Böser Kater – Handcrafted Rhabarber Vanilla Gin

Die Polysemie (Mehrfachbedeutung) von Böser Kater ist nicht von der Hand zu weisen

Name: Böser Kater, Handcrafted Rhabarber Vanilla Gin, limitierte Auflage

Herkunftsland: Eppingen, Deutschland

Firma: Edelobstbrennerei Schleihauf

Art des Getränks: Gin

Jahrgang: entfällt

Link: www.edelobstbrennerei-schleihauf.de

Abfüllmenge: 500 ml

Volumenprozent Alkohol: 40 %

Preis: 30,15 Euro

Online Shop: https://edelobstbrennerei-schleihauf.de/

Heute hab ich mal etwas Edles zum Testen auf den Tisch bekommen. Aus dem Hause der Edelobstbrennerei Schleihauf hat einer der Böser Kater Gins in der Geschmacksrichtung Rhabarber Vanille den Weg zu mir gefunden. In einer überaus stabilen Papp-Box wird mir die Flasche geliefert und bereits beim Auspacken gibt’s die erste positive Überraschung. Die Flasche liegt wie ein etwas zu groß geratener Handschmeichler angenehm in der Hand und ruft ein Gefühl von Luxus und Exklusivität hervor. Das Glas, insbesondere der Boden der Flasche, lässt die Flasche schwer erscheinen und das ist, als wenn man einen Mercedes der S-Klasse anstatt eines Opel Astras unterm Hintern hat. In der Flasche befindet sich eine goldfarbene Flüssigkeit, die den Eindruck der hochwertigen Produktion verstärkt. Die Flasche wird mit einem schwarzen Verschluss und einer kleinen Banderole mit einem Katzenkopf, bei dem die Augen durch ein „x“ angedeutet werden, verschlossen. Das weiße Etikett deutet am Rand mit einer orange, gelblich, rötlichen Färbung auf den Rhabarber hin. Ansonsten stehen nur noch der Name, die Füllmenge, der Prozentgehalt und der Hinweis auf den Produzenten auf dem Etikett. Die edel wirkende Schrift unterstreicht die insgesamt wertige Aufmachung. Nun hilft es nichts, die Flasche muss auf und der Verkostung steht nichts im Wege.

Im Gegensatz zu anderen Manufakturen setzt die Edelobstbrennerei auf einen Drehverschluss, was die Wertigkeit etwas schmälert. Ein Kunstkorkverschluss hätte da ggf. besser gepasst. Aber nun gut, das ist eben eine unternehmerische Entscheidung, die aber dem Gesamteindruck nur einen marginal Minuspunkt einbringt. Die erste Nase atmet einen leicht süßlichen Duft ein, der von Vanille-Aromen geprägt ist. Wacholder ist zunächst so gar nicht auszumachen. Das ist aber zunächst an dieser Stelle nicht schlimm. Dafür riecht die Spirituose total lecker und die Speichelproduktion wird in Gang gesetzt. Das schreit geradezu nach „probier mich!“. Gedacht, getan. Ein kleiner Tumbler dient als passendes Glas und die goldgelbe Flüssigkeit ergießt sich hinein. Noch mal dominieren die Vanille-Aromen und erfüllen den ganzen Raum. Ganz entfernt ist ein Hauch von Wacholder zu erahnen. Das wirft die Frage nach der Zuordnung auf. Direkten Abstand nehme ich von den typischen London Dry oder Dry Gin Sorten. Ich tendiere hier deutlich zu einem New Western Dry Gin. Das erste Nippen an dem Getränk (ohne irgendeine Verdünnung) erzeugt eine noch nicht näher bestimmbare Assoziation mit einem andern Getränk. Es liegt auf der Zunge, aber ich kann es nicht wirklich in Worte fassen. Angenehm entwickelt sich der Geschmack im Mund, um dann fast ohne Brennen in der Kehle für einen angenehmen Abgang zu sorgen. Ein leicht wohlig warmes Gefühl breitet sich im Magen aus. Das schmeckt nach mehr. Neben der Vanillenote kommt nun auch ganz leicht der Rhabarber zum Vorschein, ohne dominant zu sein. Neben den angesprochenen Botanicals sollen auch Nuancen von Cranberries und Holunderblüten enthalten sein. Diese dürften nur für den runden Geschmack sorgen, stechen sie doch nicht hervor. Für dieses alkoholische Getränk braucht es eigentlich keine Verdünnung. Der Hersteller empfiehlt jedoch 2-3 Eiswürfel, den Gin und dazu Indian oder ein mediterranes Tonic Water. Das teste ich natürlich auch, komme aber zum Schluss, dass es ohne Weiteres pur genießbar ist. Mit dem Tonic hat man länger gut davon, lässt einen lauen Sommerabend ausklingen und beschert einem dann vielleicht keinen Bösen Kater am nächsten Morgen.

Neben der überaus leckeren Gin-Variante regt ein sozialer Aspekt noch zum Erwerb dieser Spirituose an. Die Manufaktur unterstützt mit jeder verkauften Böser Kater Gin Flasche den Katzenschutzverein Karlsruhe und ermöglicht es so, den Straßenkatzen ein neues Zuhause zu geben, kranke Samtpfoten zu pflegen und Futterplätze für Wildtiere einzurichten. Das nenne ich mal ein gelungenes Konzept und lässt mich diese limitierte Gin-Kreation bedenkenlos weiterempfehlen.

Böser Kater – Handcrafted Rhabarber Vanilla Gin
Fazit
Böser Kater wartet mit einem überaus ansprechenden Gin auf, der so viel mit einem klassischen Gin zu tun hat, wie ein Fahrrad mit einem Auto. Das ist aber voll ok, wenn man sich auf diese Geschmacksnuancen einlässt und auch mal Neues wagt. Die dominierende Vanille-Note wird durch feine Rhabarber-Aromen ergänzt und macht dieses Getränk nicht nur pur zu einem Hochgenuss, sondern auch in einer verdünnten Variante kann der Drink überzeugen. Lobenswert ist der Einsatz für die Karlsruher Samtpfoten, die vom Verkauf des Böser Kater Gins partizipieren.
Geschmack
9.5
Geruch
9.5
Abgang
9.2
Optik
10
Leser Bewertung0 Bewertungen
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9.6
Punkte
Podcast
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