Vampyromorpha – Herzog

Blutsauger des Gothic Doom Rocks bewegen sich in rockigere Gefilde

Artist: Vampyromorpha

Herkunft: Würzburg (Deutschland)

Album: Herzog

Genre: Gothic Doom Rock, Hard Rock

Spiellänge: 38:32 Minuten

Release: 29.11.2019

Label: MDD Records

Link: www.facebook.com/vampyromorphadoom

Bandmitglieder:

Gesang – Jim Grant
Gitarre, Bass, Orgel – Nemes Black

Live Musiker

Schlagzeug – Philipp Klinger
Bass – Patrick Schmid
Gitarre – Stefan Gassner
Gitarre – Matthias Burgis

Tracklist:

1. Darkness Whore
2. Deadlier Than Dracula
3. Cannibal Musical
4. The Thirtsy Dead
5. Waiting And Die
6. The Dead Walks Home Alone At Night
7. Witchlicker
8. Vampyromadness

Ganz frisch vom 29.11.2019 ist das neue Album der Würzburger Gothic Doom Rock Band Vampyromorpha. Es trägt den Titel Herzog und will uns einweihen in die Reihe der Blaublüter der Vampyrlinie des Heavy Doom Rocks.

Erhältlich ist es als CD über MDD Records.

Vampyromorpha wurden 2014 von Nemes Black (Gitarre, Bass & Schlagzeug) und Jim Grant (Gesang, Hammondorgel) gegründet. Diese beiden Musiker bilden den Kern der Band, die sich noch verschiedener Livemusiker bedient. Inspiriert sehen sie sich selbst von Horror Trashfilmen, Gruselstorys und Geisteskrankheiten.

Herzog ist der Nachfolger des Erstlings Six Fiendish Tales Of Doom And Horror… von 2015.

Auf Herzog sind verschiedene Gastmusiker zu finden. Der Song Waiting And Die (welcher die letzten Tage der eingesperrten Mädchen im Hause des Kindermörders Marc Dutroux beschreibt und vertont) entstand zum Beispiel mit Musikerin und Goth-Model Mallory Murdock. Der Song Vampyromadness wurde zusammen mit Felix Stass (Crematory) vertont und aufgenommen.

Wie gesagt, die Scheibe handelt von Geisteskrankheiten und Gruselstorys. Doomig im musikalischen Sinne ist die Platte nur recht wenig. Die Hammondorgel, die hier im Hintergrund überwiegend fungiert, vermag hier und dort noch ein wenig doomige Momente einsprühen. Ansonsten bezieht sich der Begriff Doom im Falle von Vampyromorpha meist nur auf die Inhalte der Songs.

Ich würde Herzog daher als Hard Rock Album bezeichnen, welches ein paar wenige Doom und Gothic Elemente besitzt.

Ich muss sagen, dass ich zunächst einmal beim Reinhören etwas enttäuscht war, denn ich hatte aufgrund der Ankündigung ein Doomalbum erwartet. Trotzdem hörte ich das Album weiter und weiter, denn es hat mir trotzdem gefallen.

Meine anfängliche Skepsis schwand, nachdem ich zugleich den Begriff Doom in Zusammenhang mit Herzog und Vampyromorpha strich. Der Begriff Doom stellt sich in diesem Falle ein wenig als Etikettenschwindel heraus. Aber wieso macht man dies in diesem Fall!? Vielleicht, um damit zu erreichen, dass ich dieses Album rezensiere 🙂 !?

Ich muss wirklich gestehen, dass ich wahrscheinlich dieses Album nicht rezensiert hätte, wenn es mir als Hard Rock Album angepriesen worden wäre. Bei Doom in all seinen Facetten werde ich immer neugierig, bei Hard Rock eben nicht unbedingt.

So bin ich halt diesem Etikettenschwindel aufgesessen und das ist auch gut so, denn ich bin dazu gekommen, ein wirklich gutes Hard Rock Album zu rezensieren. Das Ding rockt von der ersten bis zur letzten Minute im wahrsten Sinne!

Der Song Darkness Whore als Opener zeigt sich noch recht Gothic und Doom infiltriert. Ein wenig erinnert er mich an Songs in Manier von den Amerikanern Bloody Hammers.

Der folgende Song Deadlier Than Dracula ist doomig und gothicmäßig nur noch zu Beginn und wird dann zu einem astreinen Rocker mit einem tollen Gitarrensolo.

Cannibal Music kommt dann fast wie ein Südstaaten Rocker in ZZ Top Manier daher. Jetzt ist wirklich Schluss mit Doom. Geradezu beschwingt ist Cannibal Musik, sodass man sogar seine Hüften dazu bewegen mag.

Der durstige Tod ist ebenfalls sehr schnell in The Thirtsy Dead unterwegs, behält ein wenig Gothic, da er Anleihen bei den Sister Of Mercy, zumindest in Teilen, macht.

Waiting And Die ist, trotz des heftigen Themas, ein (Grusel) Gothic Rocker und mal wieder mit einem astreinen Gitarrensolo. Am Schluss walzt er gewaltig vor sich hin.

The Dead Walks Home Alone At Night bewegt sich ähnlich wie der Opener Darkness Whore und zeigt wieder eine Menge an Gothic und Doom und wir sind wieder bei den Bloody Hommers.

Ein astreiner Rocker mit hervorragender Gitarrenarbeit ist Witchliker. Da ist wirklich Nitro in dem Song drin, denn der zündet richtig.

Ähnlich geht es mit Vampyromadness weiter. Der Wahnsinn steckt hier wirklich im Detail, da das Album mit einem schnellen rockigen Song endet.

Nun ja, so am Schluss muss ich sagen, dass doch ein wenig Doom und Gothic auf der Platte vorhanden ist. Insgesamt ist es aus meiner Sicht jedoch Etikettenschwindel. Das macht aber nichts, weil das Ding wirklich rockt und es vielleicht unter normalen Bedingungen an mir vorbeigegangen wäre.

Vampyromorpha – Herzog
Fazit
Herzog von Vampyromorpha ist nicht unbedingt das, was man sich als Gothic Doom Rock vorstellt. Ich habe in meinem Review ja weiter vorne schon von Etikettenschwindel gesprochen. Nun ja, ein wenig ist es das schon. Ein paar Gothic Doom Elemente und auch Songs sind schon noch drin. Ansonsten finden wir auf dem Album astrein schnell gespielten Hardrock mit tollen Gitarrensoli. Und gut ist es dabei auch noch. Es wäre schade gewesen, wenn Herzog an mir vorbeigegangen wäre.

Anspieltipps: Darkness Whore, The Thirtsy Dead, The Dead Walks Home Alone At Night
Juergen S.
8.4
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Contra
8.4
Punkte
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