbum A Century In The Curse Of Time (unser Bericht hier), erschien im August 2015. Knapp zwei Jahre später folgte der zweite Teil mit A Kingdom To Disappear (unser Bericht hier) im Februar 2017. Nach knapp drei Jahren weiterer Schaffensphase war es dann am 24. Januar 2020 soweit – Teil drei der Steampunk-Trilogie A Silent Soul Screams Loud wurde in Zusammenarbeit mit AFM Records, wie schon die beiden vorherigen Alben, veröffentlicht. Es ist das mittlerweile achte Studioalbum von Pyogenesis. Hierbei steht erneut der Wandel der Gesellschaft im 19. Jahrhundert im Fokus. In ihren Songs werden Themen wie Krieg, Religion und Evolution verarbeitet. Die Produktion von A Silent Soul Screams Loud übernahm Flo V. Schwarz, die Aufnahmen dazu entstanden in den Horus Sound Studios. Wie schon bei den ersten beiden Werken durfte ein anspruchsvolles Cover nicht fehlen, daher entwarf Stan W. Decker auch diesmal wieder ein atemberaubendes Cover-Artwork mit einer hohen Komplexität und erstaunlichem Detailreichtum.

Sämtliche Aufnahmen der Trilogie sind von Melodik und Melancholie geprägt, so setzt es sich auch auf dem finalen Album A Silent Soul Screams Loud fort. Die Band sagt über sich selbst, dass sie seit jeher an Melodien mit Tiefgang arbeitet, die den Zuhörer fesseln sollen. Musik für die Massen zu schreiben, um die Verkäufe hochzutreiben, widerstrebt ihnen. Pyogenesis produzieren ihre Songs abseits des Mainstreams in Eigenregie, ohne Einflussnahme von außen. Ihnen ist wichtig, von den echten Fans gemocht zu werden, anstatt einer möglichst großen Fanbreite. Ihr Sound vereint Alternative Metal mit Punk Rock sowie Melodic Death Metal, dabei ist ihre Spannbreite enorm hoch. Für einen Song ist Chris „The Lord“ Harms (Lord Of The Lost) als Gastmusiker zu hören. Er singt gemeinsam mit Flo V. Schwarz eine emotionsgeladene Hymne im Duett, bei dem ihre Stimmen perfekt miteinander harmonieren. Es ist die erste Zusammenarbeit von Pyogenesis und dem Dark Rock Frontmann aus Hamburg. Im Hinblick auf eine Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten hätte diesem Langeisen ein weiteres Duett dieser Art gut zu Gesicht gestanden.

Survival Of The Fittest legt sogleich im flotten Volbeat Style los. Die Rhythmik dieser tanzbaren Nummer geht sofort in die Beine und verleitet zum lockeren Mitwippen. Mother Bohemia kommt als Melodeath Mix mit Hintergrundchor und viel Drumgeballer daher. Der erste Teil von I Can’t Breathe schlägt dann verträumtere und softe Töne an. Flo V. Schwarz singt dazu mit Inbrunst und viel Herzblut. Im zweiten Part kommen energische Riffs hinzu, die dem Ganzen zusätzlichen Nachdruck verleihen. Bei High Old Times schwelgen Pyogenesis in Erinnerungen an die guten alten Zeiten. Danach beginnt die Schmachtballade Modern Prometheus mit einem stimmungsvollen Akustik-Intro, bei dem ich gedanklich sofort bei Metallicas Fade To Black aus dem Album Ride The Lightning (1984) lande. Die mit viel Hingabe von Flo V. Schwarz und Chris Harms gesungene Hymne erzeugt sofort Feuerzeugalarm – mein persönliches Highlight dieser Scheibe! Flos und Chris Stimme verschmelzen hierbei zu einer Einheit. Will I Ever Feel The Same kommt dann wieder mit einer Mischung aus Melodeath Power und Stadion Rock um die Ecke. Wie schon im ersten und zweiten Teil der Steampunk-Trilogie startet der Höhepunkt zum Schluss. The Capital (A Silent Soul Screams Loud) widmet sich in einem 14-minütigen Epos in drei Sätzen dem wirtschaftskritischen Hauptwerk Das Kapital von Karl Marx. Hierbei ziehen Pyogenesis noch einmal alle Register, die vielschichtigen Facetten zeigen sich mal krachend und düster im Melodic Death Metal Gewand, dann geht es wieder in Richtung Stadion Rock mit liebevollem Leadgefrickel. Ab der fünften Minute sind sanfte Gesangspassagen mit Untermalung eines Frauenchors am Zug. Die Melodie der Leadgitarre verstärkt ab Songmitte die ohnehin schon wehmütige Stimmung. Bevor dieser Part zu lang gerät, beenden ihn Streicher und einsetzende Stromgitarren. Sie läuten das Finale mit heroischen Klängen ein, der kraftvolle Gesang von Flo V. Schwarz setzt dem Rausschmeißer endgültig das Sahnehäubchen auf.

Pyogenesis erreichen den Höhepunkt ihrer Steampunk-Trilogie – ein gelungenes Finale!

Verfügbare Formate:

– Digipak
– Boxset mit 3D-Cover (ltd. Edition 500 Stck.)
– Vinyl gelb (ltd. Edition 250 Stck.)
– Vinyl blau (ltd. Edition 250 Stck.)

Zum dritten Teil ihrer Steampunk-Trilogie kommen Pyogenesis mit ihrer A Silent Soul Tour 2020 zurück auf die Bühnen.

Tourdaten Deutschland
(weitere Termine hier)

21.02.2020 (GER) Bremen
22.02.2020 (GER) Hannover
28.02.2020 (GER) Saarbrücken
29.02.2020 (GER) Osnabrück
06.03.2020 (GER) Hamburg
20.03.2020 (GER) Leipzig
21.03.2020 (GER) Greifswald
04.04.2020 (GER) Siegen
16.05.2020 (GER) Sunrise Festival
21.05.2020 (GER) RAS Vatertach
13.06.2020 (GER) StöfenparkRock
25.07.2020 (GER) München
13.11.2020 (GER) Wiesbaden
14.11.2020 (GER) Bochum
27.11.2020 (GER) Würzburg
28.11.2020 (GER) Chemnitz

Pyogenesis – A Silent Soul Screams Loud
Fazit
A Silent Soul Screams Loud ist nichts für jedermann, aber für echte Fans stellt dieses Album einen echten Leckerbissen dar. Hier macht sich Pyogenesis Potenzial aus nunmehr 28 Jahren Spielerfahrung deutlich bemerkbar. Sie verpassten ihrer Steampunk-Trilogie mit dem gut gelungenen dritten Album den letzten Schliff. Einziger Wermutstropfen ist die für einen Longplayer knappe Spielzeit von 40 Minuten. Vom Songwriting und spielerischen Können her zeigt sich diese Band verdammt vielseitig. Respekt gebührt ihnen zudem, weil alles aus eigener Produktion stammt und sie sich durch niemanden beeinflussen lassen. Wer sie „live on stage“ bewundern möchte, hat dazu in diesem Jahr die beste Gelegenheit. Pyogenesis spielen im Rahmen ihrer A Silent Soul Tour 16 Konzerte in Deutschland.

Anspieltipps: Modern Prometheus, Will I Ever feel The Same und The Capital (A Silent Soul Screams Loud)
Sandra R.
8.8
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