Why does the chicken cross the road?“

Headliner: The Flatliners

Vorbands: Prawn, Not Scientists

Ort: Feierwerk, München

Datum: 08.10.2017

Kosten: VK 15,00 €

Genres: Punk-Rock, Rock, Indie, Punk

Besucher: 150

Veranstalter: x-why-z Konzertagentur GmbH & Co. KG

Link: https://www.muenchenticket.de/guide/tickets/15xtb/The+Flatliners.html

Wer sich ein wenig mit den Namen der Bands und den Gruppen dahinter auskennt, sieht sofort: Hier wartet eine ordentliche Portion Punk auf die Zuschauer! The Flatiners kommen aus Toronto, Kanada und existieren bereits seit ca. 15 Jahren. Nun zieht es sie wieder nach Europa, um uns auch hier mit Punk-Rock die, vielleicht etwas kleinen, Räume zu füllen und gehörisch Damp abzulassen.

Im Feierwerk München kann man dies auf jeden Fall: Ein kleiner Raum mit Bühne, welcher quasi wie ein Versteck als Nebenraum einer Bar fungiert und sich durch einen Vorhang noch zusätzlich etwas schützt. Und so füllt sich am Sonntagabend natürlich auch erst einmal die Bar, schließlich steht für die meisten Besucher am nächsten Morgen wieder die Arbeit an und man möchte schließlich das Wochenende noch genießen. Recht viele Besucher scheinen auch spontan entschieden zu haben zu kommen, da doch das eine oder andere Ticket an der Abendkasse gelöst wird.

Als Opener des Abends haben Not Scientists die Aufgabe, erst einmal die Besucher in den Bühnenraum zu bekommen und weg von der Bar. Dies ist aber kein schweres Unterfangen, denn kaum werden die ersten Riffs gespielt, überfällt die noch sehr beschauliche Meute den kleinen Bühnenraum. Die Band aus Frankreich, welche ähnlich zu den anderen Bands des Abends sich dem Punk-Rock verschworen hat, wirkt auf der Bühne sympathisch, dynamisch, wenn auch fast ein wenig zu unkoordiniert. Bewegung ist natürlich immer gut, dennoch hat man als Zuschauer das Gefühl, man habe eher eine etwas älter gewordene Schulband auf der Bühne stehen – eine Schulband, die ihren Job aber eigentlich ganz gut macht. Der Sound ist durchweg solide, nur die Songs untereinander schaffen es nicht wirklich hervorzugehen oder gar groß im Kopf zu bleiben. So ganz ankommen tut das, was Not Scientists da oben tun, irgendwie nicht. Auch das Publikum scheint etwas stark zurückhaltend.

Musikalisch tiefer und vielseitiger wird es dann bei Prawn, welche innerhalb ihres Konzertes gleich mal nach dem Grund des Bandnamens gefragt werden. Die Antwort ist simple wie genial: „Why not? Why does the chicken cross the road?“ Definitiv eine sympathische Einstellung und auch vom Sound her machen Prawn vieles besser als ihre Vorspieler: Sie besitzen eine instrumentale Tiefe, die sehr viel Raum für Atmosphäre bieten, den Zuschauer durchaus packt und bewegen kann – sowohl körperlich als auch emotional natürlich. Die Pausen zwischen den Songs, in denen die Instrumente wieder ready gemacht werden müssen, sind ein wenig seltsam, da das Publikum sich noch immer zurückhaltend schweigsam verhält und so eine etwas komische Stille entsteht. Und auch wenn Prawn versuchen, diese mit kleinem Smalltalk und Witzen aufzulockern, so ganz will dies nicht funktionieren. Musikalisch scheint das Publikum dennoch insgesamt zufrieden.

Und dann ist es auch schon Zeit für den Headliner des Abends: The Flatliners brachten mit Inviting Light vor erst wenigen Wochen ihr neues Album raus und schon zieht es die Jungs aus Kanada auf Tour – und kaum auf der Bühne, präsentieren sie, was auch ihre Geschichte zum Ausdruck bringt. Sie mögen zwar keine großen Hallen füllen, jedoch weiß eine Band, die inzwischen schon 15 Jahre auf dem Buckel hat, was sie tun muss, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. Es dauert dann auch nicht lange, bis sich direkt vor der Bühne ein kleiner, aber energiereicher Mosh Pit bildet, der gefüllt ist von Menschen, die die Musik sichtlich lieben und sich mit den gesungenen Zeilen identifizieren können. Auch der Sound und die Instrumentalisierung wirken sehr fokussiert und kräftig. The Flatliners konzentrieren sich auf das Geschehen in den Songs, nehmen sich aber zwischendrin auch Zeit für kurze Scherze und Anekdoten. Und ein wenig erinnert Frontmann und Sänger Chris mit diesem Haarschnitt an Sheldon Cooper – auch wenn dies vermutlich nur der subjektiven Einbildung entspricht.

Der Abend hält insgesamt genau das, was man erwartet hat: The Flatliners stehen für Punk-Rock, welcher bewegt und für einen kleinen, aber qualitativen Konzertabend. Mit No Scientsist und Prawn im Support zeigt sich der Abend als musikalisch vielseitig, auch wenn sich alle drei Bands im eigentlich selben Genre befinden – die genaue Ausrichtung variiert genau richtig, um für einen gewissen musikalischen Mix zu sorgen, auch wenn No Scientists ein wirkliches Überzeugen nicht so richtig gelingen möchte. Alle drei Bands liefern ihr Set mit Hingabe und zeigen zwischen den Songs stets die Charaktere hinter der Musik, egal, ob sie für einen guten Friseur fragen oder kleine Witze reißen, man würde doch jetzt nur Cover Songs performen – besser lässt sich ein Wochenende eigentlich kaum beenden bzw. in die neue Woche starten.

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