Ad Infinitum – Chapter I: Monarchy

Gelungenes Debüt mit Luft nach oben

Artist: Ad Infinitum

Herkunft: Montreux, Schweiz

Album: Chapter I: Monarchy

Spiellänge: 42:01 Minuten

Genre: Epic Symphonic Metal

Release: 03.04.2020

Label: Napalm Records

Link: http://www.adinfinitumofficial.com

Bandmitglieder:

Gesang – Melissa Bonny
Gitarre – Adrian Theßenvitz
Bassgitarre – Jonas Asplind
Schlagzeug – Niklas Müller

Tracklist:

  1. Infected Monarchy
  2. Marching On Versailles
  3. Maleficient
  4. See You In Hell
  5. I Am The Storm
  6. Fire And Ice
  7. Live Before You Die
  8. Revenge
  9. Demons
  10. Tell Me Why

Für junge aufstrebende Bands wird es in der heutigen Zeit immer schwieriger, im Metalbusiness Fuß zu fassen. Gerade im von unzählig mittelmäßigen Bands überlaufenden Bereich des symphonischen Metals müssen die Newcomer schon etwas Besonderes anbieten, um aus der Masse der Veröffentlichungen herauszustechen.

Ad Infinitum aus der Schweiz wollen mit ihrem Debütalbum Chapter I: Monarchy genau dieses erreichen. In der Presseinfo heißt es immerhin: „Ad Infinitums düsteres Debüt eröffnet eine neue Ära des symphonischen Metal.“ Können sie mit ihrem Album tatsächlich den „Beginn eines neuen symphonischen Zeitalters“ einläuten oder werden sie sich in der Mittelmäßigkeit vieler Genrekollegen einreihen?

Blättert man in der Historie der Band, so ist diese noch recht jung und überschaubar. Im Jahr 2018 als Soloprojekt von Melissa Bonny, die schon als Sängerin der Schweizer Band Rage Of Light in Erscheinung getreten ist, ins Leben gerufen, um ihrer Passion für den symphonischen Metal Ausdruck zu verleihen. Ende 2018 erschien auch die erste Single I Am The Storm. Kurze Zeit später suchte sie Mitstreiter für ihr Projekt und fand diese in Adrian Theßenvitz (Gitarre), Jonas Asplind (Bass) und Niklas Müller (Drums). Mit einem Plattendeal bei Napalm Records in der Tasche liegt nun das erste Schaffenswerk des Quartetts vor.

Mit Infected Monarchy starten sie dann zielsicher in die gut 40 Minuten. Ruhige, leicht sperrig gehaltene symphonische Elemente paaren sich mit harten, druckvollen Gitarren und gipfeln in einen Refrain mit Langzeitwirkung. Der perfekte Einstieg! Bei der ersten Single-Auskopplung Marching On Versailles ist Eingängigkeit großgeschrieben. Nettes Eingangsriff und ein Chorus, der sofort ins Ohr geht. Fertig ist ein Song, der ganz nett anzuhören ist, mehr aber auch nicht. Und das ist dann auch das Problem, welches sich durch das komplette Album zieht. Zwar ist man durchaus um Abwechslung bemüht, indem man immer wieder das Tempo variiert und eingängige Nummern mit komplexeren abwechselt, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Doch nimmt man Songs wie das flottere I Am The Storm oder die Halbballade Fire And Ice, um nur mal zwei zu nennen, so wird man das Gefühl nicht los, das alles schon tausendmal an anderer Stelle gehört zu haben. Mit Live Before You Die gibt es dann doch noch einen Ausreißer nach oben, welcher mit einem grandiosen Refrain auffährt – warum nicht mehr davon? Revenge und das abschließende Tell Me Why sind dagegen verzichtbar.

Der größte Pluspunkt von Ad Infinitum ist jedoch Melissa Bonny! Ihr Gesang ist schlicht und ergreifend als grandios zu bezeichnen. Ob in lieblichen, Gänsehaut erzeugenden Höhen oder auch kraftvoll. In jeder Stimmlage liefert sie eine perfekte Performance ab. Selbst gelegentlich eingestreute Growls zählen zu ihrem Repertoire, was umso mehr verdeutlicht, zu welch stimmlichen Variationen sie fähig ist – ganz großes Kino!

Ad Infinitum – Chapter I: Monarchy
Fazit
Ad Infinitum machen es mir nicht leicht. Sie liefern mit ihrem druckvoll produzierten Debütalbum bombastischen Symphonic Metal ab, der durchaus zu Gefallen weiß, aber aus der Masse an Veröffentlichungen anderer Genrevertreter einfach nicht herausstechen kann. Mit einer Ausnahme: Melissa Bonny, ja – ich liebe ihren Gesang. Und der macht dann auch den Unterschied. Wenn sie in Zukunft das Songwriting noch packender gestalten können, ist der angestrebte „Beginn eines neuen symphonischen Zeitalters“ nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben…

Anspieltipps: Infected Monarchy und Live Before You Die
Christian K.
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