Samsara Record Release Show – Dying Empire am 10.05.2020 im Livestream aus der Chemiefabrik, Dresden

Nach der Show noch ein sehr unterhaltsames Interview

Eventname: Samsara Record Release Show

Band: Dying Empire

Ort: Livestream aus der Chemiefabrik, Dresden

Datum: 10.05.2020

Kosten: kostenlos (es wird aber um Spenden gebeten)

Genre: Modern Metal, Modern Melodic Death Metal

Besucher: ca. 60 – 120 Besucher (schwankte während des Streams)

Veranstalter: Dying Empire (https://www.facebook.com/DyingEmpire/)

Link: https://www.facebook.com/events/2696330727311153/

Setliste:

  1. Wrath
  2. The Inner Void
  3. We Are Not Gods
  4. Samsara
  5. Bring The Chaos
  6. Incubus
  7. Impale Your Sun
  8. King Of Nothingness
  9. Pyramid
  10. The Last Goodbye

Viele, vor allem größere, Künstler und Bands verschieben aktuell nicht nur gezwungenermaßen ihre geplanten Shows und Tourneen, sondern auch eventuell bereits angekündigte Veröffentlichungen neuer Alben. Bei Undergroundbands heißt es aber oft „Augen zu und durch“. So auch bei Dying Empire. Für das am 24.04. veröffentlichte Album Samsara war eigentlich eine Releasetour mit Shows im In- und europäischen Ausland geplant. Aber obwohl die Tour natürlich zunächst einmal abgesagt werden musste, haben die Jungs das Album trotzdem rausgehauen. Und nun soll es zumindest eine Releaseshow geben, bei der das komplette Album live gespielt werden soll. Diese Show wird am 10.05. live aus der Chemiefabrik gestreamt, um 18:00 Uhr geht es los.

Abstand halten können die Jungs auf der ziemlich großen Bühne auf jeden Fall, das sieht man aus den drei zunächst mal gewählten Kameraperspektiven sehr gut. Drummer Benner hat eine eigene Kamera, das freut mich als Schlagzeugfan natürlich besonders 🙂 Ohne Worte legen Dying Empire los, aber nachdem sich die Jungs warm gespielt haben, werden wir von Sänger/Gitarrist Gastel begrüßt. Man sieht ihm schon ein wenig an, dass die Situation natürlich ungewohnt ist, aber wir wollen natürlich alle das Beste draus machen. Also geht es, wie auf dem Album Samsara, los mit Wrath, direkt gefolgt von The Inner Void und We Are Not Gods. Da klettert Gastel für das Solo dann auch auf einen der Egoriser, die links und rechts auf der Bühne aufgebaut sind, und wird von der aufschießenden Nebelsäule fast komplett verhüllt.

Nach dem Titeltrack Samsara sind die Jungs dann wohl endgültig auf Betriebstemperatur, Gastel ist es jedenfalls auch ohne Publikum und nur mit dem Team in der Chemiefabrik richtig warm geworden. Bei der Gelegenheit darf dann auch ein kurzer Hinweis erlaubt sein, wie man sowohl Dying Empire als auch die Location unterstützen kann. Mit Bring The Chaos ist dann auch die Hälfte der Songs von Samsara gespielt. Wie Gastel jetzt erzählt, hat man sich für dieses Album richtig viele Gedanken gemacht und wollte sich auch mal experimentierfreudig zeigen. Der Beweis folgt auf dem Fuße, denn das folgende Incubus ist tatsächlich eine Power Ballade par excellence. Steht den Jungs aber gut.

Bei Impale The Sun gibt’s dann ein paar technische Probleme, der Ton setzt immer wieder aus, irgendwann laufen Bild und Ton dann auch nicht mehr parallel. Das kriegt das Team von der Technik aber schnell in den Griff, und ab King Of Nothingness gibt es dann sogar mal andere Kameraperspektiven und auch Nahaufnahmen der drei Mitglieder der Saitenfraktion; danke dafür an das Team vor Ort! So kann man dann auch mal Mag bei einem seiner Soli direkt auf die Finger schauen oder Panzer beobachten, wie er hochkonzentriert und scheinbar problemlos zwischen fiesen Growls und Klargesang wechselt.

Schon steht mit Pyramid der vorletzte Song des Albums an, Gastel zählt noch einmal alle Möglichkeiten auf, die Band zu unterstützen „guckt Euch die Videos an, streamt die Songs, und vor allem vergesst uns nicht!“. Passenderweise heißt der letzte Song The Last Goodbye, Gastel weist noch auf das folgende Q&A hin, dann räumen Dying Empire nach einer Stunde Livestream die Bühne, und es geht zunächst mal in die Umbaupause. Die nächsten Livestreams aus der Chemiefabrik stehen an, aber für die Fragerunde bleibt noch Zeit. Die besteht dann auch ungefähr zur Hälfte aus Fragen der Fans. Die waren nach dem Aufruf von Dying Empire tatsächlich sehr kreativ und haben die Jungs ordentlich gelöchert.

Die erste Frage lautet natürlich „Wie war’s?“, und wie nicht anders zu erwarten, kann Gastel nur sagen „Komisch“. Jeder Künstler und jede Band lebt natürlich vom Feedback des Publikums, und das hat, laut Gastel, heute definitiv gefehlt, wenn auch das in der Chemiefabrik anwesende Team nach jedem Song applaudiert hat. Nach einer kurzen Bandvorstellung und einigen Informationen, worum es in den Songs von Samsara geht, erzählt Gastel, dass aktuell geplant ist, die Tournee im kommenden Jahr nachzuholen. Natürlich hatten die Jungs ihre privaten Zeitpläne an die ursprünglichen Termine angepasst, und auch finanziell war die Tournee ein fester Posten im Plan. Der ist natürlich, da in diesem Jahr ungefähr 50 Konzerte fehlen, mächtig in die Knie gegangen.

Da man jetzt aber natürlich viel Zeit hat, arbeitet man bereits an neuen Songs und will wohl auch in diesem Jahr noch einmal zu Lars Rettkowitz ins Studio gehen, um auch einige Songs im Akustikgewand einzuspielen. Das Album Samsara wurde ja bereits von Lars produziert, wobei Gitarren und Schlagzeug in den Homestudios eingespielt wurden, und die Tonspuren dann an Lars geschickt wurden. Für den Gesang ging’s aber ins Studio, und Gastel erzählt, dass Lars ihn gesangstechnisch schon sehr gefordert habe, was dem Album auch definitiv gut bekommen sei. Der vorher sehr optimistische Zeitplan, dass man „mal eben“ die zehn Songs einsingt, war ziemlich schnell ad absurdum geführt, es habe teilweise fast einen ganzen Tag gedauert, bis Lars zufrieden war. Aber dass Dying Empire auch weiterhin mit Lars produzieren wollen, beweise ja, dass man auch mit ihm und seiner Arbeit sehr zufrieden sei.

Zum Album Samsara gibt es noch kein Merch, das wird aber natürlich noch produziert und wird dann spätestens zur Tournee, wahrscheinlich schon früher, fertig sein. Hier haben Dying Empire umgeplant und lokale Unternehmen mit der Produktion beauftragt. Und um noch einmal auf den Entstehungsprozess von Samsara zurückzukommen, erläutert Gastel, dass bezüglich der Themen vorher verschiedene Brainstormings stattfinden. Hier ist es nicht nur schwierig, die verschiedenen musikalischen Einflüsse der Bandmitglieder unter einen Hut zu bekommen, auch die groben Textentwürfe durchlaufen einige Diskussionen. Schlussendlich schreibt dann Mag alle Texte.

Sehr kurzweilig geht es weiter im Fragenmarathon, natürlich gibt es bei Dying Empire überwiegend positive und erinnerungswürdige Live-Erfahrungen, aber auch peinliche Momente mussten die Jungs schon durchstehen. Und so, wie viele andere Bands auch, würden die Jungs natürlich gern mal als Supportband mit einem etablierten Act auf Tour gehen oder auf einem der großen Open Air Festivals spielen, z. B. auf dem Summer Breeze. Auch die kleine Runde „Entweder – Oder“ ist, da ja nur Gastel teilnimmt, schnell durch. So geht dann dieser Livestream mit seinen abschließenden Worten „Danke fürs Zugucken, vergesst uns nicht!“ pünktlich zu Ende.

Ich hatte mich ja schon bei einigen Livestreams gefragt, wie man als Künstler/-in oder Band damit umgeht, dass es natürlich ohne Publikum kein direktes Feedback, keine Anfeuerungsrufe und keine Reaktionen gibt. So ein ganz klein wenig Licht hat Gastel da jetzt rein gebracht, und auch Dying Empire haben definitiv das Beste aus dieser Situation gemacht. Abgesehen von den kurzen Tonproblemen kann ich aber nicht meckern. Die Chemiefabrik ist augenscheinlich eine sehr coole Location, und insgesamt hat das Team vor Ort die Jungs von Dying Empire ins rechte Bild gesetzt und auch einen guten Ton geliefert.

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