Nightwish – Barcleycard-Arena Hamburg – 06.11.2018

Setlisten:

  1. Beast in Black
  2. Eternal Fire
  3. Blood Of A Lion
  4. The Fifth Angel
  5. Born Again
  6. Ghost In The Rain
  7. Crazy, Mad, Insane
  8. Blind And Frozen
  9. End Of The World

  1. Dark Chest Of Wonders
  2. Wish I Had An Angel
  3. 10th Man Down
  4. Come Cover Me
  5. Gethsemane
  6. Élan
  7. Sacrament Of Wilderness
  8. Dead Boy´s Poem
  9. Elvenjig
  10. Elvenpath
  11. I Want My Tears Back
  12. Amaranth
  13. The Carpenter
  14. The Kinslayer
  15. Devil & The Deep Dark Ocean
  16. Nemo
  17. Slaying The Dreamer
  18. The Greatest Show On Earth
  19. Ghost Love Score

Zum finnischen Abend lädt die Symphonic Metal Truppe von Nightwish.
Unter dem Tourmotto Decades erwartet uns eine Zeitreise durch die mittlerweile 20 jährige Bühnengeschichte der Band.

Support ist niemand Geringerer als Beast In Black. Ihr Sänger und Gitarrist Anton Kabanen ist ein Abtrünniger von Battle Beast, von denen er sich wegen musikalischer Entwicklungen getrennt hat. Da er für einen Hauptbestandteil des Songwritings verantwortlich zeichnete, kommt einem das alles musikalisch bekannt vor. Seinen Stil hat er beibehalten, doch auf die weibliche Frontstimme hat er nun verzichtet. So kommt der Sound druckvoller daher und ist insgesamt metallastiger und für große Hallen wie diese ideal. Erst im Oktober letzten Jahres gab die Band ihr erstes Konzert, wie kann es anders sein, als Support von Nightwish. Im November 2017 erschien das Album Berserker, dessen Tour hier heute noch immer so läuft. Zu Gehör bekommen wir heute neun Titel, alle von diesem Album. Einzig der Titel Zodd The Immortal fehlt bei den derzeitigen Supportauftritten. Die Jungs haben sichtlich Spaß, gehen auf die Fans in den ersten Reihen ein. Im Februar 2019 erscheint ihr Zweitwerk From Hell With Love und sie starten direkt danach eine Headliner Tour mit dem neuen Album im Gepäck.

Flying Stick…

Zu hören bekommen wir davon ja leider heute nichts. Also müssen wir uns bis zum 27.02. gedulden. Dann starten die deutschen Termine mit dem ersten Gig wiederum hier in Hamburg.

Nightwish. Was soll man dazu noch schreiben. Mit dieser Band verhält es sich ein bisschen wie mit der Blöd-Zeitung. Niemand mag sie seit dem Weggang 2005 von Tarja Turunen, aber die Hallen sind (fast) immer voll. Mir persönlich ist ein Personenkult ziemlich egal, Fakt ist, die Musik der Band hat sich seitdem weiterentwickelt und die Niederländerin Floor Jansen macht seit 2013 einen super Job bei dieser Band. Das letzte Album, eine Doppel-CD-Box ist ein aufgearbeiteter Sampler mit alten Sachen in neuem Gewand. So wird die Band auch eine ganz besondere Setlist spielen, die unter anderem Material aus der Anfangszeit der Band enthält. Super pünktlich beginnt ein Countdown auf der riesigen Leinwand. Eine Stimme im Off begrüßt die Anwesenden und bittet die Handys auszulassen. Überraschend viele folgen später diesem Appell.
Los geht es mit dem Intro Swanhead aus 1998. Im Dunkel betritt die Band die Bühne. Der Einstieg sind zwei Titel vom 2004er-Album Once. Dark Chest Of Wonders und der „Megahit“ Wish I Had An Angel werden mit viel Feuerwerk zelebriert. 10th Man Down erschien schon 2003 und die Zeitreise geht weiter zurück. Come Cover Me (1997) und Gethsemane (1998) aus den Anfängen werden zum Besten gegeben und die Fotografen dürfen endlich den Graben betreten. Bisher sind alle Songs aus der Zeit der Band mit Tarja Turunen. Floor Jansen covert hingegen die Titel nicht, sie bringt durch Ihre Stimme eine neue Interpretation der Songs auf die Bühne. Sie wirken nicht antiquiert, sondern frisch wie am Jüngsten Tag. Floor hat nicht die stimmlichen Qualitäten, aber mit ihrer Interpretation wirken die Songs härter. Mit Elan wird ein Zeitsprung in die Gegenwart eingestreut, um direkt wieder in der Gründerzeit zu versinken. Wir Fotografen werden aus der Halle geführt und müssen unsere Geräte zum Auto oder in eine Garderobe bringen. Derweil erklingen in der Halle Sacrament Of Wilderness (1998) und Dead Boy´s Poem (1997). Sie sollen nicht die letzten Titel aus den ersten Alben sein. Während in Südamerika zwischen den beiden Titeln noch Deep Silent Complete vom 2000er-Album Wishmaster gespielt wurde, ist dieser Titel in den europäischen Setlisten verschwunden.
Was folgt, ist wieder ein Zeitsprung. Elvenjig, ein Traditional, feiert seine Livepremiere. Mit Elvenpath von 1997 ist die Hälfte des Konzertes um und der Umschwung beginnt. Von der Vergangenheit mit Ausflügen in das Neue geht es jetzt anders herum. I Want my Tears Back (2011) und Amaranth (2007) läuten die Neuzeit ein. War die Halle durch die Besucher und dem Feuerwerk am Anfang der Show bannig warm, fröstelt es einem nun. Die projizierte Winterlandschaft und Trockeneis bringen zumindest in den vorderen Reihen die leicht bekleideten Fans bei I Want My Tears Back zum Frieren. „You enjoy the Time Machine?“ schallt es von der Bühne. Um Nostalgiker wie mich, die es überraschend viele in der Halle gibt, zufriedenzustellen, kommt The Carpenter zu Gehör. Dies war bereits der vierte Titel des legendären Albums Angels Fall First. Meiner Meinung nach bei Erscheinen seiner Zeit weit voraus. Es folgt mit The Kinslayer der einzige Titel vom Album Wishmaster, was für mich unverständlich ist. Dieses Album war mit das Erfolgreichste der Band. Mit ausreichend Feuer und Funkenregen begleitet, folgt mit Devil & The Deep Dark Ocean die letzte Zeitreise in das letzte Jahrtausend. Nemo (2004) und Slaying The Dreamer (2002) bilden das Ende der Reise. Als Rausschmeißer hat sich die Band natürlich selbst gelobt. Mit The Greatest Show On Earth (Chapter eins bis drei) setzt sie sich selbst ein Denkmal. Die Bühnengestalter geben noch einmal alles. Für die Oldtimer wird noch ein Ghost Love Score hinterher geworfen. Zu Chapter Vier und Fünf vom Band verlassen die Finnen die Bühne und überraschend schnell geht das Licht an. Nicht, dass da jemand noch mehr möchte…

Nicht ganz zwei Stunden super Programm der Hauptband, ein Support, der eigentlich selbst Headliner ist und eine friedliche, entspannte Atmosphäre in der Halle. Für einen Dienstag rollen sehr viele auswärtige Fans auf die Parkplätze. Rundum ein gelungener Abend, einzig die Gängelei der Fotografen hinterlässt bei mir ein kleines Geschmäckle.

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