Cologne Metal Festival V am 07.10.2017 im Kulturbunker, Köln-Mülheim

“Cologne Metal Festival V am 07.10.2017 im Kulturbunker, Köln-Mülheim“

Festivalname: Cologne Metal Festival V

Bands (alphabetisch): Atrium Noctis, Divine:Zero, The Helldozers, Mortal Peril, Pyogenesis, Reptil, Sabiendas, Sic Zone, Stormage, Temprage, When Stars Collide

Ort: Kulturbunker, Köln

Datum: 07.10.2017 (Einlass: 12:00 Uhr, Beginn: 13:00 Uhr)

Kosten: VK 15,00€

Genres: Melodic Death Metal, Alternative Neon Rock, Alternative Metal, Death Metal, Thrash Metal, Industrial Metal, Oldschool Thrash Metal, Heavy Metal, Pagan Black Metal, Symphonic Black Metal

Besucher: 450 (ausverkauft)

Veranstalter: Cologne Metal GbR (i.G.) (http://www.cologne-metal.de/Koeln_Metal_Home)

Link: https://www.facebook.com/events/264714750654248/

 

Der späte Samstagvormittag lädt eher nicht dazu ein, die gemütliche Wohnung zu verlassen, und die Wettervorhersage stimmt auch eher nicht positiv. Aber die Vorfreude überwiegt ja doch, auch wenn es bei insgesamt elf Bands sicherlich ein langer Tag werden wird. Also rein ins Auto und auf nach Köln-Mülheim, wo heute das Cologne Metal Festival in seine fünfte Auflage geht. Ein paar – überwiegend mit schwarzen Shirts bekleidete – Fans stehen schon vor dem Kulturbunker, als ich pünktlich eintreffe, auch die Tür ist schon geöffnet. Also rein und erst mal die Lage checken.

Heute ist auf jeden Fall Treppenlauf angesagt, denn die wichtigen Anlaufpunkte im Bunker verteilen sich über die Etagen. Garderobe im Erdgeschoss – da muss man ja wohl erst zum Ende wieder hin –, Toiletten und gut bestückter Merchandisestand sind im ersten Stock. Einen Stock höher finden sich dann die Halle – in der gerade der Soundcheck von Temprage stattfindet –, der Getränkestand und die Terrasse. Auf der sind auch einige Pavillons aufgebaut – die sich im weiteren Verlauf noch als sehr praktisch erweisen –, der Merchandisestand vom Cologne Metal Festival selbst und auch der Pavillon, an dem man feste Nahrung kaufen kann. Die Terrasse ist auch so ziemlich der einzige Punkt, an dem man guten Handyempfang hat, ansonsten ist man im Gebäude mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten, denn W-Lan gibt es nicht. Das führt dann aber zu dem ungewöhnlichen Konzerterlebnis, dass Handys nur gezückt werden, um Fotos oder Videos von den Auftritten der Bands zu machen. Ansonsten unterhält man sich ganz „Oldschool“ miteinander, sofern das in der Halle während der Shows überhaupt möglich ist. Auch draußen auf der Terrasse ist die Mehrheit allerdings auch erstaunlich wenig mit dem Handy beschäftigt, man steht in kleineren oder größeren Grüppchen beieinander und spricht miteinander. Ich bin eine der wenigen, die intensiv mit dem Handy beschäftigt ist, da ich ja zwischendurch den Instagram-Kanal von Time for Metal füttere 😀

Das Programm startet pünktlich, Temprage aus Köln und Bergisch Gladbach dürfen die bereits Anwesenden zu ersten Aufwärmübungen animieren. Das große Vorbild der Band, zumindest musikalisch, kann man so ziemlich gleich raushören. Auch wenn die Facebook-Seite der Band etwas anderes sagt, ich höre da Rock’n’Roll à la Motörhead. Leider ist der Leadgitarrist der einzige, der auch so ein wenig Rock’n’Roll-Feeling rüberbringt, er ist nur auf der Bühne unterwegs und zieht mit seinem Instrument eine sehr coole Show ab, die sogar der Bassistin mal ein Grinsen entlockt. Die anderen Bandmitglieder, selbst Sänger Sven, sehen daneben eher wie Nebendarsteller – ich will jetzt nicht „Statisten“ sagen – aus. Die Songs an sich sind schon verhältnismäßig lang, weisen dann aber auch noch relativ lange Instrumentalparts auf, während denen sich dann zwar der Leadgitarrist hervortun kann, Sänger Sven aber augenscheinlich erst recht nicht weiß, was er machen soll und ein wenig verloren auf der Bühne steht. Wenn man daran noch ein wenig arbeitet, könnte das aber durchaus noch interessant werden.

Temprage @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Ganz anders sieht das dann bei Divine:Zero aus Erkelenz aus. Nach so vielen Jahren, die die Band bereits existiert, und nach so vielen Shows, die man bereits gespielt hat, gibt es an der Show der vier Jungs nichts zu kritteln und jeder hat sein ganz eigenes Programm, mit dem er die Blicke auf sich ziehen kann. Basser Markus ist nur am pogen und steigt auch gern mal in Duelle mit Sänger und Gitarrist Björn ein, während Gitarrist Ben ständig seine ellenlangen Haare schwingt und nach hinten schmeißt, was natürlich auch ein beliebtes Fotomotiv ist 😀 Wie Melodic Death Metal geht, wissen die Jungs natürlich und können mit Songs wie Bloodpounding oder Scardust auch schon die ersten Fans zum fleißigen Kopfkreiseln animieren. Aktuell ist man im Studio, um am dritten Langeisen zu arbeiten. Nach dem ersten Vorgeschmack, den Divine:Zero heute liefern, darf man gespannt sein.

Divine:Zero @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Nach Divine:Zero kommt dann auch zum ersten Mal David vom Organisationsteam auf die Bühne und begrüßt die bereits Anwesenden. Viele kommen aus Köln, andere, so wie ich, von außerhalb. Für eine/n von denen hat David ein kleines glitzerndes Papphütchen mitgebracht, das sich der Fänger dann auch gleich aufsetzt 😀 Viele Worte macht David dann aber nicht mehr, neun Bands warten ja noch darauf, die Bühne entern zu können.

David @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Nach Melodic Death Metal gibt es jetzt Symphonic Black Metal mit Atrium Noctis. Warum die Band heute ohne Schlagzeuger auf der Bühne steht, wird nicht verraten, aber wenn ich das der Facebook-Seite richtig entnommen habe, ist man wohl gerade nicht nur auf der Suche nach einem zweiten Shouter sondern eben auch nach einem Drummer. Auch sonst gibt es nicht viel Kommunikation mit dem Publikum, was ich bei Black Metal-Bands zwar auch schon anders erlebt habe, hier aber nicht wirklich vermisse, denn die Songs sprechen für sich und bedürfen keiner weiteren Worte. Ähnlich wie Sven von Temprage weiß auch Damian von Atrium Noctis nicht wirklich, wie er die sehr langen Instrumentalparts in den langen Songs nutzen kann, und steht dann auch etwas verloren auf der Bühne. Gesangstechnisch ist er aber sehr gut dabei und weiß, wie er Songs wie Zerberons Erwachen oder Die Nacht des Falken (beide vom letzten Album Aeterni) intonieren muss. Auf seine Instrumentalfraktion kann er sich dabei sowieso verlassen.

Atrium Noctis @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Hätte ich vorher ansatzweise gewusst, was jetzt bei Reptil passiert, wäre die Erwartungshaltung eine sehr hohe gewesen. So gucke ich mit immer größer werdendem Staunen zu, was da alles auf der Bühne aufgebaut wird und was da für „Gestalten“ rumwuseln. Und dann kommt eine Show, die ich wohl so schnell nicht vergessen werde und bei der ich definitiv die meisten Fotos des ganzen Tages geschossen habe. Kurz vorher hatte ich noch gehört, dass Reptil während ihrer Show eine Geschichte erzählen. Dass jetzt aber dermaßen viele visuelle Eindrücke auf den Zuschauer niederprasseln, dass man dabei fast die ebenfalls grandiose Musik vergisst, ist schon bemerkenswert. Dabei wechselt das Sangesduo ständig die Klamotten, ist nur auf der Bühne unterwegs, bedient sich verschiedenster Requisiten – wie Eisenketten oder Peitsche – und liefert dabei eine oscarreife Show. Dabei geht die Instrumentalfraktion fast unter, aber nur fast, denn der mit einer Anonymous-Maske ausgestattete Bassist, Gitarrist Ryan und der Drummer, der mich vom Aussehen her ein wenig an Dani Filth erinnert, lassen natürlich den beiden „Frontern“ den Vortritt, sind aber ebenfalls Hingucker. Mich erinnert das ein ganz klein wenig an die Kölner Band Ayahuasca, die es ebenfalls verstehen, Death Metal mit einem „visuellen Overkill“ – absolut positiv gemeint! – zu verbinden. Reptil machen das Ganze mit einem Crossover, in dem Industrial Metal vorherrscht, und worum es bei der Geschichte geht, habe ich (noch) nicht wirklich verstanden, aber es stehen noch weitere Konzerttermine an… 🙂

Reptil @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Wie schon bei der Band Temprage gibt es auch von The Helldozers sehr gediegenen Rock’n’Roll vor den Latz geknallt. Und damit die Fans noch besser in Stimmung kommen, haben die Jungs auch gleich noch Ouzo und Wodka mitgebracht, die in kleinen Pinneken freigiebig verteilt werden. Kommunikation ist alles, darin erweisen sich The Helldozers als ausgesprochen geübt und sorgen für sehr viel Spaß 😀 Ob – passend zur Bandbesetzung – neben diesen griechischen und russischen Getränken auch noch ein deutscher Schnaps aufgefahren wird, habe ich nicht mitbekommen, hier greifen auf jeden Fall speziell die Jungs in der ersten Reihe, die außer einem Schottenrock nicht viel mehr auf dem Leib tragen, gern und oft zu. Aber die haben auch vorher schon einen ausgeprägten Hang zum Party machen bewiesen, sind eifrige Mattenschwinger und beherrschen auch den Propeller mit einer bewundernswerten Ausdauer. Ich wäre schon längst einfach nur umgekippt 😀 Aber zurück zu The Helldozers: Ich denke mal, Schlagzeuger Alex wird heute von den ganzen Bands einer der Jüngsten sein, aber er tritt die vor ihm stehende Saiten-/Sangesfraktion mit seinem sehr straighten Spiel gehörig in den A… Diesen Tritt geben Tony, Philipp und Atha gern weiter und zocken sich mit einer gehörigen Portion Spielfreude durch Songs wie Don’t Stop To Hate Me oder Dead Or Alive.

The Helldozers @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Eine der Bands des heutigen Tages, die ich nicht zum ersten Mal live erlebe, ist When Stars Collide. Was ich noch nicht wusste, ist, dass Sänger Mico auch im Organisationsteam des Cologne Metal Festival ist. Da ergeben sich einige interessante Gespräche, aber bleiben wir mal beim Neon Metal, der jetzt von den vier Jungs geboten wird. When Stars Collide sind heute wohl, wie Mico den Anwesenden erklärt, eher für die „sanften“ Töne zuständig. Auf jeden Fall sind sie inmitten der anderen Bands, die eher „oldschool-mäßig“ unterwegs sind, schon eine Ausnahme. Dies ist die erste Show der kleinen Tour, die die Jungs jetzt antreten, und man merkt ihnen wieder mal an, dass sie hochmotiviert ans Werk gehen und eine sehens- und hörenswerte Show liefern wollen. Mico hat sich heute mal eine Sonnenbrille auf die Nase gesetzt hat und nimmt die auch während der gesamten Show nicht ab. Sehr cool auch heute Bassist Patrick, und die dicken neonorangenen Saiten seines Instruments sind natürlich genauso ein Hingucker, wie die neongrünen Gitarrensaiten von Mike und die neongelben Drumsticks von Jascha. Wenn die Jungs vor und nach der Show dann ungeschminkt und in normalen Klamotten rumlaufen, passiert es sogar mir, dass ich dran vorbeilaufe, sorry noch mal dafür! 😀

When Stars Collide @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Ebenfalls ein Mitglied aus dem Organisationsteam des Cologne Metal Festival hat die Band Mortal Peril in ihren Reihen, nämlich Pete, der neben der Gitarre auch für den Backgroundgesang zuständig ist. Dementsprechend laut fällt auch der Applaus aus, als sich Sänger/Bassist Jan zunächst einmal recht herzlich für seine Arbeit bedankt und natürlich auch dafür, dass Mortal Peril heute hier spielen dürfen. Das tun sie dann auch, und jetzt ist wieder Oldschool angesagt. Mit jeder Menge Spaß in den Backen ballern die Jungs ihren Thrash Metal mit unüberhörbaren Einflüssen aus den NWOBHM in die Menge, vergessen dabei auch das stilgerechte Posen nicht und lassen nicht nur die Kuttenträger im Publikum ordentlich abgehen. Der augenscheinlich bestens gelaunte Jan ist um keinen Spruch verlegen und weiß mit Pete, Lukas und Jonas ein gut eingespieltes Team um sich, mit dem er die Spielzeit gut nutzt und sich zu Songs wie Machete oder Hellish Trails vom Publikum abfeiern lässt. Laute Mitsingchöre, hochgereckte Fäuste, Pommesgabeln und schwingende Matten dürften der größte Lohn für Mortal Peril sein, die einen überzeugenden Auftritt hinlegen.

Mortal Peril @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Schon seit zehn Jahren ist die Band Sabiendas aktiv, ich habe sie beim Steel Meets Steel im August dieses Jahres zum ersten Mal live erleben dürfen. Das war Outdoor, die Sonne schien und bestrahlte die Show. Hier ist Indoor, draußen regnet es, aber die Lichtanlage wird wieder mal auf den Punkt genau eingesetzt und verpasst dem Death Metal von Sabiendas den letzten Schliff. Wieder mal sehr präsent sind Fronter Jan, der die Fans in den ersten Reihen immer sehr genau im Blick hat, und Gitarrist Christian, den wahrscheinlich selbst ein Hieb mit einer riesigen Keule nicht stoppen kann. Wieder einmal wirbelt und wuselt er über die Bühne und stößt dabei auch ein ums andere Mal mit Fronter Jan zusammen. Da bleiben Gitarristin Alexandra und Bassist F.T. dann lieber auf ihren Plätzen 😀 Wie schon beim Steel Meets Steel bin ich sehr begeistert über die Spielfreude, die man den Bandmitgliedern trotz der schon so lange dauernden Karriere sofort ansieht und auch abnimmt. Womit ich nicht gerechnet hatte, während ich aus der dritten Reihe Fotos machen wollte, ist, dass direkt vor mir zwei Jungs auf die Idee kommen, einen Pit zu starten. Der Schwung, den die beiden mit ihren gegenseitigen Schubsern an den Tag legen, erwischt mich dann auch, aber Gott sei Dank ist einer der hinter mir stehenden Jungs sehr aufmerksam und stoppt meinen Rückwärtsdrall. Danke dafür! 😀

Sabiendas @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Schon während des Aufbaus der Band Stormage, den ich aus der ersten Reihe verfolge, stürzt plötzlich ein Mädel auf mich zu, stuppst mich an und sagt nur „die Schuhe, die Schuhe“. Erst weiß ich gar nicht, was sie meint, aber auf ihren Fingerzeig hin fallen mir dann doch die sehr ausgefallenen Stiefel von Sänger/Gitarrist Heiko auf. Das zweite, was mir an ihm auffällt, sind die klatschnassen Haare, wobei ich darüber eigentlich nicht sonderlich verwundert bin, das machen andere auch. Heiko ist heute aber durch eine heftige Erkältung gehandicapt, darum entschuldigt er sich auch sehr ausführlich für sein Aussehen und die angeschlagene Stimme. Umso mehr den Daumen hoch dafür, dass die Jungs heute trotzdem antreten. Wie Stormage normalerweise live klingen, weiß ich nicht, heute hört man schon, dass Heiko nicht ganz auf der (stimmlichen) Höhe ist, aber Power Metal können die Männer natürlich trotzdem. Bei ihrer Show werden dann auch viele Fäuste im Publikum hochgereckt, und die Fans im Saal sind ja sowieso textsicher.

„Die Schuhe, die Schuhe“ / Stormage @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Auch den Aufbau der Band Sic Zone verfolge ich sehr aufmerksam. Dabei fällt mir zum einen auf, dass sehr viel Bühnendeko rangeschleppt wird, aber auch, dass die Monitore mit Malerfolie abgedeckt werden. Das lässt mich, da ich Sic Zone noch nie live erlebt habe, „Böses“ ahnen, und ich ziehe mich gleich mal an die Seite zurück. Was dann von der ersten Sekunde an abgeht, steht der Show von Reptil kaum in etwas nach und ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat, auch kaum zu beschreiben. In der Mitte der Halle tobt sofort ein großer Pit, und bei dem sehr energiegeladenen Industrial Metal, der da jetzt von der Bühne geballert wird, ist die Verlockung, da mitzumachen, zugegebenermaßen recht groß. Das würde meinen Kameras aber nicht gefallen, also weiter mit immer größer werdendem Staunen das Spektakel auf der Bühne verfolgt. Da ist mächtig viel Bewegung, vor allem, als die wie frisch aus einem Zombiefilm entsprungene Verstärkung mit großen Trommeln aufmarschiert. Da fließt sehr viel (Kunst)Blut, auch Einblicke in die inneren Organe einiger Protagonisten sind unvermeidbar – sehr, sehr krass. Ob es bei Shows von Sic Zone so üblich ist, weiß ich nicht, aber zum Schluss bittet Fronter PY die Massen auf die Bühne, wobei er ausdrücklich davor warnt, dass es dort sehr, sehr rutschig ist – was ich ihm ohne Zweifel abnehme. So wird dann die Bühne auch von sehr vielen Fans bevölkert, während Sic Zone langsam zum Ende kommen. Ein wenig enttäuscht ist Fronter PY davon, dass wir nach Songs wie Burning, Coma – den PY allen widmet, die von uns gegangen sind – und Sweat Person keine Zugabe fordern, aber nachdem sofort die entsprechenden Rufe durch den Raum hallen, erklärt er uns, dass man sich ja als „brave Band“ nach dem Zeitplan richten müsse. Der hat sich mittlerweile mächtig nach hinten verschoben, so dass Sic Zone jetzt die Bühne verlassen müssen.

Sic Zone @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Nach dem Motto „wer Party macht, muss auch aufräumen“ versuchen dann viele Hände, die Bühne wieder in einen halbwegs ordentlichen Zustand zu versetzen und vor allem, den Boden trocken zu bekommen. Dabei gehen einige Rollen Küchenpapier drauf, aber ein schmieriger Film bleibt wohl noch, auf dem insbesondere Bassist Malte von Pyogenesis während des Aufbaus immer wieder hin- und herrutscht.

Putzen nach Sic Zone @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Putzen nach Sic Zone @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geplant war, dass der Auftritt von Pyogenesis um 22:30 Uhr startet. Durch viele Verzögerungen, insbesondere wegen technischer Probleme, ist es mittlerweile fast 23:15 Uhr geworden, und auch Pyogenesis kämpfen mit der Technik. Dann kann es aber endlich losgehen. Das Backdrop zeigt die Lok, die man auch auf dem Cover des vorletzten Albums A Century In The Curse Of Time sieht, gestartet wird mit dem Intro des letzten Albums A Kingdom To Disappear, dem sich dann gleich der Song Every Man For Himself…And God Against All anschließt. Tatsächlich schon seit über 20 Jahren gibt es Pyogenesis, und der Bekanntheitsgrad ist stetig nach oben gegangen. So kann Fronter Flo auf die Frage, wer von den Anwesenden denn Pyogenesis schon kennt, auf eine erfreulich große Anzahl an hochgereckten Händen blicken. Auf die Frage, wer Pyogenesis denn schon seit den Anfangstagen im Jahr 2014 kennt, gehen aber auch sehr viele Hände wieder nach unten. Einer derjenigen, der sich nach wie vor meldet, fällt Flo dann auch ins Auge, er trägt nämlich auch ein Shirt aus eben diesen Anfangstagen. Dahin geht es auch mit dem Track Through The Flames von der 1994er EP Waves Of Erotasia. Trotz der fortgeschrittenen Stunde sind die Männer noch erstaunlich fit, und es entspinnen sich immer wieder sehr witzige Dialoge zwischen Flo und Gizz. So gönnt sich Gizz dann zwischen zwei Songs auch ein Bier, und während er den Inhalt der Flasche ins Glas kippt, schwärmt er vom Geschmack eines Kölsch. Das kommentiert Flo dann gleich mit den Wort „der lügt, normalerweise trinkt er am liebsten Hefeweizen“. Den Konter kann Gizz aber locker parieren, prostet uns allen zu, und weiter geht es in der Setliste. Diese enthält natürlich Songs der letzten beiden Alben, geht aber auch weit zurück in die Vergangenheit. Ein weiterer Zuschauer in den ersten Reihen erweckt das Interesse von Flo, und so bittet er ihn denn auf die Bühne. Auf die Frage von Flo, ob er denn schon einmal einen Stagedive gemacht habe, nickt der Brite und darf den dann auch heute formvollendet performen 😀 Den Song Undead kündigt Flo mit den Worten „Abschied ist ein scharfes Schwert, und mit Undead verabschieden wir uns heute auch“ an, aber trotz der vielen Verspätungen und der somit schon sehr weit fortgeschrittenen Stunde, es ist mittlerweile Mitternacht geworden, werden Pyogenesis natürlich danach noch nicht von der Bühne gelassen. Ein würdiger Headliner, den das Organisationsteam vom Cologne Metal Festival da an Land gezogen hat!

Pyogenesis mit Stagediver @ Cologne Metal Festival 2017 10 07

Das Wetter ist leider mittlerweile nicht besser sondern noch schlimmer geworden, der Himmel hat die Schleusen weit geöffnet. In strömendem Regen mache ich mich also auf die ca. 60 km lange Heimfahrt. Trotzdem freue ich mich schon auf das nächste Mal, denn bei diesem Festival durfte ich auch mal wieder in die so typische Kölner Mentalität eintauchen: jeder quatscht mit jedem, Fremde lernen sich kennen, keiner bleibt außen vor. So komme ich dann sogar noch beim Rausgehen an der Garderobe in ein kurzes Gespräch mit Björn von Divine:Zero und PY von Sic Zone. Das muss ich aber leider abwürgen, denn nach ca. 13 Stunden, die ich jetzt im Kulturbunker verbracht habe, bin ich schlicht und ergreifend platt. So bleibt mir nur, diesen Bericht mit einem dicken Dankeschön an das Organisationsteam zu schließen. Das hat tolle Arbeit geleistet, ein wirklich sehr abwechslungsreiches Line-Up an Land gezogen und auch rund um die Shows alles bestmöglich auf die Beine gestellt.

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