MajorVoice & Friends: veröffentlichen am 21.09. „Miss Sarajevo“

Mehr als ein Lied
MajorVoice & Friends performen Miss Sarajevo

Dieses Lied ist mehr als Gesang und Melodie. Am 12. September 1995 kam es im italienischen Modena zu einem denkwürdigen Auftritt. U2 und Brian Eno brachten als Passengers gemeinsam mit Star-Tenor Luciano Pavarotti Miss Sarajevo auf die Bühne. Pavarotti hatte das Werk in Auftrag gegeben. Trauriger Anlass: die Belagerung und Bombardierung der bosnischen Stadt Sarajevo im jugoslawischen Bürgerkrieg. Das Lied ging um die Welt – und hallt bis heute nach.

25 Jahre nach der Uraufführung haben MajorVoice und Lotto King Karl Miss Sarajevo mit zehn weiteren Musiker-Kollegen und Freunden (u.a. Joachim Witt) neu eingesungen. Denn: Sie wollen helfen. Wie schon 1995 wird der Song ehrenamtlich und unentgeltlich zugunsten von Warchild aufgeführt – einer gemeinnützigen Hilfsorganisation, die aus dem Jugoslawien-Krieg entstand und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern aus Kriegs- und Krisenregionen zu helfen.

MajorVoice, der mit seiner kraftvollen Opernstimme schon Rock- und Popklassikern wie Never Let Me Down Again und Wicked Game seinen ganz persönlichen Ausdruck verlieh: „Seit jeher haben mich Gemeinschaftsproduktionen verschiedener Sänger wie Band Aid oder USA For Africa beeindruckt. Die Kooperation von U2 und Pavarotti war für mich ein absolutes Highlight, sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Es war wundervoll, zu erleben, mit wieviel Liebe und Freude die Kollegen auf die Idee reagiert haben, dieses Werk gemeinsam einzuspielen und zu –singen. Durch diesen Song nun darauf hinzuweisen, dass ein Krieg in unserem unmittelbaren Umfeld vor nur 25, und nicht fast 100 Jahren ausbrach, halte ich für absolut notwendig. Zu viele Menschen halten den zweiten Weltkrieg für den letzten, der in Europa wütete. Leider weit gefehlt, und die Auswirkungen und das Leid sind nach wie vor präsent. Und wenn schon damals Warchild als Charity-Organisation beteiligt war, dann gern auch jetzt.“

Lotto King Karl: „Als ich anfing, als Radiomoderator zu arbeiten, war das der erste Song vor dem ersten Opener meiner ersten Sendung. Weil es ein sehr schöner Song ist und weil er eine wichtige Botschaft hat: Krieg ist kein Schwarzweiß-Film aus der Zeit der Großeltern. Krieg kann hier und jetzt geschehen und alles in einer Sekunde ändern. Ohne Öffnungszeiten, rund um die Uhr. Er trifft alle und alles, die Menschen, die Natur und auch ganz banale Dinge. Ich bin oft im ehemaligen Jugoslawien, ich kenne also Land und Leute, und auch Menschen, die dort gekämpft haben. Es ist meine Generation, in die der Krieg dort die tiefste Schneise geschlagen hat. Man kann an vielen Orten noch Löcher in den Fassaden sehen. Von Kugeln, Bomben und Schrapnellen. Man spürt die Trauer und den Schmerz einer Gesellschaft. Den Respekt vor den Opfern und die Demut. Weil man den Krieg hinter sich gelassen hat, der zu gar nichts taugt außer zu der Erkenntnis, wie schrecklich er ist. Das darf niemals in Vergessenheit geraten!
Ich bin stolz und dankbar, bei diesem Projekt mitmachen zu dürfen und Teil einer großartigen Band mit so ausgezeichneten Musikern zu sein.“

Joachim Witt sagt dazu: „Ich verstehe das Lied als grundsätzliche Positionierung gegen militärische Auseinandersetzungen und für den Frieden. Dazu ist es eine eindrucksvolle Komposition, die mich gefangen nimmt! Das sind die wichtigsten Gründe für mich, dabei zu sein!“

Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

Where To Listen: