Obsequial Joy – Show My Mercy (EP)

Gute Ansätze, doch der rote Faden verliert sich immer wieder …

Artist: Obsequial Joy

Herkunft: Taiwan

Album: Show My Mercy (EP)

Spiellänge: 31:13 Minuten

Genre: Black Metal, Doom Metal, Post Black Metal

Release: 31.03.2021

Label: Talheim Records Germany

Link: https://www.facebook.com/obsequialjoyDSBM

Tracklist:

  1. Intro
  2. Helpless
  3. 因為太深所以淹死了
  4. Mercy’s Gate
  5. Hope

Die aus Taiwan stammende Band Obsequial Joy gründete sich 2015 und viel ist bisher in den unendlichen Weiten des Internets und der Medieninformationswelt über die Truppe, die sich dem Black/Doom/Post Metal verschrieben hat, nicht zu finden bzw. in Erfahrung zu bringen. Handelt es sich hier wieder um eine okkulte asiatische Band oder steckt da mehr oder gar viel weniger dahinter? Vielleicht gibt ja die fünf Songs starke, 31 Minuten lange EP Show My Mercy mehr Aufschluss und wir können mehr über die Band, die Gesichter dahinter und deren musikalisches Schaffen erfahren. Im Promotext der Band steht:Show My Mercy ist eine EP über die Reue, die Menschen spüren, wenn sie in einem Wirbel von selbsterzeugtem Karma gefangen sind. Geblendet von Wut, Gier und Sorgen. Schritt um Schritt auf dem Weg zur Zerstörung.“ Die Scheibe wurde von CJ Kao von Chthonic produziert und das Album-Design stammt von J.A. Holmberg von This Gift Is A Curse.

Nach einem kurzen Intro startet dann auch Helpless. Doom-Elemente paaren sich mit moderneren Elektrosounds, die Melodieführung ist im ersten Eindruck catchy und bleibt vorerst hängen. Der Grundgedanke ist gut, jedoch wirkt es mit zunehmender Dauer in seiner Verspieltheit auch kitschig und verliert sich in sich selbst. Zu zäh in der ersten Hälfte, zu wirr im zweiten Teil, so kann man 因為太深所以淹死了 am besten beschreiben, zumindest aus meiner Sicht. Klar wird eine gewisse Atmosphäre kreiert, aber diese packt nicht, wie es wohl angedacht war, es bleibt hier leider auch nur beim Ansatz.

Das Interlude Mercy’s Gate ist wirklich gut gemacht, das Piano-Intermezzo hat seine eigene Atmosphäre und genau die fasst den Hörer und hebt die Spannung. Davon etwas mehr in den Songs anstatt der wirren E-Sounds und ich bin der Meinung, es hätte dem gesamten Klangbild mehr als nur gutgetan.

Als letzter Song der EP kommt Hope aus den Boxen, der im Doom-Gewand beginnt und sich walzend fortsetzt, bis zum Zeitpunkt, zu dem das Ganze melancholisch poppig wird. Das mag dem einen und der anderen gefallen, kann aber komplett nach hinten losgehen. Ich bin da eher zwiegespalten, da die Melodie wirklich im Ohr bleibt. Gut gemacht und der Rest ist einfach Geschmackssache.

Obsequial Joy – Show My Mercy (EP)
Fazit
Show My Mercy enthält als EP schlussendlich drei reguläre Songs, die wirklich vielfältig sind, leider manchmal in den Kitsch abdriften. Sehr gute Ansätze sind da, nur wurden diese nicht zu Ende geführt. Die EP ist gut produziert und das „clownhafte“ Horrorcover passt dann wohl doch zu dem, was Obsequial Joy bewirken wollen. Schubladendenken kann man sich bei dieser EP sparen. Für mich bleiben aber dennoch Fragen offen, die ich mir beim Hören selber stellte.

Anspieltipp: Helpless
Dave S.
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6.6
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