Zehn Jahre Urne – ein Wendepunkt
Am 31. Januar 2026 ist Setting Fire To The Sky über Spinefarm Records erschienen. Erhältlich ist das neue Album von Urne sowohl als CD als auch auf violettem Vinyl. Mit Setting Fire To The Sky stehen Urne an einem entscheidenden Punkt ihrer Laufbahn. Zehn Jahre nach der Gründung wirkt das Londoner Trio fokussierter und geschlossener denn je. Bassist und Sänger Joe Nally, Gitarrist Angus Neyra und Schlagzeuger James Cook agieren als eingespielte Einheit und bündeln die Erfahrungen aus ihren bisherigen Veröffentlichungen zu einem Album, das Selbstbewusstsein und Reife ausstrahlt.
Wie überzeugend Urne auch abseits des Studios funktionieren, konnte ich bereits vor zwei Jahren erleben: Als Support von Alien Weaponry im Club Volta in Köln trat das Trio mit einer Intensität und Präsenz auf, die sofort hängenblieb. Trotz der Supportrolle spielten sie mit einer Selbstverständlichkeit, die das Publikum sichtbar packte – ein Auftritt, der nachhaltig Eindruck hinterließ und die Band seitdem auf meinem Radar hielt.

Pic by Big Simonski
Nach dem Debüt Serpent & Spirit und dem Nachfolger A Feast On Sorrow greifen die Zahnräder nun auf Setting Fire To The Sky hörbar noch mehr ineinander. Urne verankern ihren Sound weiterhin im Sludge- und Doom-Metal, öffnen ihn aber konsequent für moderne Groove-, Thrash- und Post-Metal-Einflüsse.
Druck, Groove und Struktur
Der Opener Be Not Dismayed macht die Marschrichtung sofort deutlich: Ein trügerisch ruhiger Einstieg kippt abrupt in massive Gitarrenwände, während James Cooks trockenes, sehr präsentes Schlagzeug den Groove mit Nachdruck setzt. Überhaupt spielt das Schlagzeug auf dem gesamten Album eine tragende Rolle und verleiht den Songs zusätzliche Autorität. Stücke wie The Spirit, Alive oder Weeping To The World zeigen die gestiegene Stringenz im Songwriting. Eingängige Riffs treffen auf düstere Atmosphäre, ohne an Schärfe zu verlieren. Angus Neyras Gitarren bewegen sich zwischen zähem Sludge-Gewicht und moderner Klarheit, während Joe Nally mühelos zwischen emotionalem Klargesang und keifenden Ausbrüchen wechselt.
Opulenz und Experimente
Der Titeltrack zählt zu den aggressivsten Momenten der Platte: Harte Riffs, treibende Bass-Kicks und überraschende Thrash-Passagen treiben den Song kompromisslos nach vorne. Mit The Ancient Horizon schlagen Urne dagegen ruhigere Töne an, ohne auf Durchschlagskraft zu verzichten. Es kann auch mal etwas experimenteller werden: Harken The Waves, unterstützt von Troy Sanders (Mastodon), arbeitet mit langen Spannungsbögen und doomiger Schwere. Das anschließende Breathe setzt mit Cello und reduzierter Instrumentierung einen melancholischen, beinahe intimen Moment. Am Cello dabei: meine Lieblingskünstlerin Jo Quail! Mit dem starken Song Nocturnal Forms gibt es danach zum Schluss noch einen regelrechten Kick.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Urne – Setting Fire To The Sky in unserem Time For Metal Release-Kalender.



