Rise Of The Desecrated ist der Auftakt zu einer Reihe von Vinyl-Wiederveröffentlichungen sämtlicher Alben der Band Witching Hour, lizenziert von Evil Spell Records. Das Re-Release von Rise Of The Desecrated ist ab dem 27.03.2026 über das deutsche Underground-Label Dying Victims Productions erhältlich. Die Neuauflage erscheint in folgenden Vinylvarianten: Neben einer klassischen schwarzen Version gibt es auch eine limitierte rote „Special Edition“, die mit einem zusätzlichen Patch ausgestattet ist.
Einordnung & Stil
Mit dieser Wiederveröffentlichung erlebt das Debüt von Witching Hour eine längst verdiente Rückkehr ins Rampenlicht. Ursprünglich 2009 in roher Form erschienen, transportiert das Album bis heute die ungestüme Energie des damaligen Undergrounds.
Mit Rise Of The Desecrated liefern Witching Hour ein Album ab, das nicht nur musikalisch, sondern auch konzeptionell tief in der Dunkelheit verwurzelt ist. Der Bandname ist dabei Programm: Die „Witching Hour“ bezeichnet jene unheilvolle Stunde zwischen Mitternacht und Morgengrauen, in der laut Überlieferung die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits am dünnsten ist. Es ist die Zeit der Hexen, Dämonen und Rituale – ein Motiv, das sich wie ein schwarzer Schleier über das gesamte Album legt.
Musikalisch bewegt sich das Werk tief im Fahrwasser der alten deutschen Thrash-Schule, gleichzeitig fließen deutliche Einflüsse aus Black- und Speed-Metal ein, was dem Sound eine angenehm dreckige, ungeschliffene Note verleiht und auch genauso ungefiltert auf diesem Re-Release rüberkommt.
Songs & Sound & Artwork
In etwas mehr als einer halben Stunde entfaltet sich ein dicht gepacktes Riff-Gewitter. Die Gitarren arbeiten sich aggressiv durch die Tracks, während das Schlagzeug kompromisslos nach vorne treibt. Der Gesang klingt wütend und roh, mit leichten Parallelen zu Schmier – allerdings noch eine Spur finsterer.
Die Produktion bleibt bewusst puristisch: direkt, druckvoll und ohne überflüssige Politur. Dafür entsteht ein Sound, der aus der Tiefe kommt und das Gesamtbild abrundet. Kein Song wirkt überflüssig, jeder Track fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Der Titeltrack und Opener Rise Of The Desecrated zieht die Hörer*innen sofort in den oben beschriebenen nächtlichen Zwischenzustand: mit rasenden Tremoli-Gitarren und peitschenden Blastbeats. Ein gnadenloser Einstieg, der keine Vorbereitung zulässt. Die Atmosphäre ist sofort gesetzt – kalt, bedrohlich und rituell – und das zieht sich durch das Album bis zum abschließenden Cold Embrace. Ein Glanzpunkt stellt für mich persönlich der Song Burn The Witch dar.
Auch optisch bleibt man der Oldschool-Linie treu. Das Artwork passt perfekt zur musikalischen Ausrichtung und unterstreicht den Underground-Charakter des Albums.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Witching Hour – Rise Of The Desecrated in unserem Time For Metal Release-Kalender.



