Quiet Riot: Schlagzeug-Legende Frankie Banali ist tot

W.A.S.P. / Quiet Riot-Drummer erlag seiner Krebserkrankung

Der am 14. November 1951 in New York City geborene Frankie Banali war ein US-amerikanischer Rockdrummer, der seine größten Erfolge in der Zeit von 1982 und 2020 mit der Multi-Platin-Metal Band Quiet Riot feierte und deren Manager er auch seit 1994 war. Er stieß 1982 zur Band aus Los Angeles, als diese gerade ihre Wiedervereinigung feierte. Er ist auf insgesamt zwölf Alben der Glam Metaller zu hören, darunter auch auf dem Millionenseller Metal Health (1983), mit dem die US-Rocker die erste Band waren, die mit einem Heavy Metal Album den Platz eins der Billboard-Charts knackten. Das Slade Cover Cum On Feel The Noize erreichte Platz fünf der amerikanischen Single-Charts. Das letzte Album Hollywood Cowboys von Quiet Riot und Frankie Banali erschien 2019.

Weitere große Erfolge feierte er als Schlagzeuger von W.A.S.P., wo Banali mit Pausen von 1989 bis 2004 aktiv war. Mit den Recken um Bandkopf Blackie Lawless spielte er insgesamt sieben Alben ein, erstmals war er auf The Headless Children (1989) zu hören.

Neben diesen beiden Hauptbetätigungsfeldern war Frankie Banali für viele weitere Bands und Künstler der Szene im Einsatz, so trommelte er für den italienischen Gitarristen Alex Masi (Ex-Dark Lord) das Album Attack Of The Neon Shark (1989) ein. Er war Mitglied des gemeinsamen US-amerikanischen Bandprojektes Blackthorne zwischen Graham Bonnet und Bob Kulick, die mit Afterlife (1993) ein Album aufnahmen. Ab 2005 gehörte er zur Band Freakshow von Tony Franklin und Jeff La Bar, die mit Freakshow (2009) ein Album veröffentlichten. 1982 war Banali bei Hughes/Thrall mit an Bord, einem musikalischen Projekt, das vom ehemaligen Deep Purple Bassisten/Sänger Glenn Hughes und Gitarrist Pat Thrall gegründet wurde. Hier war er an dem gleichnamigen Album Hughes/Thrall (1982) beteiligt. Von 1990 bis 1992 gehörte er zur kurzlebigen Heavy Metal Band Heavy Bones, die ihr einziges Album Heavy Bones (1992) auf den Markt brachten und dann die Band mangels Erfolges wieder zu Grabe trugen. 1978 war er in der Spätphase kurzzeitig der Schlagwerker der US-Rocker Steppenwolf, ebenso war er kurze Zeit mit Faster Pussycat aktiv und saß auch bei Billy Idols Hit Mony Mony hinter dem Drum-Kit.

Auch beim Benefiz-Musikprojekt Hear’n Aid, das auf Initiative von Ronnie James Dio im Jahr 1985 entstand, hockte Frankie Banali hinter den Drums und steuerte Backing Vocals zu. Ziel war es, nach dem Vorbild des Band Aid Projektes von Bob Geldorf (1984) ein vergleichbares Projekt in der Metalszene zu etablieren, dessen Gewinne für die Hunger- und Entwicklungshilfe gespendet werden sollten. Laut Dio soll das Projekt innerhalb eines Jahres eine Million US-Dollar eingespielt haben.

Bereits im April 2019 wurde bei Frankie Banali Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, mit der Prognose, dass er wohl nur noch sechs Monate zu leben habe. Er begab sich in Chemotherapie und kämpfte, spielte weiter Schlagzeug bis zum Schluss. Im Sommer 2020 ging es ihm aber wesentlich schlechter und er kam in die Notaufnahme. Nun verlor er am 20.08.2020 im Alter von 68 Jahren den Kampf. Er starb bei seiner Frau Regina und Tochter Ashley.

Seine Ehefrau Regina bestätigte Frankies Tod: „Er lieferte sich bis zum Ende einen inspirierend tapferen und couragierten 16-monatigen Kampf und spielte so lange live, wie er konnte. Die Standard-Chemotherapie funktionierte nicht mehr, und eine Reihe von Schlaganfällen machte die Fortsetzung einer klinischen Studie unmöglich. Er verlor den Kampf schließlich am 20. August um 19.18 Uhr in Los Angeles, umgeben von mir und seiner Tochter“.

Viele Musikerkollegen meldeten sich in den sozialen Netzwerken zu Wort und trauern um einen großen Musiker.

Glenn Hughes: „Traurig, dass mein Bruder Frankie Banali letzte Nacht gestorben ist. Frankie spielte auf dem Hughes/Thrall-Album. Es gab keinen loyaleren, ehrwürdigeren, mutigeren und engagierteren Typen als Frankie. Worte können nicht ausdrücken, wie ich mich fühle“.

Dee Snider: „Wow. Was für ein Tag. So traurig, vom Verlust von Frankie Banali zu hören. Er hat bis zum Ende hart gekämpft. Sein Spiel und sein Rock ’n‘ Roll-Geist werden ewig leben. Frankie, ein New Yorker Kollege, war das einzig Wahre. RIP, mein Freund“.

Mikkey Dee: „Niederschmetternde Nachrichten heute! So ein netter Kerl und angesehener Schlagzeuger in der Welt des Rock ’n‘ Roll. Ruhe in Frieden, Meister Frankie Banali“.

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