Sabiendas – Repulsive Transgression

Traditionelle Death Metal Walze aus dem Ruhrpott

Artist: Sabiendas

Herkunft: Recklinghausen, Deutschland

Album: Repulsive Transgression

Genre: Death Metal

Spiellänge: 38:59 Minuten

Release: 22.05.2020

Label: Massacre Records

Link: http://www.sabiendas.com

Bandmitglieder:

Gesang – Jan Edel
Gitarre – Alexandra Rutkowski
Gitarre – Christian Eichberger
Bass – F.T.
Schlagzeug – Toni Merkel

Tracklist:

1. Intro
2. The Human Centipede
3. General Butt Naked
4. Savagery And Bloodthirst
5. Served Cold
6. The Siege
7. The Grey Man
8. Zombified
9. Divine Manhunt
10. Dungeon Keeper

Brutaler Old School Death Metal gibt es aus Recklinghausen in Gestalt von Sabiendas. Das erste Mal persönlich live erlebt habe ich die Band 2017 beim Masters Of The Underground in Andernach.
Die Band aus dem Ruhrpott ist seit 2006 ein Death Metal Ungestüm im deutschen Underground und kann nun mit Repulsive Transgression nach Restored To Life (2013) und Column Of Skulls (2015) den dritten Longplayer vorweisen. Im Herbst letzten Jahres kam die Ankündigung, dass man mit Massacre Records einen Labeldeal abgeschlossen hat und im Frühjahr 2020 ein neues Album erscheinen soll. Repulsive Transgression ist ab dem 22.05.2020 als CD verfügbar. Ein wenig schade finde ich, dass kein Vinyl zu erhalten ist. Mal schauen, vlt. kommt da ja noch was.

Sabiendas servieren uns auf Repulsive Transgression bösen und harten Death Metal. Da jagt ein Riffgewitter das andere. Das Quintett, mit Alexandra und Cristian an den Gitarren, macht das auf seinem Album sehr stark. Zehn Jahre im gleichen Line-Up zu spielen macht sich hier bemerkbar und so klingt das Album richtig rund. Neben den beiden Gitarristen fällt das druckvolle Zusammenspiel der Rhythmusfraktion auf. Jan an den Voices tut sein Übriges mit eindrucksvollen Growls.

Obwohl auf Repulsive Transgression eine Death Metal Walze nach der anderen aufgefahren wird, wirkt das Album ziemlich eingängig und rund. Da hat man sich nach dem letzten Album Column Of Skulls richtig Zeit genommen und nichts überstürzt. Die Songs sind alle zwischen vier und fünf Minuten gehalten. Sie beschäftigen sich mit Verbrechen, Tabubrüchen und Abweisungen. Diese Themenstellungen jagen im Schweinsgalopp à la amerikanischer Death Vorbilder durch das Album. Extreme Music For Extreme People.

Das Intro, welches ins Album einführt, hätte ich zwar jetzt nicht gebraucht, es führt jedoch mit einer gewissen Theatralik in das Werk ein. Neben den bereits erwähnten Inhalten finden wir einige Bezüge zu Klassikern der Literatur und zu modernen Horrorfilmen. So ist The Human Centipede (Der menschliche Tausendfüßler) bereits eine Hommage an einen Horrorfilm, der in Deutschland wohl nur wenigen ein Begriff ist, international jedoch mit großem Echo angenommen wurde.

Ich gleichen Stil geht es weiter. Wenn entgegen besseren Hörens The Human Centipede bei dem einen oder anderen Death Metaller noch nicht gezündet haben sollte, dann doch spätestens bei General Butt Naked. Der volle Sound, den die beiden Gitarren da abreißen, ist allzu göttlich.

So geht es in Dampfwalzenmanier durch das gesamte Album. Die Songs sind technisch versiert, ohne jedoch in dieses Metier ausufern zu wollen. Die geballte Wucht des Old School Death Metal ist das Handwerk von Sabiendas. Auf allzu feine und verspielte technische Frickeleien lässt man sich nicht ein. Die massive Death Metal Walze gehört zu den Skills der Band. Immer bitterböse und gnadenlos. Das Ganze kalt serviert, also Served Cold, wie der gleichnamige Song. Da gibt es zwar eine Belagerung (The Siege), Gefangene werden jedoch keine gemacht.

Die Art und Weise, wie Sabiendas auf dem vorliegenden Album brutal und unnachgiebig vorgehen, hätte ich in diesem Ausmaß nicht erwartet. Ich stelle fest, dass Repulsive Transgression die Erreichung einer neuen Entwicklungsstufe für die Band darstellt. Ein Hammersong folgt dem anderen. Kaum Zeit zu Verschnaufen, höchstens einmal, wenn die Gitarren ein Lead hinzufügen.

Wir sind dann kurzweilig und sehr schnell durch bis zum letzten Song Dungeon Keeper. Auch der Hüter des Kerkers schafft es nicht, Sabiendas in Schach zu halten. In diesem Song geht es nicht um das bekannte Videospiel Dungeon Keeper, sondern um Josef Fritzl, einem rechtskräftig verurteilten österreichischen Straftäter, der seine Tochter von 1984 bis 2008 in einer unterirdischen Wohnung gefangen hielt. Während dieser Zeit missbrauchte und vergewaltigte er sie vielfach und zeugte mit ihr insgesamt sieben Kinder.

Die Releaseshow zum Album sollte eigentlich am 23.05.2020 im Helvete in Oberhausen stattfinden. Ob diese jedoch stattfindet, dürfte aufgrund der aktuellen Corona-Situation fraglich sein.

Sabiendas – Repulsive Transgression
Fazit
Sabiendas haben mit Repulsive Transgression die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Eine brutale und unnachgiebige Death Metal Walze in Old School Manier zertrümmert, ohne zu Verschnaufen, alles. Es gibt keine Spielchen, Sabiendas sind entfesselt und nicht aufzuhalten.

Anspieltipps: General Butt Naked, Served Cold und The Siege
Juergen S.
9.4
Leser Bewertung10 Bewertungen
8.3
9.4
Punkte
Weitere Beiträge
Phobophilic – Undimensioned Identities (EP)