The Other – Casket Case

“Recht eintöning mit wenig Lichtblicken.

Artist: The Other

Herkunft: Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Album: Casket Case

Genre: Horrorpunk

Release: 20.10.2017

Label: Drakkar Entertainment

Bandmitglieder:

Gesang – Rod Usher
Gitarre – Ben Crowe
Gitarre – Pat Laveau
Bass – Chris Cranium
Schlagzeug – Dr. Caligari

Tracklist:

01 A Party At Crystal Lake
02 She’s A Ghost
03 Counting The Flies
04 Dead.And.Gone
05 Morgen Ohne Grauen
06 Faith And The Fallen
07 Till Death Do Us Part
08 Little Black Riding Hood
09 Not My Usual Self
10 A Heart Is Mysterious
11 End Of Days
12 The Horror Of It All
13 X-Ray Eyes
14 Pray For Your Soul
15 Werewolf Of Bedburg
16 What It’s Like To Be A Monster

The Other sind mit 15 Jahren Bandgeschichte nun wahrlich keine Neulinge mehr, was die Musik angeht. Insbesondere in ihrem Genre Horrorpunk gehören sie zu den bekanntesten und erfolgreichsten Bands Europas. Zwei Jahre nach Fear Itself, ihrem letzten Album, veröffentlichten sie nun mit Casket Case ihre neuste Musik. Der Titel ist dabei wohl durchaus eine Anlehnung an den englischen Ausdruck „Basket Case“, der für einen aussichtslosen Fall oder auch eine Person steht. Im Falle des Casket Case dürfte also der Tod definitiv eine Rolle spielen.

The Other beginnen ihre neue Platte mit A Party At Crystal Lake und nein, dieser Song hat nichts mit der gleichnamigen, japanischen Metalcore Band Crystal Lake zu tun (auch wenn diese sehr hörenswert ist), sondern ist eher aus dem Film Freitag, der 13. entnommen – ein See, an dem doch sehr viele Menschen starben. Der Song selbst versteht es Laune zu machen, in der zweiten Hälfte aber auch durch einen leicht ernsteren Teil zu überraschen und zeigt sich musikalisch sehr vielseitig. Live dürfte dieser Track auch ein perfekter Opener für einen Konzertabend geben.

Der zweite Track She’s A Ghost fesselt von erster Sekunde an mit netten Gitarrenparts und auch der Gesang Ushers zeigt sich hier als sehr mystisch, was sehr gut zur atmosphärischen Note von The Other passt. Ein wenig scheint She’s A Ghost weitaus melodischer als der Opener es noch gehalten hat, doch diese Abwechslung ist mehr als willkommen, da der Song dadurch einen ganz eigenen Charakter entwickelt und sich zusätzlich auch, wie bereits A Party At Crystal Lake in Vielseitigkeit beweist.

Counting The Files stimmt wieder ein ziemlich schnelles Tempo an und verhält sich dabei auch recht chaotisch. Im Vergleich zu She’s A Ghost braucht man hier bis zum Refrain kurz Zeit sich an den Song zu gewöhnen, auch schafft er es nicht wirklich zu überzeugen – ganz nett und der Refrain zeigt sich stark, doch insgesamt hat man das Gefühl, man wüsste nicht, worauf The Other genau damit hinaus wollen. Dead.And.Gone zeigt sich She’s A Ghost gar nicht so fern, lädt mit Gitarren zum Abgehen ein und präsentiert einen Gesang, der zwar nicht ganz so mysteriös angelegt ist, aber dafür umso mehr zum Mitsingen animiert.

Mit Morgen Ohne Grauen kommt dann der erste, wenn auch einzige deutschsprachige Song um die Ecke – ein leichter Wechsel, der zwar musikalisch nicht viel ändert, aber in sehr positiver Weise zeigt, wie Sprache Musik bereits verändern kann. Der Hymnencharakter scheint nun noch um einiges anzusteigen, wobei der Song an manchen Stellen fast zu unflüssig wird, so sind doch einige Wörter etwas abgehackt und nicht wirklich mit der Melodie in einem Fluss. Bei Faith And The Fallen geht es wieder mit recht schnellen Gitarrenriffs los und schnell bemerkt man im Verlauf, dass der Song vor allem wieder durch Gesang sowie die Verse punkten kann, während sich vor allem die zweite Hälfte noch einmal gesanglich ändert, sodass der Songs selbst ein wenig Abwechslung erhält.

Besonders druckaufbauend verhält sich unter anderem auch Not My Usual Self, welcher eine besonders angespannte Instrumentation besitzt. Auch gesanglich zeigt Rod hier, dass er sich ein wenig wandeln kann, und passt sich der druckvollen Grundstimmung an, welche die Instrumentation bereits liefert. Das darauf folgende A Heart Is Mysterious lenkt den Fokus etwas stärker auf den Gesang, weiß aber auch durch ein Gitarrensolo sowie eine allgemein sehr abwechselnde Instrumentation zu gefallen. Dennoch hat man bei dem inzwischen zehnten Song das Gefühl, dass Casket Case zwar dem Genre Horrorpunk alle Ehre macht, sich aber nicht wirklich in Abwechslung oder Vielseitigkeit zeigt.

Ein wenig Abwechslung zeigt zumindest gesanglich Pray For Your Soul, welches im Gesamtpaket eine recht heitere Stimmung erzeugt, die auch bereits von X-Ray Eyes eingeleitet wurde, welcher sich als einziger Song wirklich hervorheben lassen kann, auch wenn er nicht unbedingt besser ist, sondern sich einfach genügend differenziert, um aufzufallen.

Die letzte Nummer What It’s Like To Be A Monster bietet dann noch einmal einen etwas ruhigeren Ritt durch den Wilden Westen – zumindest fühlt man sich an diesen erinnert. Ein wenig passt die Instrumentation zum Ende eines Albums, da dem Song etwas leicht Abschließendes anhaftet. Die leicht ernstere Stimmung steht The Other ganz gut.

Fazit: Fremde Genres sind schwierig, denn häufig gibt es Gründe, wieso man sich nicht zu stark mit diesen beschäftigt. Im Falle von The Other und ihrem siebten Album Casket Case ist vermutlich genau dies der Fall, wieso die Platte mich persönlich nicht umhaut - ein wenig punkig, doch im Großen und Ganzen eher lahm, recht eintönig mit wenig Lichtblicken. Viele Fans der Band würden nun vermutlich widersprechen, schließlich herrscht die allgemeine Meinung, dass mit Casket Case das bisher beste Album der Gruppe vorliegt. Fans vom Horrorpunk werden hiermit auch auf jeden Fall glücklich werden, da neben den vielen Genre Klassikern auch ein paar Überraschungen vorhanden sind. Es bleibt aber wahrlich ein Genre, welches wohl eher spezifische Geschmäcker anspricht und somit nicht bei jedem Zuhörer punkten wird. <br/<<br/< Anspieltipps: What It’s Like to Be a Monster, Not My Usual Self, Morgen Ohne Grauen
Anabel S.
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