Dispyria – Redemption Part I: Twisted World

20.02.2026 – Symphonic Metal, Melodic Metal, Power Metal – El Puerto Records – 46:31 Minuten

Der Name Dispyria dürfte primär Insidern bekannt sein. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Projekt von Jürgen Walzer aus Kaiserslautern, der seit 2012 die metallische Welt mit symphonischen Werken versorgt, bei denen verschiedene Gastmusiker:innen an der Umsetzung der Walzer-Ideen mitarbeiten. Redemption Part I: Twisted World sagt bereits vom Titel her, dass es sich um ein mehrteiliges Konzept handelt. Gastmusiker sind unter anderem Zak Stevens (Savatage), Carsten „Lizard“ Schulz (ehemals Domain und Evidence One) oder Rob Lundgren und das gesamte Werk kommt via El Puerto Records auf den Markt.

Redemption Part I: Twisted World mit Zak Stevens von Savatage am Mikrofon

Wenn ein Zak Stevens als Sänger bei einer Aufnahme mitmischt, dann ist das für einen Künstler wie Jürgen Walzer eine klare Auszeichnung. Kann die Platte auch musikalisch etwas Besonderes bieten?

Der Auftakt klingt nach typischem Female-Fronted-Symphonic-Metal. After Dawn könnte auch von den bekannten Genrevertretern kommen und wabert zwischen runder Melodie und Schmusekurs, auch wenn sich die Nummer in ihrem Verlauf aufbaut und mit mehrstimmigem Gesang aufwartet. I Am Nothing geht in eine ähnliche Richtung, wobei die Flamenco-Gitarre hervorsticht, sonst aber nicht viel mehr als eine moderne symphonische Metal-Ballade anbietet. Etwas mehr Schwung bringt Master Of Mirrors in die Angelegenheit und setzt auf die Female Vocals von Carolina Padron. Das Ding passt auch gut auf eine Platte von zum Beispiel Frozen Crown.

Zak Stevens ist bei The Revelation zu hören, bei dem erneut bombastisch balladeske Töne angeschlagen werden. Stevens kommt bei dem instrumentalen Mix und den mehrstimmigen Vocals aber nicht so zum Vorschein, wie auf einigen Savatage-Platten. Trotzdem gehört das Stück zu den hervorstechenden Tracks.  

Father, David’s Nightmare oder The First Of Its Kind bewegen sich irgendwo zwischen Melodic Metal, Power Metal und Symphonic Metal, wobei Ansätze in Richtung Metal Opera eingestreut werden. Ein Beispiel ist David’s Nightmare, wobei der bombastische Ansatz im Wechsel mit dem Sprechgesang Geschmackssache ist.  

Die weiteren Nummern reihen sich in die diskutierten Ansätze und Ideen ein. Red Requiem klingt schon fast unverschämt nach einem Avantasia-Abziehbild und setzt sich direkt im Gehörgang fest.

Hier geht es für weitere Informationen zu DispyriaRedemption Part I: Twisted World in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Dispyria – Redemption Part I: Twisted World
Fazit zu Redemption Part I: Twisted World
Jürgen Walzer beziehungsweise Dispyria und die Platte Redemption Part I: Twisted World setzen auf modernen symphonischen Melodic Metal. Die verschiedenen Gastsänger:innen und Stimmfarben lassen ein Avantasia-Feeling aufkommen. Allerdings sind die Melodien nur zum Teil von der Eingängigkeit und Qualität, die ein Tobias Sammet auf seine Platten bekommt. Insgesamt gibt es eine weitere Veröffentlichung, die sich vom Kuchen Melodic und Metal etwas abschneiden möchte. Die Gesangsperformance ist nicht überragend, aber durchaus in Ordnung, wobei ein Zak Stevens prägnanter rüberkommen darf. Instrumental gibt es viel zu oft Bombast anstatt Freiraum für Gesang und Gitarren. Unterm Strich bleiben gute Ideen, die in der finalen Umsetzung Luft nach oben haben und sich zu sehr in Richtung Platzhirsche orientieren und anbiedern.

Anspieltipps: The Revelation, The First Of Its Kind und Red Requiem
Jürgen F.
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