Oppression – No Safe Place

12.12.2025 - Black Metal - Folter Records - 41:21 Minuten

Mit dem Debütalbum No Safe Place wollen die Franzosen Oppression direkt ein Ausrufezeichen setzen. Dafür lassen sie von Anfang an die Muskeln spielen und prügeln ihren Black Metal völlig humorlos aus den Boxen. Der weiteste Ansatz von Freude wird im Keim erstickt, und so rumpeln die neun Tracks 41 Minuten lang über die Nadel. Veröffentlicht wurde das Erstlingswerk bereits Mitte Dezember über Folter Records. Oppression lassen für 90er-Jahre-Jünger den berüchtigten Knüppel aus dem Sack und tanzen wie Rumpelstilzchen ums Feuer. Ach, wie gut, dass niemand … und da reißt schon der gemeinsame Nenner mit der Fabelfigur. Oppression lassen ihren Namen so laut erklingen, dass selbst die noch so taube Oma aus ihrem Schaukelstuhl katapultiert wird.

Ein Debüt mit einem schweren Black-Metal-Schleudertrauma

No Safe Place startet mit dem Titeltrack. Hoffnung gibt es ab der ersten Sekunde keine, es erklingen zwar noch melodische Sequenzen als Intro, nach diesen gut zwei Minuten steigt jedoch der kalte Rauch mit einer hohen Geschwindigkeit auf und verdunkelt bis zum abschließenden Nice Death Matters die Sonne. Das Geheimrezept der Franzosen ist Hass. Und was noch? Hass! Das ist ja das Geheimnis, frei nach dem Motto aus dem beliebten Silvesterstreifen Ein Herz Und Eine Seele. Wirklich herzlich agieren Oppression nicht und schlagen dem Hörer permanent kraftvoll die Tür vor’s Gesicht. Mit Attrition wollen sie keine Gefangenen machen und offenbaren ihre schwarze Seele. Krächzend in der Dark-Funeral-Manier der ersten Scheibe rütteln sie an den rostigen Toren zur Unterwelt. Langsamere Midtempo-Elemente werden auf das Nötigste reduziert. Der Vergleich zu den Schweden trifft auch in anderen Abläufen blendend zu. Ganz kommen die Männer jedoch nicht an die Recken von Dark Funeral heran. Das liegt unter anderem an der Chancenverwertung der Refrains, die nur bedingt im Kopf bleiben. Homeland’s Fury oder Psalm For The Fallen gestalten sich angenehm kurzweilig, bleiben dafür aber auch in der langsam seniler werdenden Rumpelkiste nicht nachhaltig hängen. Trotzdem kann man mit No Safe Place ruhig mal mit dem eigenen Tode auf Tuchfühlung gehen.

HIER! geht es für weitere Informationen zu Oppression – No Safe Place in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Oppression – No Safe Place
Fazit zu No Safe Place
No Safe Place hätte Anfang der Neunziger sehr gut funktioniert. Die Black-Metal-Ansprüche sind jedoch in den letzten Jahren weiter gewachsen, und so bleibt es für Oppression bei einem ordentlichen Debüt, das mit Ecken und Kanten versucht, die ersten Hörer zu binden. Der eigene Anspruch ist hoch und die Motivation, gleich eine Granate im feindlichen Schützengraben zu versenken, hoch. Die Realität ist davon noch entfernt, das Potenzial da und viel fehlt nicht, um mit dem zweiten Langeisen gleich einen Kracher zu landen. 

Anspieltipps: Homeland's Fury und Psalm For The Fallen
René W.
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