Woodstock war ein Open Air Musikfestival, welches vom 15. – 17. August 1969 in White Lake im US-Bundesstaat New York stattfand. Es gilt als Höhe- und gleichzeitig Endpunkt der im Mainstream angekommenen Hippie-Bewegung in den USA. Vor etwa 400.000 Besuchern traten 32 Bands und Solokünstler aus Rock, Folk, Psychedelic Rock, Blues und Country auf, darunter Stars wie Jimi Hendrix, Joe Cocker, Janis Joplin, CCR, Grateful Dead, Canned Heat, Santana, Jefferson Airplane, Joan Baez, Johnny Winter oder auch The Who. Die Besucherzahlen waren mehr als doppelt so hoch wie erwartet, sodass sich riesige Staus bildeten und während der Veranstaltung aufgrund des schlechten Wetters und etlicher organisatorischer Missstände katastrophale Zustände herrschten. Über eine Million Menschen machten sich auf den Weg, doch die allermeisten blieben unterwegs im Verkehrschaos stecken. Trotz all dieser schlechten Umstände ging Woodstock für seine friedliche Atmosphäre in die Geschichte ein, was nicht zuletzt daran lag, dass viele Musiker, Besucher und Mitarbeiter die Tage unter Einfluss von Drogen wie LSD, Mescalin, Haschisch und Marihuana verbrachten. Es gilt als die Mutter aller Open Air Festivals.
Woodstock II fand vom 12. – 14. August 1994 zum 25-jährigen Jubiläum in Saugerties, New York statt. Wieder kamen etwa 350.000 Besucher und die Künstler hatten teilweise schon 1969 beim Woodstock gespielt, darunter Joe Cocker, Crosby, Stills And Nash, Grateful Dead und Santana, aber auch viele Musiker der nächsten Generation wie Metallica, Green Day, Aerosmith, Kings X, The Cranberries, Red Hot Chili Peppers und Jackyl waren dabei.

Am Samstagabend beim Konzert von Limp Bizkit erreichte die aufgeheizte Stimmung dann ihren vorläufigen Höhepunkt, als Limp Bizkits Fred Durst dazu aufrief, es dem Song Break Stuff gleichzutun und mal ordentlich zu randalieren. Es kam, wie es kommen musste: Der Mob eskalierte, es kam zu schweren Tumulten und mehrere Männer vergewaltigten eine Frau direkt vor der Bühne und den Augen der Band. Limp Bizkit äußerten sich später, sie hätten nichts davon mitbekommen. Auch auf dem Festivalgelände kam es zu weiteren Vergewaltigungen, aggressiven Auseinandersetzungen und Zerstörungen. Sanitäranlagen wurden zerstört, Absperrbanden herausgerissen und zum Crowdsurfen zweckentfremdet. Auch bei Eminem und Korn kam es zu äußerst unschönen Szenen. Der Mob war außer Kontrolle und nichts konnte ihn mehr aufhalten.
Auch am Sonntag, dem letzten Tag, kam es zu Ausschreitungen und während des Auftritts der Red Hot Chili Pepers entlud sich auch der letzte Frust. Die zweite Festivalbühne wurde komplett zerstört und ging in Flammen auf. Auch im Crowd vor der Bühne entfachten Feuer. MTV hatte das Festival mit all seinen Verfehlungen das ganze Wochenende live übertragen und für die fassungslose Welt sichtbar gemacht, doch jetzt, während des RHCP-Auftrittes musste selbst die MTV-Crew per Hubschrauber evakuiert werden. Die völlig sinnlose Gewalt ging sogar noch über das Festivalgelände hinaus, denn im angrenzenden Ort wurden Verkaufsstände und Autos zerstört.
Das US-amerikanische Medienunternehmen Netflix macht nun eine mehrteilige Doku-Serie aus dem Desaster Festival Wochenende und will viele der Gewaltmomente erneut beleuchten. Außerdem sollen nun viele bisher nicht gezeigte Archivaufnahmen und Behind the Scenes-Aufnahmen gezeigt werden. Laut Deadline ist das Londoner Produktionsteam Raw TV (Don`t F*ck With Cats) daran beteiligt und auch BBH Entertainment, die an der Produktion von Depeche Modes Spirits In The Forest mitgewirkt haben. Wann die Serie bei Netflix zum Streamen bereitstehen wird, ist noch nicht bekannt.


