The New Roses: Einmal mehr eine rockige Explosion im Norden!

“Einmal mehr eine rockige Explosion im Norden!“

Eventname: One More For The Road 2017

Headliner: The New Roses

Vorband: Supernova Plasmajets

Ort:
Albatros, Bordesholm

Datum: 07.10.2017

Kosten: 22 € AK, 18,20 € VVK

Genre: Southern Rock, Hard Rock

Besucher: ca. 360

Veranstalter: Albatros Bordesholm

Link: http://www.albatros-bordesholm.de/home.html

 

http://www.thenewroses.com/

  1. Supernova Team
  2. Hangin‘ On My Lips
  3. Faster
  4. Fallin‘ Backwards
  5. Tell It To My Heart
  6. Feel Your Fear
  7. Hold You Close
  8. Turn Off The Lights
  9. Leave Forever
  10. Nothing‘s Gonna Stop Me Now

  1. Every Wild Heart
  2. Forever Never Comes
  3. Dancin’ On A Razor Blade
  4. 2nd 1st Time
  5. Gimme Your Love
  6. For A While
  7. Dead Man’s Voice
  8. Long Way
  9. Whiskey Nightmare
  10. Drift Away (Acoustic)
  11. Life Ain‘t Easy (For A Boy With Long Hair)
  12. She’s Gone
  13. Ride With Me
  14. My Own Worst Enemy
  15. One More For The Road
  16. Thirsty
  17. Without A Trace
  18. Devil’s Toys
  19. Old Time Rock And Roll

Heute geht es zum zweiten Mal zu den Rosen ins Albatros in Bordesholm. Immerhin hat hier vor knapp zwei Jahren unsere Begeisterung für die Jungs der The New Roses begonnen. In der Zwischenzeit haben wir sie bereits mehrfach gesehen, zuletzt gestern Abend im ausverkauften Logo in Hamburg. Heute sind wir im Auftrag unseres Magazins da und ich freue mich, über diese sympathische Band schreiben zu dürfen. Bevor es kurz vor 21:00 Uhr losgeht, genießen wir im angeschlossenen Steak Haus des Albatros die leckeren Burger. Der Einlass heute ist für 19:30 Uhr geplant, aber da das Wetter sich von seiner doch sehr regnerischen Seite zeigt, öffnet der Saal früher seine Pforten. Der Zutritt erfolgt wie immer vollkommen unproblematisch und Chef Kolja Schwarten begrüßt fast jeden persönlich. Man kennt sich hier, da es immer wieder kleinere und größere feine Konzerte gibt. Die Location hat in den letzten Jahren technisch und räumlich aufgerüstet und so haben Bands oder Einzelkünstler ein gut ausgestattetes Licht- und Soundequipment zur Verfügung. Die Halle ist kurz nach Sieben noch nicht so voll und dadurch haben wir die Möglichkeit von den Supernova Plasmajets Autogramme auf deren ersten CD Supernova Plasmajets zu bekommen. Die noch recht junge Band kommt aus Mannheim und existiert in dieser Besetzung seit 2014. Alle sind sehr aufgeschlossen und so plauschen wir, bis sie sich für ihren Auftritt stylen müssen. Nebenan steht auch schon Hardy, der Bassist der New Roses. Er ist sich nicht zu schade, am Merch-Stand zu stehen und zu verkaufen. Für die Truppe geht es aber gleich noch mal ins Hotel, da sie bis zum Auftritt noch Zeit haben. Schlagzeuger Urban Betz ist auch leicht an der Schulter lädiert und versucht durch eine Massage für den Auftritt schmerzfreier zu werden.

Wir gehen an die Bühne, um einen guten Platz zu ergattern. Das ist unproblematisch – anders als gestern im Logo. Der Hamburger Club war ausverkauft und somit das Gedränge wesentlich größer. Außerdem war gestern in bester Wacken-Mosh-Manier der Aufenthalt vor der viel niedrigeren, gerade mal kniehohen Bühne eine Herausforderung für die Standfestigkeit. Im Rücken wurde Pogo getanzt und auch der eine oder andere Crowdsurfer war zu beobachten. Das Kondenswasser tropfte von der sehr niedrigen Hallendecke und der gesamte Auftritt war sehr schweißtreibend für alle Protagonisten. Heute, im etwas kühleren Norden, geht es entspannter vonstatten. Somit ist direkt vor der Bühne etwas mehr Platz und lässt den Fotografen Bewegungsfreiheit. Einen Fotograben, wie bei den meisten Locations, gibt es nicht. Die Band hat keine Allüren oder Angst. Sie lebt von den Emotionen und der Nähe zu den Fans.
Von den guten Bildern, Norbert Czybulka sei Dank, könnt ihr euch im Artikel und in der Galerie selbst überzeugen. Auch auf Facebook ist eine gute Zusammenstellung zu bewundern. https://www.facebook.com/groups/568996499821179/

Frontfrau Jennifer Crush von den Supernova Plasmajets.

Manni McFly von den Supernova Plasmajets.

Pünktlich um 20:30 Uhr beginnt der Auftritt von den Supportern Supernova Plasmajets. Frontfrau Jennifer Crush überrascht durch einen sehr kleidsamen, geschnürten Latex-Leder-Hotpants-Hosenanzug. Die mit Laufmaschen versehene Stumpfhose steckt in mit Nieten besetzten High Heels. Sie ist kaum wiederzuerkennen. Vorhin stand sie am Merchandising-Stand in Jeans und Pulli, ungeschminkt und nicht zurechtgemacht. Da dachte ich erst, sie wäre ein normaler Gast. Gitarrist Randy Stardust trägt jetzt die Haare offen mit einem Stirnband und könnte gut in die Glamrock-Zeit der Achtziger verfrachtet werden. Aber genau das ist beabsichtigt. Der Stil der Plasmajets hat ein wenig aus unterschiedlichen Epochen. Modern interpretierter Hard Rock, der, gepaart mit Einflüssen der 80er und 90er und einer Prise Zukunftsmusik, eine erfrischende Stilrichtung bietet. Mit Supernova Team, erster Song des knapp dreiviertelstündigen Sets, zeigt sich, wo es langgeht. Jennifer Crush shoutet ins Mikro, dass es eine Freude ist.

Cliff Bourbon spielt mitten im Publikum…

Zweiter Gitarrist, Manni McFly auf der rechten Bühnenseite, bearbeitet die Klampfe mit aller Macht und Wirbelwind Cliff Bourbon ist am Bass kaum zu stoppen. Er ist überall und nirgends und spielt auch schon mal direkt im Publikum. Man merkt der jungen Truppe ihren Spaß am Spiel an. Songs wie Hangin‘ On My Lips oder Fallin‘ Backwards begeistern das Publikum, welches angesteckt von dieser Spielfreude voll mitgeht. „Hardt-Kohr“ Fan Carsten aus Hannover, der war gestern in Hamburg auch schon mit von der Partie, feuert alle noch mehr an und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er in der ersten Reihe steht und abgeht wie ein Zäpfchen. Am liebsten stünde er selbst auf der Bühne, um mitzurocken. Wir haben schon vorher mit ihm geschnackt und ihn als sympathischen Zeitgenossen kennengelernt.

Auf die Bühne geholt…

Alexis Rose von den Supernova Plasmajets.

Nach dem Cover Tell It To My Heart kommt mit Feel Your Fear mein persönlicher Favorit. Beim nächsten Titel kommt Jennifer nochmals zum Zuge und kann zeigen, dass sie nicht nur laut und wild singen kann, sondern auch ruhig und sinnig. Der Track Hold You Close beginnt mit einem leichten Piano und steigert sich zu einer soliden, fetten Mid-Tempo-Nummer. Im Anhang stelle ich das dazugehörige Video mit ein. Die letzten drei Songs gehen dann wieder richtig ab. Bei Leave Forever werden unzählige Zuschauer mit auf die Bühne geholt. Vorweg Carsten, der dann auch mit Jennifer gemeinsam ins Mikro singt. Schlagzeuger Alexis Rose liefert aus dem Hintergrund den richtigen Wums. Leider ist nach dem Song Nothing‘s Gonna Stop Me Now Schluss. Der letzte Titel könnte auch als Omen dienen. Keiner kann mich stoppen. Hier wächst eine spannende Combo in dem hart umkämpften Markt heran.

Timmy Rough – The New Roses

Hardy – The New Roses

Die recht kurze Umbaupause nutzen wir, um am schwer umlagerten Getränkestand an ein Kaltgetränk zu kommen. Das dauert, da diese Idee viele der weit über dreihundert Gäste auch haben. Um 21:45 Uhr fangen dann The New Roses an. Der Platz vor der Bühne ist enger geworden, aber kein Vergleich zum gestrigen Abend, ein Durchkommen ist immer möglich und auch der Druck von hinten nach vorn entfällt hier. Somit steht einem ungetrübten Konzertabend nix im Wege. Timmy Rough fängt gleich mit unverwechselbarer Reibeisenstimme an, Every Wild Heart zu intonieren. Das Hemd offen, die Sechssaitige umgehängt, der obligatorische Schlüssel an der Kette auf nackter Brust. Da werden die Mädels in der ersten Reihe schon schwach. Ohne große Pause geht’s weiter mit Forever Never Comes und Dancin‘ On A Razor Blade. Diese beiden Songs sind von der aktuellen CD One More For The Road, nach der auch diese Tour benannt ist.

Urban Berz – The New Roses

Hardy, rechts stehend mit dem tiefhängenden Bass, und der im Hintergrund agierende Schlagzeiger Urban Berz liefern bei allen Stücken die fette Basis. Auf der linken Bühnenseite hat Norman Bites sein Revier und lässt in bester Gitarristenmanier die lange Mähne beim rasanten Fingerspiel auf den Saiten der Gibson fliegen. Das machen sie alles schon sehr professionell, ohne dabei gekünstelt oder routiniert zu wirken. Auch hier merkt man den vieren die unzähligen Shows an, die sie in den letzten Jahren hinter sich gebracht haben.

Norman Bites – The New Roses

Trotzdem ist hier keine Ermüdung feststellbar und sie spielen leicht und locker auf. Wir haben nun den direkten Vergleich mit dem Auftritt von vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Auch damals war es ein toller Auftritt, aber es ist diesmal etwas perfekter, etwas runder. Nicht falsch verstehen. In den letzten zwei Jahren haben sie immer gute Shows abgeliefert, aber die positive Weiterentwicklung ist deutlich zu spüren. Timmy´s Ansagen zwischen den Stücken sind passend und situationsbedingt. Das macht auch einen guten Auftritt aus, so wird auch Augenkontakt zu den Fans aufgenommen und oftmals ist ein Wiedererkennen zu sehen. So etwas gibt dem Zuschauer das Gefühl zur Familie zu gehören.

Von der ersten CD Without A Trace stammen die folgenden 3 Titel. Die Stücke wirken noch etwas sperriger, haben aber ihren angestammten Platz in der Setlist. Timmy wird es nicht müde zu fragen, ob wir bereit sind für die Rock’n’Roll Party, die schon längst in vollem Gange ist. Der Saal ist so was von bereit, dass auch bei den nächsten Stücken der zweiten regulären CD Dead Mans Voice alles klatscht und gerade bei It‘s A Long Way auch die Gesangskünste getestet werden.

Die Nähe zum Publikum ist exentiell.

Es klappt. Das zeigt, dass die Songs bekannt sind und entsprechend mitgesungen werden können. Inzwischen ist auch hier die Betriebstemperatur gestiegen. Das merkt man deutlich an den zunehmenden Schweißperlen auf den Stirnen der Akteure. Nichtsdestotrotz wird voller körperlicher Einsatz geboten. Norman treibt sich und seine Gibson Flying V zu Höchstleistungen und das eine oder andere feine Solo kommt dabei raus. Nach Whiskey Nightmare kommt die akustische Einlage. Norman und Timmy stehen allein auf der Bühne, nur mit den Western Gitarren bewaffnet. Sie spielen eine tolle Version von Drift Away, der von Mentor Williams 1972 komponiert wurde. 1973 hat Dobie Gray damit einen Billboard Hit erreicht. Diese heutige Version ist schon sehr beeindruckend und es scheint, als wäre sie für Timmys Stimme geschrieben worden. Vielleicht funktioniert der Link, dann gibt’s den Eindruck.

https://www.facebook.com/julia.boge.58/videos/10209406852960465/?multi_permalinks=1174809609329432&comment_id=1175047409305652&notif_id=1507621259312687&notif_t=feedback_reaction_generic

Frontfrau Jennifer Crush kam zur Roses-Zugabe „unmasked“ auf die Bühne.

Nach der kurzen Pause für die Rhythmus Sektion, kommt ein oft im Radio gespielter Titel, Life Ain’t Easy (For A Boy With Long Hair). Auch hier merkt man den Bekanntheitsgrad der neuen Scheibe, denn die stieg direkt in die Charts ein und erreichte einen bemerkenswerten Platz unter den Top 20. Die folgenden Stücke sind dann wieder locker aus dem Repertoire zusammengestellt. Der folgende Titeltrack der neuen CD One More For The Road wurde bereits Anfang des Jahres vorgestellt und war fester Bestandteil im Zugabenblock. Schon damals wurde dadurch die Lust auf die neue Scheibe entfacht. Diese wurde dann zu Recht von der Presse gelobt und in unserem Soundcheck lag sie ebenfalls weit vorne.  (https://time-for-metal.eu/the-new-roses-one-more-for-the-road/ ). Im gestrigen Set wurde hiernach Schluss gemacht. Es folgte der Zugabenteil, bestehend aus Thirsty, Without A Trace und Devil’s Toys. Heute geht das eher schleichend ineinander über, sodass nicht von einer Zugabe gesprochen werden kann. Das ist aber voll egal, denn hier geht es ja darum, die Musik zu genießen. Während die Band nach One More For The Road die Bühne verlässt und der Refrain von den Zuschauern in Dauerschleife gesungen wird, gesellen sich die Plasmajets, unterdessen „unmasked“, mit auf die Bühne, bis die Jungs wiederkommen und den Rest des Sets spielen.
Im Laufe des Aufritts stellen sich auch immer mehr die weiblichen Gäste in die erste Reihe, um dann die, zumindest bei Timmy und Urban, entblößten Oberkörper zu bewundern. Die glänzenden Augen und das leicht süffisante Grinsen lässt ahnen, dass die Herzen hier höherschlagen. Wir Kerle sind da eher an der rasanten Performance und dem kraftvollen lauten Spiel interessiert. Urban Bertz merkt man am Ende des Gigs an, dass er in der Schulter Schmerzen hat. Später erwähnt er, dass er wohl am Vorabend, da war es noch wärmer, aus dem nassen Shirt nicht heraus kam und so Zug bekommen hat. Aber tapfer durchgehalten und das Publikum dankt es mit tosendem Applaus. Leider ist irgendwann alles vorbei und so beschließt traditionell Old Time Rock‘n‘Roll von Bob Seeger diesen Abend.

Drift Away als Akustik-Set.

Nach einer kurzen Zeit kommen dann die Jungs, frisch gewandet, in die Halle um mit den verbliebenen Gästen zu plaudern. Auch das hat in der Vergangenheit schon immer einen hohen Stellenwert gehabt, denn hier kann die Nähe zu den Fans für treue Fans sorgen. Bilder, Gespräche, natürlich Autogramme und auch der Verkauf von Fanartikeln kommen nicht zu kurz. Auch das ist ein wichtiger Bestandteil, denn vom Merch-Verkauf profitiert die Band direkt. Die Gagen sind noch nicht so üppig, dass davon sorglos gelebt werden kann. Gerade für Support Bands ist dies eine wichtige Einnahmequelle. Da die Rosen heftig umlagert sind, nutzen wir die Gelegenheit mit den Supernovas zu reden. Das ist schon recht spannend, denn Randy Stardust erwähnt, dass sie eine Anfrage aus Übersee, und zwar Japan erhalten hätten. Da laufen ihre Songs im Radio und es scheint ein hohes Interesse zu bestehen, die Truppe über den Teich zu bekommen. Mal sehen, ob das klappt, denn immerhin haben alle noch einen festen Job. Wir verabreden uns mal für ein lockeres Treffen, wenn wir in die Nähe von Mannheim kommen. So wird es dann doch nach ein Uhr morgens, bevor wir endlich nach Hause fahren.

Ein gelungener Abend in einer klasse Location mit supertollen Begleiter/innen – eine junge, gut aufgelegte Vorband, der man die Freude an der Musik und an dem was sie da abliefern anmerkt. Hier ist junger unverbrauchter Enthusiasmus verquickt mit dem Spaß am Performen auf der Bühne. Dann eine unermüdlich tourende Band, die sich durch Fleiß, klasse Songs und einen starken Willen einer immer größeren Beliebtheit erfreuen darf. Dadurch dürfte eigentlich einem noch größeren Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Ich würde es ihnen gönnen. Die Aufmerksamkeit der Presse haben sie ja auch bereits und so waren sie zum Release von One More For The Road in allen großen Magazinen vertreten. Wir freuen uns darauf, sie bald mal wieder zu sehen, ihre tolle Musik abzufeiern und ein paar Worte mit den Vieren aus Wiesbaden zu wechseln.

Für Time For Metal waren vor Ort: Maren Jansen, Kay Ledderer und Norbert Czybulka.

Kommentare

Kommentare

180Followers
382Subscribers
Subscribe
15,929Posts