Bei metallischer Kost aus Italien dürften primär Namen aus dem Power Metal und Rhapsody, wahlweise mit und ohne Feuer, fallen. Vielleicht erinnern sich erfahrene metallische Fans noch an DoomSword aus der Lombardei. Es geht in Italien nicht immer nur hüpfend und fröhlich zur Sache. Ein neuer Name sind Midryasi’s Kult, die ihr Debüt Italian Dark Sound nennen. Damit ist bereits vom Albumtitel klar, dass es keine Schunkelmusik gibt. Dafür stehen auch die deutschen Undergroundperlensucher aus Essen, Dying Victims Productions, die immer wieder erstaunliche Klänge ans Tageslicht befördern.
Italian Dark Sound: Der Titel ist Programm
Ein nicht unbekannter Name ist Geilt an den Vocals, der bei DoomSword bereits für die Arbeit am Bass zuständig war und nach dem erneuten Einstieg 2018 wieder aktiv ist. Aber auch Avenir an der Gitarre und Wrathlord an den Drums haben eine DoomSword-Vergangenheit. Nach circa 15 Jahren und The Eternal Battle gibt es neuen Stoff aus der Feder von aktuellen und ehemaligen DoomSword-Musikern, sodass das Spektrum klar ist, oder?
Midryasi’s Kult sind kein billiger Abklatsch von DoomSword und weniger im Doom als vielmehr im düsteren, obskuren und schrägen Metal unterwegs. Klar, dass es doomige Ausflüge gibt, liegt auf der Hand, aber eher leichtfüßig und immer dunkel und selten so wie erwartet.
Das stampfende Italian Dark Sound eröffnet die Platte und dürfte wahlweise für Euphorie oder Kopfschütteln sorgen. DoomSword meets Mercyful Fate? Dazu noch eine Portion True Metal und das Gemisch kommt flott aus den Boxen. Bedrohlich wie der weiße Hai, episch nach vorne rockend wie Manowar und unorthodox mit diversen Richtungswechseln und elektronischen Einsprengseln. Was Midryasi’s Kult abliefern, ist die Steigerung vom kauzigen metallischen Ansatz, wo plötzlich eine Hammondorgel auftaucht und der Gesang in Richtung 70er-Jahre-Rock driftet.
Exemplarisch sei Into The Cellar hervorgehoben. Flott, aber düster und metallisch, kommen Midryasi’s Kult instrumental daher. Der Gesang ist in Teilen derart drüber, dass selbst Krautrocker applaudieren. Der Mountain Devil erinnert mit seinem Drive anfänglich an Punk oder die eine Band mit schnellen Gothic-Sachen. Es passiert in etwas mehr als drei Minuten mehr als bei anderen Bands auf einer ganzen Platte. Wer DoomSword haben möchte, bekommt The Slow-Ther (Of Genius/Lunacy) angetischt, bevor Hypnopriest auf bereits existierendes Material von Midryasi zurückgreift. Das Ding war aber bisher nur als Demo verfügbar und sorgt mit dem schrubbenden Bass nochmals für weitere Klangdimensionen. Hatten wir schon Einflüsse aus Industrial?
Hier geht es für weitere Informationen zu Midryasi’s Kult – Italian Dark Sound in unserem Time For Metal Release-Kalender.



