Speglas – Endarkenment, Being And Death

27.02.2026 - Black Death Metal - Trust No One Records - 44:24 Minuten

Die Schweden von Speglas sind seit dem Jahre 2015 unterwegs, und obwohl sie aus Stockholm stammen, haben sie sich nicht für einen HM2-Sound entschieden und auch nicht für den old schooligen Death Metal. Ihr Herz gehört einer Mischung aus Black und Death Metal. Das Quartett war natürlich auch schon in anderen Bands aktiv, u. a. Conflagrator, Sweven oder Vexation. Sie selber kommen eher schleppend voran und haben es bis dato auf zwei EPs gebracht. Gleich 2015 haute man die erste heraus, aber dann wartete man bis zum Jahre 2022, um die nächste unter das Volk zu bringen. Und nun hat man es geschafft, ein Full-Length-Album aufzunehmen. Das Teil hört auf den Namen Endarkenment, Being & Death und umfasst neun Songs.

Nach einigen Klängen des Intros namens Woe wird klar, dass es sich hierbei nicht um ein Hau-Drauf-Album handelt. Sehr bedächtig, sehr atmosphärisch und anmutig geht man zu Werke und bereitet den Hörer auf das vor, was kommen mag. Ein recht langes Intro, welches aber absolut präsent und mitreißend ist. Mit leisen Tönen nimmt man den Hörer mit auf eine Reise in die romantisierende Dunkelheit. Am Ende kommt ein Flüstergesang und man hört. “God is dead and we’ve killed him“ und dann geht man nahtlos in den Song The Endarkenment über. Mit düsteren Einzeltönen, die morbide, düster und melodisch daherkommen, startet man das Rennen. Die Drums setzen langsam ein und so schreitet man schön dunkel und langsam vorwärts. Der düstere, blackige Screamgesang gesellt sich dazu. Nach neunzig Sekunden erhöht man das Tempo, bleibt der Dunkelheit aber treu. Ein weiteres melodisches und melodisches Riff gesellt sich dazu und bohrt sich fest, bis man dann das Tempo ganz herausnimmt und sich langsam mit einem schon beinahe hypnotischen Part in den Köpfen des geneigten Zuhörers verewigt. Jo, das ist alles sehr gefühlsecht und glaubwürdig. Was man hier hört, wird von den Protagonisten gefühlt und gelebt. Die dunkle Seite ihres Daseins wird dargeboten. Man wiederholt dann den melodischen Part und liefert zu Beginn einen astreinen Song ab, der sehr emotional und atmosphärisch die Leute auf das ganze Album vorbereitet.

Keine typische Band aus Stockholm

Die Burschen stammen zwar aus Stockholm, sind aber so was von weit entfernt, den typischen, schwedischen Death Metal zu spielen. Die Burschen, die den old schooligen Stil sicherlich auch lieben, haben einen ganz anderen Ansatz. Sie lieben die Mischung aus Death und Black Metal und kombinieren diese mit herrlichem, morbidem Gitarrenspiel.

So auch bei Incessant Severance. Hier mischt man eben diese beiden Musikeinheiten zu einem komplexen Gesamtbild und kann dadurch absolut überzeugen. Dabei legt man sowohl Wert auf einen Härtegrad, welcher durch die Geschwindigkeit erschaffen wird, als auch durch langsame Elemente und eben dieses morbide Gitarrenspiel. Diese Mischung macht es aus, und diese gelingt ihnen ganz gut, muss man sagen. Der bleckige, aber düstere Gesang findet einen Stellenplatz in dieser Szenerie, welchen er sich verdient hat.

Düstere und finstere Grundstimmung

Das Gefühl für eine düstere und finstere Grundstimmung, welches die Band verbreiten möchte bzw. verbreitet, hört man auch gut beim Song Dearth. Erst einmal wieder ein kleines, cleanes Intro vorweg. Dieses alleine hat es schon in sich und passt hervorragend zum nachfolgenden Song, welcher eben wieder diese Dunkelheit in sich trägt und einen Blick in die Abgründe der eigenen Seele zulässt. Dabei ist es egal, wie man dieses erreichen kann oder will. Selbst ein rockiger Part ist dabei, dieser ist aber eben auch absolut finster und traurig und passt eben. Alles ist erlaubt, um den Grad der Dunkelheit zu erreichen, denn Schwarz ist noch nicht dunkel genug.

Dieser Transport von diesen atmosphärischen und melancholischen Mitteln gelingt ihnen besonders im ersten Teil des Albums. Songs wie The Spirit Postmortem, Hitherto Awry und das kurze und cleane Zwischenspiel Ailing gehen gut ins Ohr, nehmen mich aber nicht ganz mit.

Am Ende gibt es dann mit Rage Upon The Dying Fire aber noch einmal eine kongeniale Zusammenfassung ihrer Eigenschaften. Fette Mischung aus Atmosphäre, Gefühl, Härte, Death Metal, Black Metal, rockigen und heavigen Elementen, screamigem Gesang und melodischem Gitarrenspiel. Und der romantische Clean-Part! Schockt!

Hier geht es für weitere Informationen zu Speglas – Endarkenment, Being & Death in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Speglas – Endarkenment, Being And Death
Fazit zu Endarkenment, Being & Death
Die schwedische Band Speglas stammt zwar aus Stockholm, klingt aber mal gar nicht so nach altem schwedischen Death Metal. Das Songwriting transportiert eine mehr als gelungene Mischung aus Atmosphäre, Gefühl, Härte, Dunkelheit, Morbidität, Death Metal, Black Metal, rockigen und heavigen Elementen, screamigem Gesang und melodischem Gitarrenspiel. Die düstere Produktion gesellt sich dazu. Musik, die sich nicht nur für dunkle und kalte Stunden am Kaminfeuer eignet, aber sicherlich dort gut aufgehoben ist.

Anspieltipps: The Endarkenment und Incessant Severance
Michael E.
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