War Curse – Eradication

Bloß keine Fehler machen kann auch als eine unsichtbare Fessel den Künstler lähmen

Artist: War Curse

Herkunft: Cincinnati, USA

Album: Eradication

Spiellänge: 43:31 Minuten

Genre: Thrash Metal, Heavy Metal

Release: 10.05.2019

Label: Svart Records

Link: https://www.facebook.com/warcursemetal/

Bandmitglieder:

Gesang – Blaine Gordon
Gitarre – Justin Roth
Gitarre – Joshua Murphy
Bassgitarre – Jason Viebrooks
Schlagzeug – James Goetz

Tracklist:

  1. Asylum (feat Glen Alvelais)
  2. Sands Of Fate
  3. Possession
  4. Serpent (feat Kragen Lum)
  5. Iron Veil
  6. Eradication
  7. Deadly Silence (feat Kyle Thomas)
  8. Polluted Minds

Die Amerikaner War Curse haben vier Jahre nach ihrem Debüt Final Days an ihrer zweiten Keule aus Thrash und Heavy Metal geschraubt. Das Artwork wirkt recht einfach – ob das auf die Musik zu beziehen ist? Düster ist die Mixtur allemal, trotzdem ist sie relativ voraussehbar. Seit einer Woche dreht Eradication nun über Svart Records seine Runden. In 43 Minuten rotieren acht Titel in der Anlage, die eure Ohren entern möchten.

Deutschen Thrashern dürfte War Curse als Kreator Song ein Begriff sein. Mit der Formation haben die Jungs aus Cincinnati nichts gemeinsam. Die Vocals von Blaine Gordon haben immer einen feinen Heavy Klang im Bild. Wütend, mit einem Old School Einschlag, versuchen die fünf Künstler schnelle Riffs an den Mann zu bringen. Nicht selten, die Struktur, die gewählt wurde. Bei der Umsetzung findet man schnell das eine oder andere Haar in der berühmten Suppe. Zwar kann James Goetz an den Fellen das letzte Staubkorn aus der tiefsten Rille schlagen, und die beiden Gitarristen Justin Roth und Joshua Murphy produzieren Höhepunkte, ohne den Strick tödlich um den Hals zu legen. Zu oft habe ich Titel wie Iron Veil in den letzten Jahren gehört. Kein Biss, ohne Wiedererkennungswert, läuft der Silberling an einem vorbei. Nett, das reicht für ein Metal Album nun weiß Gott nicht aus. Mehr mag man zu Eradication freilich nicht verkünden. Hier und da ein paar Lichtblicke, im Grundsatz eine talentierte Gruppe, die im Schatten alt bekannter Elemente agiert und nicht den Mut hat, aus diesem Gebilde auszubrechen. In den gut 12 Jahren, in denen ich nun über Alben berichten darf, sind mir solche Produktionen zuhauf in die Hände gefallen. Zuerst müssen War Curse an ihrem eigenen Weg feilen, zweitens den Mut haben, wenigstens etwas eigenständiger zu agieren, ansonsten bleibt die Fahrbahn im grauen belanglosen Feld des Business vorprogrammiert. Die kleinen Schritte zu einem eigenen Klang fallen sehr schwer, das spürt man beim Titeltrack, dort wollen sie erstmals genannte Defizite durchbrechen, bleiben aber wie ein zu fetter Kater im Mauseloch hängen. Der filigrane Feinschliff kommt von einer doppelseitigen Axt und kann, wie alle wissen, nur grobe Konturen zaubern. Als dürftig darf man Eradication nicht abwerten, das wäre eine Stufe zu derbe. Immerhin stehen War Curse noch am Anfang und müssen die Leichtfertigkeit noch lernen, um von ihrem zwanghaften Songwriting herunterzukommen.

Fazit
Typisch amerikanisch - so dürften viele Deutsche Genrekenner denken. Neben dieser Einschränkung macht der frühe 90er-Klang in einem teils inspirierten Gefüge keine Büchse der Pandora auf. Vielmehr dümpeln War Cruse im eigenen Saft und schaffen es erst auf der Ziellinie, dem Hörer Lichtblicke in die Ohrmuschel zu setzen. Kann man an den letzten drei Hymnen ansetzen, dürfte der Weg weiter nach oben zeigen. So bleibt ein dünner Anfang mit einem nicht besseren Mittelteil, der nur auf einen hochwertigen Rausschmiss setzen kann.

Anspieltipps: Iron Veil und Polluted Minds
René W.6.8
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6.8
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