One I Cinema – One I Cinema

“Niedersachsen rockt!!“

Artist: One I Cinema

Herkunft: Osnabrück, Deutschland

Album: One I Cinema

Spiellänge: 43:10 Minuten

Genre: Alternative Rock

Release: 23.01.2015

Label: Sistina Records & Publishing

Link: https://www.facebook.com/oneicinema?fref=ts

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Marco Meyer
Gitarre – Hannes Kelch
Bassgitarre – Ilja John Lappin
Schlagzeug – Phillip Steven Albright

Tracklist:

  1. Broken Hearts
  2. Not My Fault
  3. My Vanity
  4. The Mirror
  5. Stay
  6. Melissa
  7. Melissa Pt. 2
  8. If Anyone Cared
  9. Where Do I Belong
  10. Stronger Than Before
  11. Insidious

One I Cinema - One I Cinema

 

Im Grunde könnte man die im Jahr 2013 gegründete Band One I Cinema eher als Ein-Mann-Projekt bezeichnen, denn Marco Meyer ist als Songschreiber, Sänger, Multi-Instrumentalist und Produzent verantwortlich für alles, was One I Cinema betrifft. Für die anstehenden Live-Auftritte hat er sich dann aber doch Verstärkung geholt. Bevor ich die Jungs im April als Support für Darkhaus erleben darf, liegt hier nun aber erst mal das am 23.01.2015 erschienene Debütalbum One I Cinema zum Review.

Alternative Rock ist ja ein weites Feld, aber genauso, wie One I Cinema es mit dem ersten Song Broken Hearts zelebrieren, stelle ich mir das vor. Meine Referenzband schlechthin in diesem Genre ist Alter Bridge, und die kann man auch gut zum Vergleich heranziehen. Sogar gesangstechnisch kommt Marco Meyer doch sehr nahe an Myles Kennedy ran. Der Uptempo-Song mit einem klasse Gitarrenspiel lässt mich jedenfalls hoffen, mal wieder einen guten Griff getan zu haben.

Zum zweiten Song Not My Fault hat One I Cinema ein Video veröffentlicht, das mich auch veranlasst hat, mir dieses Album zum Review zu nehmen. Nach dem sehr Stoner-lastigen Intro, das auch noch des Öfteren im Song auftaucht, geht dieser Song sofort ins Ohr und in die Beine. Im ruhig gehaltenen Zwischenpart ist auch Platz für ein kleines Gitarrensolo, das dürfte bei Konzerten auch optisch einen schönen Effekt geben.

Mit My Vanity bleibt One I Cinema zwar immer noch auf der gleichen Schiene, hier bringt die teilweise andere Stimmlage von Marco Meyer und auch die Machart der Strophen allerdings einen Hauch von Muse rein, was das Ganze definitiv sehr interessant macht.

Bei The Mirror war ich erst etwas verwirrt. Nach einem richtig rockigen, sehr gitarrenlastigen Intro kommt sehr verhalten der erste Gesangspart, der sich dann aber zu einem mächtig unter die Haut gehenden Refrain steigert. Genau diese Mischung wird dann richtigerweise auch beibehalten und hat den Song damit sofort in meine Anspieltipps katapultiert.

Um noch mal auf meinen Eingangssatz zurückzukommen, dass Alternative Rock ist ein weites Feld sei. Das beweist One I Cinema mit dem relativ ruhigen Lied Stay, das mit einer gehörigen Portion Country aufwarten kann. Ich gebe es zu, ich höre diese Musikrichtung ab und zu auch noch sehr gern und freue mich demzufolge wirklich, dass Marco Meyer auch in dieser Richtung mal ein wenig experimentiert hat.

Nach dem sehr kurzen, sehr ruhigen und akustisch gehaltenen Melissa folgt sogleich Melissa Pt. 2. Hier geht es mit Strom weiter, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder so ein zwischen Midtempo und Uptempo pendelnder Kracher, bei dem als kongenialer Griff stellenweise Instrumente und Gesang irgendwie gegeneinander zu spielen scheinen. Headbanging ist da nicht 😀

Bei If Anyone Cared musste ich ja sofort an den gleichnamigen Song von Nickelback denken, es ist aber kein Cover. Ähnlichkeiten sind allerdings durchaus vorhanden, zumindest, was das Tempo betrifft.

Nach der unvermeidlichen Ballade nimmt One I Cinema mit Where Do I Belong aber gleich wieder Fahrt auf und lässt mich erneut an alte Schätzchen von Muse denken. Und was die Jungs aus Großbritannien mit dem Keyboard und einigen elektronischen Spielereien bewerkstelligen, übernehmen hier Gitarre und Bass.

Stronger Than Before startet mit einem leicht cheesigen Uhuhuh-Gesang, dann steigt aber dankenswerterweise gleich die Gitarre mit einem richtig klasse Riff ein. Und ein letztes Mal winken die Jungs von Alter Bridge noch einmal aus weiter Ferne und heben den Daumen für die songschreiberischen Qualitäten, die Marco Meyer auch mit diesem Song wieder einmal unter Beweis stellt. Das man Alternative Rock dermaßen abwechslungsreich spielen kann, wissen nicht viele Bands, aber One I Cinema gehört definitiv dazu.

Mit dem letzten Song Insidious gibt es dann den Song, der meiner Meinung nach auch direkt auf einem der älteren Muse-Alben seinen Platz hätte finden können. Noch mal ein richtig gelungenes, hauptsächlich im Uptempo gehaltenes Lied, das das Album perfekt abrundet und mit akustischer Gitarre ausklingen lässt.

Fazit: Ich hatte zunächst nur das Album gehört und gar nicht geschaut, wo die Jungs herkommen. Aber da hat es mir doch die Kinnlade runterklappen lassen, denn ich hätte sofort Haus und Hof verwettet, dass die aus dem tiefsten Inneren bzw. Süden von Amerika kommen. Ganz abgesehen davon, dass sie definitiv nicht wie eine Band klingen, die 2013 gegründet wurde, sondern eher wie alte Hasen, die schon seit Jahrzehnten durch die Clubs und Hallen ziehen. Da darf sich eine Band wie Alter Bridge aber sehr warm anziehen. Anspieltipps rauszusuchen ist fast unmöglich, das ganze Album ist ein einziger Anspieltipp. Aber ich habe mal gewürfelt 😀

Anspieltipps: The Mirror, Melissa Pt. 2, Where Do I Belong und Stronger Than Before
9.5
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