Monstrosity – Screams From Beneath The Surface

13.03.2026 - Death Metal - Metal Blade Records - 42:20 Minuten

Lee Harrison, Schlagzeuger und Death-Metal-Urgestein, hat sich als Verstärkung Mark Van Erp zurück ins Boot geholt. Die beiden gründeten im Jahre 1990 Monstrosity. Mark stieg im Jahre 1995 aus und ist seit dem Jahre 2022 wieder dabei. Gitarrist Matt Barnes (Ex-Diabolic) ist nun auch schon seit 2015 dabei und so hat man ein starkes Grundgerüst, welches durch Edwin Webb und Justin Walker verstärkt wurde. Zusammen haute man im Jahre 2023 schon die Split mit Malevolent Creation heraus. Jeder kennt die Geschichte. Auf den ersten beiden Alben hat noch der gute Corpsegrinder gesungen. Bis 2007 hat man fünf geile Alben herausgebracht, aber irgendwie nie die Anerkennung erhalten, die man verdient hätte. Dann wurde es auch ruhig um die Band und außer einer Split im Jahre 2014 veröffentlichte man nichts. 2018 kam dann das coole Album The Passage Of Existence heraus und nun, im Jahre 2026, wird Album Nummer sieben namens Screams From Beneath The Surface erscheinen.

Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der gespannt ist, wie das Album startet, und ich glaube, die Wirkung eines Openers ist nicht zu unterschätzen. Klar, im Vorfeld hat man bereits eine Single veröffentlicht, aber so ein Opener ist dann doch immer etwas Besonderes. Die Florida-Spezialisten legen sich dann mit Banished To The Skies auch ordentlich ins Zeug. Erst einmal muss man von der ersten Sekunde an den Sound loben. Der hat mich sofort gecatcht und abgeholt, war aber wirklich noch nie ein Problem von Monstrosity. Mit eher besinnlichen und friedlichen Introklängen leitet man das Geschehen ein, dann setzt die Gitarre ein und dann die Doublebass von Lee. Und dann geht es los. Eher gemächlich, aber mit ganz viel Druck. Fühlt sich wie ein Warmlaufen an. Das Riffing ist aber schon einmal großartig und die Doublebass-Arbeit von Herrn Harrison war und ist immer noch fett ohne Ende. Durch den geilen Sound und die kongenialen Vocals von Ed Webb (Ex-Massacre) wird auch genügend Druck erzeugt. Ein geiles Solo und ein Midtempo-Groove mit einer verbundenen Melodie erledigen dann den Rest. Ich hätte mir zwar zu Beginn eine fette Uptempo-Nummer gewünscht, aber ansonsten ist der Song richtig fett, zumal er am Ende noch einmal Fahrt aufnimmt. Kann man so machen. Musikalisch absolut einwandfrei und dieses melodische Solo am Ende hat so was herrlich Melancholisches. Wenn Ed dann Banished To The Skies growlt, klingt das nur geil. Mit cleanen Momenten endet dann der Song, der, wenn man das Album als Ganzes betrachtet, dann doch einen geilen Opener darstellt.

Den Schlag ins Gesicht bekommt man dann gleich danach. The Colossal Rage, die schon erwähnte Singleauskopplung, erfolgt und ist eben so ein Puncher, wie ich ihn von den Amerikanern erwarte. Absolut gradlinig, megafettes Riffing und nur nach vorne, wobei man innerhalb des Songs noch einmal das Tempo erhöht und ihre Liebe zu melodiösen Soli in Verbindung mit treibenden Rhythmen wird einmal mehr als deutlich. Der Song geht so was von runter. Oberhammer. Ed lädt uns alle ein, zusammen The Colossal Rage zu brüllen. Wow, welch ein Feuerwerk von geilen Riffs und purer Energie! Das Ding ist einfach ein Death-Metal-Hammer. Hier passt alles. Der Death-Metal-Lunatic in mir macht 666 Luftsprünge. Das ist doch genau das, was ich erhofft habe. Ohne weitere Worte, sondern nur mit einem Grinsen in einem offenstehenden Mund, geht es weiter zur nächsten Attacke.

Death-Metal-Highlights

Dieses hört auf den Namen The Atrophied. Diese musikalische Darbietung reiht sich nahtlos ein und entpuppt sich als ein weiterer Hammersong, der runtergeht wie Öl. Leute, was ist hier denn los, ich raste gleich total aus. Death-Metal-Victory ist angesagt. Langsamer Beginn, kleines Basssolo, und dann macht der Dampfhammer seine Runden. Diese Midtempo-Uftata-Stampfer konnten die Burschen schon immer. Diese werden dann in Geballer umgesetzt und dabei einfach nur geile Riffs erzeugt. Das Tempo wird dann rausgenommen und man treibt langsam die Sau durch das Death-Metal-Dorf. Ein Solo folgt und im gemächlichen Tempo geht es weiter. Die Doublebass erzeugt wieder jede Menge Druck auf dem Kessel. Dieser entweicht dann und es geht im Uptempo weiter. Geiles Riff dazu und weiter im Text. Midtempopart und langsames Tempo. The Atrophied kann man nun mitbölken. Geil ist auch, wenn Ed den Schrei loslässt und in die Länge zieht. Und wieder ein Solo, kurzes Bassgedönse und ab ins Schlepperuniversum. Diese Gitarrenarbeit ist einfach hervorragend. Das Zuhören macht einfach nur Laune. Eine Gitarre spielt dann noch einmal vor, ab in die Uftata und am Ende noch ein Blast. Vielen Dank für diese geile Unterhaltung. Mit einem geschrienen The Atrophied endet der Spaß dann.

Aber der Spaß endet nur kurz, denn es folgt ja schon Spiral. Ein weiteres Highlight auf diesem Album, welches eigentlich nur aus Highlights besteht. Die Burschen wissen, wie man Druck erzeugt. Dieser Refrainpart, also dort, wo man Spiral bölkt, ist einfach nur großartig und dieser Groove absolut fett, zumal man immer soliomäßige Gitarrenmomente mit einbaut. Danach folgt natürlich ein Solo und Lee drückt seine Doubelbass wieder ordentlich. Das Solo läuft weiter, die zweite Gitarre betont und dann ab in den Blastbeat. Am Ende ein growliges Spiral und ein weiteres Stück Death-Metal-Geschichte ist geschrieben.

Just Killer No Filler

Ich könnte hier echt jeden Song durchgehen und einzeln beleuchten, und jeder Song hat definitiv etwas für sich und ist ein schönes Death-Metal Schmankerl. Sei es das drückende und direkt in die Magengrube hauende Fortunes Engraved In Blood oder das etwas organischer klingende Stück Vapors. The Thorns fliegt dir auch links und rechts um die Ohren. Alleine der Anfang von Blood Works zaubert ein fieses Grinsen bei mir ins Gesicht und The Dark Aura ist dann eine düstere und schleppende Nummer, die einen schön herunterzieht, im positiven Sinne.
Am Ende haut man noch eine geniale Nummer namens Veil Of Disilussion raus. Vollgepackt mit Blastbeats, drückenden Momenten, Soli, fetten Growls und filigraner Gitarrenarbeit.

Die Drum- und Bassaufnahmen sowie der Mix sind aus dem Audiohammer Studio, Produzent war Jason Suecof. Gesangs- und Gitarrenaufnahmen und das Mastering entstanden im Morrisound Studio mit Jim Morris. Das Cover-Artwork ist von Timbul Cahyono. Mehr muss man wohl nicht sagen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Monstrosity – Screams From Beneath The Surface in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Monstrosity – Screams From Beneath The Surface
Fazit zu Screams From Beneath The Surface
Monstrosity, eine absolute Death-Metal-Legende für mich, haben sich sieben Jahre Zeit gelassen, um ein neues Machwerk zu veröffentlichen, und diese Zeit hat man so was von sinnvoll genutzt. Just Killer, No Filler. Ein absolutes Meisterwerk erwartet euch und wahrscheinlich das beste Death-Metal-Album im Jahre 2026, zumindest wird es bei mir in den Top 5 landen, da bin ich mir ganz sicher. Die Burschen folgen einfach sich selbst und bleiben ihren Trademarks treu. Blastbeats, Doublebass-Attacken ohne Ende, filigrane Gitarrenarbeit, Soli, melodische Einsätze, geile Growls und Screams und ein Songwriting, welches schon fast an Perfektionismus grenzt. Wenn Gut Ding Weile haben soll, dann auf jeden Fall hier, gar keine Frage. Und wenn dann noch eine geniale Produktion aus den Morrisound Studios und den Audiohammer Studios dazukommt, ist meine Death-Metal-Welt so was von in Ordnung. Hoffentlich bekommt die Band jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdient hat. Scream From Beneath The Surface ist ein absolutes Brett und ein absolutes Muss für jeden Death-Metal-Lunatic.

Anspieltipps: The Colossal Rage und The Atrophied
Michael E.
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