Yeast Machine – Bad Milk

20.03.2026 - Grunge, Stoner Rock, Alternative, Psychedelic Rock – Noisolution - 34:10 Minuten

Mit Bad Milk legen die Tübinger Yeast Machine ihr neues Studioalbum vor, das am 20.03.2026 über das Berliner Kult-Label Noisolution erscheint. Bereits drei Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin war das Album für besonders treue Fans als exklusive CLUB 100 Version erhältlich – eine limitierte Vorabedition, die unter Sammlern schnell Begehrlichkeiten weckt.

Zum regulären Release haben Fans nun die Möglichkeit, Bad Milk sowohl als CD als auch auf Vinyl zu erwerben. Für Vinyl-Liebhaber stehen dabei zwei Varianten zur Auswahl: klassisches Black Vinyl sowie eine auffällige Orange Edition. Dass Yeast Machine mit ihrem neuen Album bei Noisolution gelandet sind, wirkt für mich dabei fast wie eine logische Konsequenz – nicht zuletzt, weil Label-Urgestein Arne, von mir augenzwinkernd als „Promo-Pitbull“ bezeichnet, ein feines Gespür für spannende Rockbands besitzt.

Zwischen Seattle-Grunge und Wüstenfuzz

Die Band aus Tübingen existiert erst seit 2021, hat sich jedoch bereits mit zahlreichen Konzerten und einer stetig wachsenden Fangemeinde einen Namen gemacht. Im Zentrum der Band stehen die Brüder Tobias und Fabian Köninger an den Gitarren. Komplettiert wird das Quintett durch Marcel Gundlach am Bass, Benjamin Frenzel am Gesang sowie Jonas Bischof am Schlagzeug. Gemeinsam erschaffen sie einen Sound, der stark vom 90er-Grunge aus Seattle geprägt ist, zugleich aber die schwere, fuzzgetränkte Energie des Stoner Rock der 2000er-Jahre in sich trägt. Dicke Gitarrenriffs, atmosphärische Downtempo-Passagen und ein rauer, variabler Gesang prägen das Klangbild der Band. Dabei gelingt Yeast Machine ein spannender Spagat: Einerseits wirkt die Musik roh und ungefiltert, andererseits blitzen immer wieder melodische Momente und feine Arrangements auf.

Songs mit Energie und Dynamik

Dass die Band bereits mit Acts wie 24/7 Diva Heaven oder Ufomammut auf der Bühne stand, hört man den Songs deutlich an. Die Live-Erfahrung des Quintetts schlägt sich in einer enormen Dynamik nieder, die Bad Milk von der ersten bis zur letzten Minute antreibt. Von wegen Bad Milk, wenn wir schon bei Milch sind, dann hat das Album für mich schon eher den Geschmack eines White Russian (mein Lieblings-Cocktail). Nach dem kurzen, aber schweren Opener Globalized Condolences verbindet das bereits als Vorabsingle veröffentlichte Falling Rocks den lässigen Charme des Alternative Rock der 90er mit der Direktheit von Punk und der schweren Wucht des Stoner Rock. Wesentlich schleppender und zähfließend, wie die Sahne für meinen White Russian, betört uns dann der Titelsong Bad Milk. Nach dem Intermezzo Foreshadowing nimmt Dust On The Radio Tempo auf.

Ein ganz anderes, epischeres Gesicht zeigt dagegen Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing. Der Song entwickelt sich zu einem dramatischen Alternative-Epos mit spannenden Brüchen, ausgefeilten Arrangements und einem Refrain, der sich schnell im Ohr festsetzt. Gegen Ende gibt es nicht nur einen Schuss Honig in die Milch, sondern Honey & Sweat, ein spannender Song, wie ich finde. Nachdem der Wobby Wizard noch ein wenig zaubern darf, findet das Album mit The Golden Cage schließlich einen melancholischen Abschluss. Der Song wirkt nachdenklich und atmosphärisch, während mächtige Fuzz-Gitarren immer wieder gewaltige Klangwände aufbauen.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Yeast Machine – Bad Milk in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Yeast Machine – Bad Milk
Fazit zu Bad Milk
Bad Milk ist ein vielseitiges, zugleich erstaunlich geschlossen wirkendes Album, das die Energie von Yeast Machine eindrucksvoll einfängt. Die Band verbindet schwere Riffs, psychedelische Momente und eingängige Melodien zu einem eigenständigen Sound, der sowohl Fans von Grunge als auch von Stoner Rock ansprechen dürfte. Kurz gesagt: Ein starkes Statement einer grenzüberschreitenden Band, die ihren Platz in der Szene gerade erst beginnt, richtig einzunehmen.

Anspieltipps: Falling Rocks, Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing und Wobby Wizard
Juergen S.
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