Corona-Pandemie: wir lassen Musiker, Bands, Clubs und Veranstalter zu Wort kommen

Part 25: Conspiria, Mallet, Feanor, Incantatem, Why Amnesia, Nailed To Obscurity/Burial Vault

Das Coronavirus lässt die Welt seit einigen Wochen stillstehen, vielleicht nicht so ganz, aber zumindest in der Konzert- und Veranstaltungsbranche fast komplett. Wir haben in letzter Zeit viel geschrieben über die derzeitige Corona-Krise, haben von den Folgen für die gesamte Veranstaltungsbranche berichtet, haben euch über Konzertabsagen- und Ersatztermine und Online-Geisterkonzerte auf dem Laufenden gehalten, haben versucht einigen Veranstaltern und Live-Clubs aktiv mit Berichterstattungen zu helfen, und haben Tipps gegeben, wie ihr eure Lieblingsband oder eure bevorzugte Konzert-Location am besten in dieser schweren Zeit unterstützen könnt. Letztendlich sind die meisten von uns aber weder Musiker, noch Veranstalter oder Club-Besitzer, sondern nur ein paar Schreiberlinge, die den Metal leben und lieben. Deshalb wollen wir den Spieß nun einmal umdrehen und andere zu Wort kommen lassen, wir lassen Musiker, Bands und Veranstalter einmal selbst erzählen, wie sie die Corona-Krise erleben, wie sie die konzertfreie Zeit in der Quarantäne verbringen und wo der Schuh aktuell am meisten drückt.

Wir haben eine Menge Rückmeldungen gekriegt, deshalb müssen wir in Etappen veröffentlichen, denn sonst würde es unübersichtlich. Hier die nächsten Stimmen, weitere folgen in den nächsten Tagen:

Philipp Schneider (Conspiria)

Abgesehen davon, dass uns die Situation genauso privat einschränkt wie alle anderen, haben wir alle das Glück, nicht auf ein stetiges Einkommen durch die Band angewiesen zu sein, womit es uns noch sehr viel weniger hart trifft, als viele andere der Kolleg(inn)en. Allerdings mussten wir auch unser alljährliches Minifestival absagen, was Wochen an Arbeit quasi negiert hat, und uns fällt es auch schwer, mit Blick in die Zukunft, aufgrund der Ungewissheit, welche die Situation umgibt, wieder konventionelle Gigs zu planen. Diese Gigs machen jedoch einen Teil der finanziellen Grundlage der Band aus, weswegen viele Projekte gerade auf Eis liegen.

Es ist allerdings sehr schön zu sehen, dass sich langsam Strukturen formen, welche Künstler(innen) und Fans die Möglichkeit geben, einen Teil der Musikkultur über diese Krise am Leben zu halten. So haben wir beispielsweise für das Couch`n‘-Sofa-Onlinefestival einen Mitschnitt unseres Festivalgigs von letztjährigen Sternenklang zur Verfügung gestellt und ähnliche Formate entstehen gerade überall in der weiten Welt des Internets.

Wir fokussieren uns derweil auf Dinge, welche nicht unbedingt auf das physische Beisammensein angewiesen sind, wie beispielsweise die Pre-Production unseres Debütalbums, die gerade auf Hochtouren läuft.

Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

Liebe Grüße
Philipp i. A. v. Conspiria

https://www.facebook.com/conspiria/
https://open.spotify.com/artist/2sbKJX93IE4z9KpHrv1bUz
https://www.youtube.com/c/conspiria

Conspiria – The Faintness – Live @ Epic Metal Night Vol. II 2018:

Manfred Dünzl (Mallet)

Man sollte es nicht glauben, aber ich bin trotz Corona im Stress. Bin zwar Profi und darf im Moment keine Auftritte spielen, aber dafür habe ich umso mehr Arbeit im Büro mit Absagen … usw.

Was machen wir in Zeiten von Corona. Es ist natürlich sehr schade, dass wir nicht spielen können, es ist das erste Mal in 40 Jahren, dass wir so lange Pause haben, komisches Gefühl.

Schlecht ist natürlich auch, dass wir als Profis kaum Einkommen haben, denn in erster Linie leben wir von den Live-Auftritten. Unterstützung vom Staat oder vom Land Hessen gibt es für uns nicht, da wir nur wenig laufende Kosten haben. Bleibt nur der Weg, Hartz-4 zu beantragen. Zum Glück sind wir teilweise noch nicht so weit, bzw. dazu berechtigt.

Was schön ist, ist, ein wenig entschleunigen zu können, nach 40 Jahren auf der Überholspur, ein eigenartiges Gefühl. Man geht wieder mehr in die Natur, macht mehr für seine Kondition, man hat mehr Zeit zum Üben und musikalisch vielleicht mal in andere Genres reinzuschnuppern. Eben Sachen, für die man sonst nie Zeit hat. Ansonsten versuchen wir natürlich, mit Videoclips in Facebook auf uns aufmerksam zu machen und wenigstens noch ein paar CDs zu verkaufen. Was auch sehr schön ist, ist die Unterstützung der Fans, das geht von Merch- und CD-Käufen und bezahlten Downloads bis zu Spenden und finanzieller Unterstützung. Hätten wir so nicht erwartet, das macht echt Mut und zeigt, dass es doch einige Musikliebhaber gibt, denen man nicht egal ist. Da hat es dann doch gelohnt, dass man nicht zur reinen Coverband mutiert ist und noch ein paar Alben mit eigener Musik am Start hat.

Ein Online-Streaming-Konzert haben wir auch schon im April gemacht. Ansonsten freuen wir uns natürlich über jede Art von Unterstützung, z.B. über unseren Mallet Shop unter: https://www.mallet.de/index.php?section=shop, per Mailorder; duenzl@mallet.de oder Spenden auf unserem Paypal Account; duenzl@mallet.de

Wir hoffen natürlich, dass der Spuk irgendwann mal ein Ende hat.

Viele Grüße

Manfred / Mallet

https://www.mallet.de
https://www.facebook.com/www.mallet.de/
https://soundcloud.com/mallet-de
https://soundcloud.com/malletlive
https://www.youtube.com/user/MalletDE

Mallet – Livestream @ Halle 45, Mainz 25.04.2020:

Gustavo Feanor Acosta (Feanor)

We are heavy metal, not pussies, during corona virus times, we need to show what we are made off, others might crumble, we stay strong, let´s be intelligent, take care of our families as the true warriors we are and try to help each other as much as we can.
Heavy metal will never die, metal music is not a trend and the good times will come back when we can all reunite on a show and share a beer (or many) as we love to do, now is the time to be resilient and fight!
Power to you all!

Gustavo Feanor Acosta

Wir sind Heavy Metal, keine Fotzen, während der Zeit des Coronavirus müssen wir zeigen, woraus wir gemacht sind, andere könnten zusammenbrechen, wir bleiben stark, wir sind intelligent, kümmern uns um unsere Familien als die wahren Krieger, die wir sind, und versuchen einander so viel wie möglich zu helfen.
Heavy Metal wird niemals sterben, Metal Musik ist kein Trend und die guten Zeiten werden zurückkehren, wir werden uns alle auf einer Show wiedersehen und ein Bier (oder viele) teilen können, wie wir es gerne tun. Jetzt ist die Zeit, belastbar zu sein und zu kämpfen!
Kraft für euch alle!

Gustavo Feanor Acosta

http://www.feanorband.com
https://www.facebook.com/feanorband/

Feanor – We Are Heavy Metal (2016):

Malte Storjohann (Incantatem)

http://www.incantatem-band.de
https://open.spotify.com/artist/11nlROcIOW1BCKp3LGaTjf
https://www.instagram.com/incantatemband/
https://www.youtube.com/user/IncantatemTV

Incantatem – Wie Feuer (Roughmix) (2020):

Theus Caster (Why Amnesia)

Nach unserem letzten Konzert am 7. März 2020 hat uns der Lockdown und die damit verbundene Absage aller weiteren geplanten und zugesagten Clubgigs und Festivals zunächst einmal in eine Schockstarre versetzt …, und aufgrund der Kontaktverbote konnten wir ja noch nicht einmal mehr proben! Inzwischen haben wir uns mit der Situation arrangiert und zum einen mit dem Songwriting für das nächste Album begonnen – die Songideen nehmen wir im Homerecording auf und schicken sie an die restlichen Bandmitglieder -, zum anderen finalisieren wir bereits begonnene Recordings für eine Acoustic-EP, um diese online zu veröffentlichen. Und dann hoffen wir schnell auf eine (sichere) Rückkehr zur Normalität und auch auf Planungssicherheit in Bezug auf künftige Gigs – wobei wir befürchten, dass sich diese lange nicht einstellen wird.

Damit möchten wir einen Aufruf nicht nur an unsere Fans, sondern an alle Fans handgemachter Musik starten: Lasst den Rock ’n‘ Roll nicht sterben! Unterstützt eure Bands, sei es, dass ihr Facebook oder andere Beiträge liked und kommentiert, Merch kauft, und/oder die Musik streamt und downloaded – und sobald es wieder geht, kommt zu den Konzerten! Ohne uns wird es still – ohne eure Unterstützung aber auch!

Besten Gruß
Theus und Why Amnesia

http://www.why-amnesia.de
https://www.facebook.com/WhyAmnesia/

Why Amnesia – This Heart (2018):

Raimund Ennenga (Nailed To Obscurity/Burial Vault)

Mit Nailed To Obscurity ging unsere Europatour mit Oceans, Lord Of The Lost und Equilibrium Mitte Februar zu Ende, also zu einer Zeit, in der zumindest ich selbst die ganze Situation um Corona und Covid-19 zwar durch die Medien am Rande wahrgenommen, aber nicht wirklich ernst genommen habe. Nach Überwindung des Post-Tour-Blues kamen dann schlussendlich die Einschränkungen und wir mussten uns alle eingestehen, dass auch wir nun vernünftig sein und den Stay Home-Gedanken leben müssen.

Für meine beiden Bands bedeutete dies also, entsprechend keine gemeinsamen Proben mehr und auch anstehende Shows (seien diese kommuniziert oder in der Hinterhand) mussten aufgeschoben werden, was glücklicherweise sehr gut geklappt hat, denn angesetzte Gigs sagt man nicht gerne ab. Da wir alle berufstätig sind und die Musik nicht unsere einzige Einnahmequelle ist, fallen wir in dieser Hinsicht weich. So hat sich primär unser privates Leben ein wenig verändert.

Wir versuchen die Zeit jedoch, so gut es neben der veränderten (Arbeits-) Situation geht, kreativ zu nutzen. Mit Burial Vault arbeiten wir schon länger an neuem Material und hoffen, dass wir das Songwriting schon bald abschließen können. In der Zwischenzeit gibt es unsere Online-EP Left Unburied mit unveröffentlichtem Material aus dem Archiv, das wir speziell zur Überbrückung der verzichtreichen Zeit erst kürzlich veröffentlicht haben. Und auch mit Nailed To Obscurity sind die ersten Ideen für neue Songs im Raum, die darauf warten, in Form gebracht zu werden.

Uns ist natürlich klar, dass es maßgebliche Einschränkungen für die Bereiche Kunst/Kultur, Sport, Gastronomie …, usw. gibt. Deshalb hoffen wir sehr, dass es allen Personen in diesen Bereichen, die wir über die Jahre kennenlernen durften, gut geht.

Auf dass man sich schon sehr bald auf der anderen Seite wieder sieht!

Raimund Ennenga

Nailed To Obscurity – Tears Of The Eyeless (2018):

https://www.facebook.com/nailedtoobscurity/

https://www.facebook.com/burialvaultband/

Burial Vault – venoMutilation (2020):

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