Ereley – Diablerie

Ein wenig Übermut schadet nie

Artist: Ereley

Herkunft: Eger, Tschechien

Album: Diablerie

Spiellänge: 54:14 Minuten

Genre: Progressive Metal

Release: 24.01.2020

Label: Massacre Records

Links: http://www.ereley.cz
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Produktion: Ereley in den La Resistans Studios, Rullete Music & Studio Hostivař, Mix und Mastering Zdeněk Šikýř, Coverartwork-Design von Denisa Růžičková, Grafikdesign von Pavel Kouby

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Synthesizer – Lukáš Réda
Gitarre – Jiří Réda
Bassgitarre – René Červínek
Keyboard – Mariana Fernandez
Schlagzeug – Martin Nečekal
Schlagzeug – Petr Hataš (Gast, hat das Album eingespielt)

Tracklist:

  1. Diablerie
  2. Nephilim
  3. Room 666
  4. Hex
  5. Boogie Man
  6. Enchantress
  7. Beast
  8. Flames Of Deliverance
  9. Love And Hate
  10. Burning Hell

Der Begriff „Progressiv“ lässt mich stets aufmerksam werden, denn ich fühle mich zu vielen Bands dieses Genres durchaus hingezogen. Die Band Ereley aus der Tschechischen Republik jedoch sagte mir bis zum heutigen Zeitpunkt nichts. Das nun zweite Studioalbum Diablerie unterwirft sich einem Konzept. Lyrisch wird ein Individuum beschrieben, welches in seinem Leben zu viele schwere und folgenreiche Entscheidungen getroffen hat und dessen Seele seine Reinheit eingebüßt und im Laufe der Zeit diabolische Züge angenommen hat. Das klingt vielsagend und interessant zugleich. Inwieweit sich dies auf die Musik niederschlägt und wie sich so etwas wohl anhören mag, darauf bin ich in der Tat gespannt.

Das Schöne an progressiver Musik liegt zweifelsohne in den jeweiligen Ausprägungen. Der Begriff an sich ist nicht dazu gedacht, etwas Konkretes zu beschreiben oder sich auf etwas Spezielles festzulegen, dieser Ansatz lässt dem Kunstschaffenden jegliche künstlerische, in diesem Falle musikalische Freiheit.

Das Album zeichnet sich von Beginn an durch eine enorme Schwere aus. Die Lyrik ist demnach beileibe nicht herzerquickend, viel eher dunkel und deprimierend anmutend. Die musikalischen Einflüsse reichen von psychedelischem Alternative Metal, über Melodic Death Metal bis hin zum Dark Rock zu Zeiten von Him. Also sehr breit angelegt.

Aus meiner Sicht herausragend sind die Vocals von Lukáš Réda, der mich in seiner Stimmfarbe und auch Modulation sehr oft an Maynard James Keenan von Tool erinnert. Er fängt die jeweilige Stimmung der einzelnen Songs ergreifend emotional ein und interpretiert diese mit Hoffnungslosigkeit, Wut und einer gewissen Lethargie. Seine Vocals tragen maßgebend zur düsteren Atmosphäre des gesamten Albums bei. Seine limitierte Range ist hierbei weniger entscheidend, vielmehr beherrscht Lukáš Réda eines ganz vorzüglich, er ist in der Lage mal hauchend sanft im Clean Gesang, dann stets dynamisch in recht aggressiven Gesang überzugehen. Selbst der gutturale Gesang steht im gut zu Gesicht, sodass Musik und Vocals im Einklang manches mal auch an Amorphis erinnern.

Die instrumentelle Voraussetzung ist ebenfalls gegeben und hier wird alles aufgeboten. Der Einsatz der Synthis ist recht dominant, verleiht dem Album allerdings auch eine positive Fülle. In den Bereichen Rhythmus und Groove liefert man sich permanent den Kampf mit der Progressivität. Deshalb muss man in die Songs auch öfter hineinhören und jene quasi sezieren. Denn ansonsten läuft man aufgrund der vorhandenen Komplexität Gefahr, zu schnell darüber hinwegzuhören.

Ereley – Diablerie
Fazit
Diablerie ist am Ende dann eines nicht: ein leicht verdauliches Album. Es braucht Aufmerksamkeit und jede Menge Zuwendung, dann aber wird es mehr und mehr zu einem anspruchsvollen Werk, welches sich schon deshalb als progressiv bezeichnen lässt.

Anspieltipps: Diablerie, Hex und Boogie Man
Peter H.
8.1
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