Mindwork – Cortex (EP)

Nicht nur für Progressive Death Metal-Fans empfehlenswert

Artist: Mindwork

Herkunft: Prag, Tschechische Republik

Album: Cortex

Spiellänge: 16:44 Minuten

Genre: Progressive Metal, Progressive Death Metal

Release: 22.01.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/mindwork

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Martin Schuster
Gitarre – Jiri Rambousek
Bassgitarre – Dominik Vozobule
Schlagzeug – Filip Kittnar

Tracklist:

  1. Beyond The Cortex
  2. Depersonalized
  3. Last Lie Told
  4. Grinding The Edges

Die Geschichte von Mindwork fängt eigentlich sehr vielversprechend an. Im Jahr 2007 in Prag gegründet, spielt man schon im nächsten Jahr auf dem Brutal Assault. Weitere Auftritte dort und auch auf vielen anderen Bühnen sollten folgen. Im Jahr 2009 erschien das Debütalbum Into The Swirl, drei Jahre später veröffentlichten die Jungs das zweite Album Eterea. Aber schon im Jahr 2013 trennten sich die Wege und Mindwork gab es nicht mehr. Mit noch zwei Mann von der Originalbesetzung, nämlich Martin und Filip, erfolgte im vergangenen Jahr aber die Neugründung, und als erstes kleines Lebenszeichen erscheint am 22.01. die EP Cortex. Wie es der Albumtitel schon erahnen lässt, geht es um den Versuch, die menschliche Psyche zu ergründen, und dafür haben Mindwork auch dem Bandnamen alle Ehre gemacht und tatsächlich ihre grauen Zellen mächtig arbeiten lassen. So beschäftigt sich Depersonalized mit dem Gefühl, dass die ganz eigene Persönlichkeit sich vom Körper loslöst. Protagonist von Last Lie Told ist ein verzweifelter Mensch, der sich dazu entschließt, auf seine ganz eigene Art und Weise mit einem verhassten Politiker umzugehen. Grinding The Edges schließlich behandelt den destruktiven Einfluss, den toxische Menschen auf die eigene Persönlichkeit haben.

Mit noch nicht einmal 17 Minuten kommt Cortex daher, wobei das Intro Beyond The Cortex davon die wenigste Zeit beansprucht. Gerade mal eine Minute lang kann man den ruhigen Klavierklängen lauschen. Der Kontrast zum Beginn von Depersonalized könnte größer nicht sein. Es wird schnell und gitarrenlastig, technisch aber nicht steril, progressiv aber nicht verkopft. Martins Gesang pendelt zwischen rau in den Strophen und clean im etwas langsamer und melodischer gehaltenen Chorus. Und als wenn die zwei Gitarren von Martin und Jiri noch nicht genug wären, haben Mindwork für dieses Stück auch Bobby Koelble (ex-Death) für ein – extrem gutes – Solo gewinnen können. Dank des letzten Feinschliffs, den Jens Bogren dem Album im Fascination Street Studio verpasst hat, kommen nicht nur dieses Solo und nicht nur dieser Song glasklar und sehr tight aus den Boxen.

Gitarre spielen können aber auch Martin und Jiri beide richtig gut. Sehr cool sind die unterschiedlichen Melodien, die Lead- und Rhythmusgitarre am Anfang von Last Lie Told spielen. Und auch Last Lie Told wartet mit einem tollen Gitarrensolo auf. Mit Unterschieden geht es weiter, denn auch verschiedene Gesangslinien werden miteinander verwoben. Den „Standardweg“ Strophe – Pre-Chorus – Chorus verlassen Mindwork hier und mäandern zeitweise durch das musikalische Gelände, das macht es ein wenig schwierig, die knapp fünfeinhalb Minuten konzentriert zuzuhören.

Mit dem letzten Song Grinding The Edges verbeugen sich Mindwork dann ganz besonders tief vor ihrer Lieblingsband Cynic. Der Song nimmt ein wenig den musikalischen Faden von Depersonalized wieder auf, und insbesondere die Gitarrenarbeit in den Uptempo-Parts ist großartig. Die ruhige Bridge führt zum letzten Gitarrensolo des Albums hin, bevor der Track wieder Fahrt aufnimmt und man das Album headbangend ausklingen lassen kann. Dieses Outro bezeichnet Martin selbst als besondere Hommage an die von ihnen so verehrten Cynic. Da dürften Paul Masvidal & Co. sicherlich die Ohren klingeln.

Mindwork – Cortex (EP)
Fazit
Bei solch' musikalischen Hochkarätern kann ich mir eher nicht vorstellen, dass sie in den sieben Jahren Bandpause gar nichts mehr mit Musik gemacht haben. Aber wie auch immer war es eine gute Entscheidung, Mindwork wiederzubeleben. Ich bin sehr gespannt auf das von Martin schon angekündigte Full Length-Album. Wenn die Jungs es weiterhin schaffen, sich nicht in episch langen – und manchmal auch genauso langatmigen – Intros, Outros oder Bridges zu verzetteln und Songs so auf den Punkt zu bringen, dürfte das eine spannende musikalische Reise werden.

Anspieltipps: Depersonalized und Grinding The Edges
Heike L.
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