Eventname: Dream Theater – Distance Over Time Tour Celebrating Of Scenes From A Memory
Band: Dream Theater
Ort: Sporthalle, Hamburg
Datum: 23.01.2020
Kosten: ab 35 € VVK (Black Friday), 46 € VVK normal, 50 € AK
Genre: Progressive Metal, Progressive Rock
Besucher: ca. 2200 Besucher
Veranstalter: FKP Scorpio
Links: https://de-de.facebook.com/dreamtheater
http://dreamtheater.net
https://www.fkpscorpio.com
Setliste:
Dream Theater:
- Intro: Atlas (Instrumental Alt)
Act I - Untethered Angel
- A Nightmare To Remember
- Paralyzed
- Barstool Warrior
- In The Presence Of Enemies, Part I
- Pale Blue Dot
Act II (Metropolis, Part 2: Scenes From A Memory) - Act I: Scene One: Regression
- Act I: Scene Two: I. Overture 1928
- Act I: Scene Two: II. Strange Déjà Vu
- Act I: Scene Three: I. Through My Words
- Act I: Scene Three: II. Fatal Tragedy
- Act I: Scene Four: Beyond This Life
- Act I: Scene Five: Through Her Eyes
- Act II: Scene Six: Home
- Act II: Scene Seven: I. The Dance of Eternity
- Act II: Scene Seven: II. One Last Time
- Act II: Scene Eight: The Spirit Carries On
- Act II: Scene Nine: Finally Free
Zugabe:
- At Wit’s End
Vor etwas mehr als 20 Jahren – genau am 26.10.1999 – erblickte das Konzeptalbum Scenes From A Memory das Licht dieser Welt, basierend auf dem 92er-Werk Images & Words. Es erzählt die Geschichte des fiktiven Nicholas, der eigentlich Victoria Page heißt und als Nicholas wiedergeboren wurde. Das Ganze spielt im Jahre 1928 und Victoria und ihr Bruder wurden von Edward ermordet. Edward lässt es allerdings so aussehen, als ob Julian der Mörder wäre, der nach der Tat Selbstmord begangen hat, und sagt aus, dass er nur hilflos zusehen konnte. So kommt Edward ungestraft davon. Diese Geschichte erfährt Nicholas unter Hypnose. So lebt die Seele von Victoria weiter (The Spirit Carries On).
Der Geburtstag des Albums wird mit dem aktuellen Werk und einigen Klassikern zu der heutigen Show kombiniert. Warum steht jetzt als zweite Headline aber „5 Sterne Köche in Hamburger Pommesbude“? Nun, das Konzert heute findet in der Sporthalle Hamburg statt. Die Sporthalle hat bezüglich Konzerte einen weniger guten Ruf. Vernünftigen Sound gibt es hier eigentlich selten (oder nur an einigen Stellen). Da Dream Theater ja gerade für die Perfektion der Darbietung an sich als auch einen perfekten Sound bekannt sind – ja, dann wäre es doch quasi so, als würde man einen 5 Sterne Koch in eine Pommesbude holen. Die Frage ist also auch, was die 5 Sterne Musiker denn so aus der Sporthalle rausholen können?
Eine Vorband benötigen Dream Theater nicht – es wird bereits vorher angekündigt, dass man ca. drei Stunden spielen wird. Also warum lange mit der Vorspeise beschäftigen. Wir steigen dann gleich ins Hauptmenü ein.

Der Ablauf heute ist ein wenig wie im Theater. Die Sporthalle ist komplett bestuhlt. Das ist der Innenraum sowie die unteren Ränge der beiden Tribünen. Alles andere ist abgesperrt. Der Zuschauerzuspruch ist nicht besonders hoch. Eventuell lag es auch an der Preisgestaltung. Beim Black Friday im November erhielt man 50 % auf die Ticketpreise. Die waren ansonsten bei 67 € aufwärts. Die ersten Reihen vor der Bühne waren bei mehr als 100 €. Je näher das Konzert rückte, desto geringer wurde der Preis. Zum Schluss lag er bei 46 € + Gebühren. Eventuell auch ein Grund für die recht schwach besuchte Halle. Möglicherweise ist es aber auch der Ruf der Location bezüglich des Sounds? Aber wenn nicht Dream Theater einen guten Sound schaffen, wer dann?


Die Band verschwindet und ist wenige Minuten später für die Zugabe mit At Wit´s End vom aktuellen Longplayer noch mal da. Anschließend verabschieden sich die Perfektionisten nach knapp drei Stunden unter donnerndem Applaus der Sitzplatzzuschauer. Die Stehplatzfraktion nimmt lieber die Pommesgabel.
Fazit: Ja, was haben denn die 5 Sterne Köche in der Pommesbude so ausrichten können? Eigentlich genau das, was man erwarten durfte. Wohl das Optimale aus den gegebenen Bedingungen herausgeholt. Hamburg hat halt keine vernünftige Konzertlocation in einer Größe zwischen 2000 und 5000 Besuchern. Die große Halle in Stellingen ist für solche Gigs einfach überdimensioniert. Die kleinen Clubs auf dem Kiez können einer Produktion wie Dream Theater keine passende Bühne anbieten. Zwei Trucks mit Material sind hier unterwegs. Da wären auf dem Kiez ganze Straßenzüge gesperrt. Das ist alles nicht neu. Pläne gab und gibt es immer wieder mal. Das Mehr Theater am Großmarkt wurde eine Zeit für derartige Konzerte genutzt – nun laufen dort Musicals. Allerdings war der Sound auch hier ein Problem (Dream Theater spielten auch in dieser Location). Ein Umbau der Sporthalle war auch im Gespräch. Aktuell ist es, wie es ist, und so geben sich u.a. Hammerfall, Dropkick Murphys und Sabaton im Februar noch die Klinke der Sporthalle in die Hand.
Dream Theater sind wohl das Nonplusultra im Prog Rock/Metal Genre. Perfektion in allen Bereichen. Natürlich an den Instrumenten, aber auch Animation, Ablauf etc. Dazu stehen die Herren mal eben knapp drei Stunden auf der Bühne. Jordan ist 63, James 56. Grüße an die jungen Bands, denen nach 60 Minuten die Luft ausgeht. Danke für die Zelebrierung des 99er-Werks Scenes From A Memory. Es hat wohl nicht nur bei mir einige Szenen aus meinem Gedächtnis wiederbelebt.















