Bands: Overtorture (Death Metal aus Schweden), Nailed To Obscurity (Progressive Death Metal aus Esens), Epitome (Modern Metal aus Paderborn) und Krow (Death Metal aus Brasilien)

Location: JUZ Schlachthof in Aurich

Location – Homepage: http://www.juz-aurich.de/Website/Home.html

Datum: 14.09.2013

Kosten: VVK: 6,00 € / AK: 10,00 €

Besucher: ca. 180

Veranstalter: LUCA Events

Veranstalter – Homepage: https://www.facebook.com/LUCAEvents?fref=ts

Beim Schlachtfest in Aurich kann man schon von Tradition sprechen, denn an diesem Wochenende geht die Konzertreihe in ihre zwölfte Runde und hat wieder Leckerbissen für die Death Metal-Fans der Region parat. Mit Nailed To Obscurity geht eine der angesagtesten Bands der ostfriesischen Szene an den Start, um ihr neues Album noch vor dem offiziellen Veröffentlichungsdatum vorzustellen. Die Label-Kollegen von Apostasy Records – die Skandinavier Overtorture aus Schweden – fungieren im Zuge ihrer Tour als Headliner. Unterstützt werden sie von den Brasilianern Krow und dem Opener Epitome aus Nordrhein-Westfalen.

Als Epitome die Bretter im Schlachthof entern, ist die Hütte bereits gut gefüllt. Wie schon auf dem Metal4Splash 2013, wo ich persönlich die Kombo das erste Mal gesehen habe, können die Paderborner durch moderne Einschläge punkten, die nicht wie bei vielen anderen Bands extrem überzogen werden. Bodenständig und mit dem Hang zum Gespür für ballernde Riffs, kernige Vocals und tanzbare Elemente, wissen sie als Opener die ostfriesische Meute vor der Bühne zu binden. Teilweise lassen sich die Headbanger schon zu leichten Nackenaufwärmübungen hinreißen oder bringen andere Körperteile auf Betriebstemperatur. David, Chris, Weiland, Matthias und Patrick können zufrieden sein, denn als Opener haben sie überzeugt und dürften positiv im Gedächtnis der norddeutschen Szene geblieben sein, auch wenn sie keinen Death Metal gespielt haben.

Krow kommen aus Brasilien und machen Death Metal, richtig was darunter vorstellen kann man sich unter der Formation jedoch nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass die Truppe echt Feuer unterm Arsch hat. Guilherme Miranda am Mikrophon und an der Gitarre sorgt zusammen mit Lucas The Carcass für einen dichten Sound, der durch treibende Bassläufe verstärkt wird. Knallhartes Drumming lässt es nur so im Schlachthof scheppern, während sich die Tanzfläche von Song zu Song weiter füllt. Mit Interesse wird begutachtet, was die Südamerikaner auf dem Kasten haben. Die Mixtur, die Krow erzeugen, liegt irgendwo zwischen Deserted Fear, Sterbhaus und einer kleinen Priese Cripper, wenn man die Musik überhaupt einsortieren möchte. Ohne Bedenken kann man Krow, die ohne große Mühe gut beim Auricher Publikum angekommen sind, als Liveact weiterempfehlen.

Am vollsten wird es heute nicht beim Headliner Overtorture, sondern bei der Pre-Release Show zum neuen Opaque-Album von Nailed To Obscurity, die mittlerweile über die ostfriesischen Grenzen bekannt sind. Nach monatelanger Abwesenheit und Line-Up-Wechsel am Mikrophon durch Raimund Ennenga sind die heimischen Fans heiß auf die Neuausrichtung der Band und drängen sich dicht vor die Bühne. Kaum losgelegt, wird schnell klar, dass sich Nailed To Obscurity extrem weiterentwickelt haben. Das Bühnenbild ist professionell, der Bewegungsablauf der einzelnen Musiker passt stimmig zusammen und der neue Frontmann Raimund Ennenga weiß sich als Einheizer zu behaupten. Weitere Überraschung: Nailed To Obscurity zocken alle Stücke des kommenden Opaque-Albums in Originalreihenfolge herunter – ein besseres Bild von der neuen Kunst kann man sich als Fan gar nicht machen, kein Wunder, dass sich viele der Anwesenden die Chance nicht nehmen lassen, das Album eine Woche vor dem offiziellen Verkaufsstart bei der Band zu erwerben. Wer auf Dark Tranquility und Insomnium steht, sollte auf der Deutschlandtour im Herbst die Chance nutzen, um die Ostfriesen live zu erleben – ihr werdet nicht enttäuscht sein, wenn ihr auf melodischen Death Metal mit einem Doom-Einschlag steht!

„Enttäuscht sein“ ist ein gutes Stichwort: Overtorture haben sich den letzten Gig in Deutschland sicher ein wenig anders vorgestellt als vom Co-Headliner Nailed To Obscurity an die Wand gespielt zu werden. Ganz so dramatisch ist es auch nicht, lediglich die Stimmung in der Meute wird auf normales Niveau heruntergefahren, was mit Sicherheit nicht an den Schweden liegt, die vielleicht vor Nailed To Obscurity hätten spielen sollen. Mit ihrem gelungenen Album At The End The Dead Await aus dem Frühjahr 2013 gehen Overtorture an den Start. Coldworker am Gesang, Grave an Gitarre und Bass und The Ugly am Schlagzeug, wissen wo der Hammer hängt. Noch knapp 100 der einstigen 180 Death Metal-Liebhaber feiern Overtorture, die sich nicht lumpen lassen. Schwedisch kühl wird der Todesbrei angerührt, ohne dabei an eigener Schärfe zu verlieren. Ein wirklich runder Abschluss eines durch die Bank weg starken Line-Ups. Und all das für gerade einmal sechs bzw. zehn Euro.

Stammente Raimund Ennenga / Nailed To Obscurity:
Das nunmehr 12. Schlachtfest war ein rundum gelungener Abend. Nachdem ich vor ziemlich genau einem Jahr auf dem Schlachtfest X mit Burial Vault aufgetreten bin, dachte ich, ich wüsste, was mich erwartet. Aber in diesem Jahr wurde mein ohnehin begeisterter Eindruck noch mehr als übertroffen. Ein grandios gut aufgelegtes Publikum, eine durch LuCa-Concerts von vorne bis hinten perfekt durchorganisierte Veranstaltung und eben die geniale Location als solche haben den Abend für Bands und Fans zum Erlebnis gemacht und erneut unterstrichen, dass der Schlachthof in Aurich die (!) beste Location für Metal im Raum Ostfriesland ist! Restlos begeisterte internationale Bands aus Brasilien (Krow) und Schweden (Overtorture) sowie
Hochkaräter aus deutschen Landen (Epitome aus Paderborn) und wir als Lokalmatadore (Nailed ToObscurity) wurden gleichermaßen Backstage behandelt und vom Publikum frenetisch gefeiert. Wer nicht dabei war, ist selber schuld!

Fazit Rene: LUCA Events beweisen wieder ein gutes Händchen für klasse Bands, die man für schmales Geld zu sehen bekommen kann. Zudem lädt die gemütliche Location immer wieder zum Feiern ein. Das Schlachtfest im Herzen Ostfrieslands, welches mit dem halbjährlichen Intervall genau die richtige Frequenz gefunden hat, ist bereits fest in Ostfriesland etabliert. Direkte Highlights möchte ich bei dem ausgewogenen Line-Up gar nicht nennen, auch wenn Nailed To Obscurity den Abend klar für sich entscheiden konnten. Gewinner des Abends ist die gesamte ostfriesische Szene, die immer mehr konkurrenzfähige Newcomer ins Rennen schicken und gleichzeitig Events wie das heutige nicht nur etablieren sondern positiv ausbauen kann!

Fazit Arkona: Der Veranstalter konnte den Gästen ein ausgewogenes Line-Up bieten und auch die Location sowie die günstigen Getränkepreise (1,50 € für ein Bier) sprachen für sich. Dem Opener Epitome aus Paderborn gelang es bereits zu Beginn für gute Stimmung zu sorgen, während Nailed to Obscurity, die nach jahrelanger Abstinenz ihr neues Album Opaque den frenetischen Anhängern vorstellten, ein echtes Highlight waren. Ein wirklich gelungener Abend!

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