OZ – Forced Commandments

Tradition verpflichtet

Artist: OZ

Herkunft: Finnland, Schweden

Album: Forced Commandments

Spiellänge: 54:32 Minuten

Genre: Classic Heavy Metal

Release: 22.05.2020

Label: Massacre Records

Links: http://www.ozofficial.com
https://www.facebook.com/ozofficial
https://www.twitter.com/OzOfficialNews

Produktion: OZ und Mika Borgersen, gemischt und gemastert von Lars Chriss & Mike Lind im Masterplant Studio, Coverartwork von Carl-André Beckston im Blekkmark Design Studio

Bandmitglieder:

Gesang – Vince Koivula
Gitarre, Gesang – Juzzy Kangas
Gitarre, Gesang – Johnny Cross
Bassgitarre – Peppi Peltola
Schlagzeug – Mark Ruffneck

Tracklist:

  1. Goin‘ Down
  2. Prison Of Time
  3. Switchblade Alley
  4. Revival
  5. The Ritual
  6. Spiders
  7. Long And Lonely Road
  8. Liar
  9. Diving Into The Darkness (Bonus)
  10. Break Out (Bonus)
  11. Kingdom Of War (Bonus)

OZ haben eigentlich niemandem mehr etwas zu beweisen, nicht, wenn man bereits seit 1977 erfolgreich auf diesen Pfaden wandelt. Die Bürde, die sie zu tragen haben, ist dennoch nicht weniger schwer. OZ müssen ihre Outputs immer wieder aufs Neue bestätigen. Nach dem letzten Album, Transition State, das im Oktober 2017 veröffentlicht wurde und durchaus gute Resonanzen erhielt, darf man bei Forced Commandments nun durchaus gespannt sein, ob die vielsagende Bürde tatsächlich zur Last oder eher zur Motivation, es noch besser zu machen, gelangt.

OZ blicken im Zeitraum von 1991 bis 2011 auf eine zwei Dekaden andauernde Inaktivität zurück. Seit Burning Leather aus dem Jahre 2011 liefern die Skandinavier nun in beinahe steter Regelmäßigkeit wieder ansprechende Mucke ab. Das achte Studioalbum, Forced Commandments, bringt dabei im Wesentlichen keine weltumspannenden Neuerungen mit sich, muss es ja auch nicht.

Schuster bleib bei deinen Leisten. Dieses Sprichwort hat sich in anderen Zusammenhängen schon durchaus bewährt. Den Heavy Metal, den OZ für sich in Anspruch nehmen, würde ich jedoch eher in klassischen Heavy Rock oder gar Hardrock einordnen wollen. Die Rock ’n‘ Roll Note ist den Songs sehr wohl zu entnehmen.

Den Arrangements liegt tatsächlich ein klassisches Songwriting zugrunde, welches grundsätzlich melodiös ausgerichtet ist, daran mangelt es nicht. Nur dieses Mal, Vince Koivula möge es mir bitte nachsehen, mache ich einige Unsauberkeiten in der Intonation aus. Gelegentlich liegt er haarscharf daneben, was mir zumindest den Drive nimmt und ferner meine ungeteilte Aufmerksamkeit für die Songs ins Wanken bringt. Vince verfügt dabei über eine respektable Range, die ihn durchaus auch in höhere Passagen abdriften lässt, genau darin aber liegt bei diesem Album meines Erachtens mithin der Knackpunkt. Hohe Gesänge in allen Ehren, und ich habe dafür durchaus etwas übrig, aber in der Gesamtheit wirken die Vocals in den Höhen für sich gesehen dezent angestrengt und genau dies strengt mich an. Mir ist bewusst, dass dies eine komplett subjektive Einschätzung und somit streitbar ist, an mir selbst komme ich allerdings nicht vorbei und es wäre schlicht falsch, dies an dieser Stelle nicht auch betonen zu dürfen. Zudem greift er für meinen Geschmack zu oft auf dieses Stilelement zurück, auch wenn es zum Genre passt und als Klischee bezeichnet werden darf.

Ansonsten passen Gesang und Instrumentalisierung ausgewogen zueinander und die Arrangements gehen überwiegend flüssig durch die Boxen. Die Gitarrensounds klingen roh, rotzig und dreckig und sind ein Indiz für die Herkunft der Männer an den Äxten. Die synchronen Soli verweisen dabei auf den vorhandenen musikalischen Spirit, der an vielen Stellen ein gewisses Maiden Flair aufkommen lässt. Bass und Drums wirken unspektakulär, sind allerdings für die Stabilität im Groove unerlässlich. Rhythmus und Dynamik gehen, wie oben bereits erwähnt, meiner Ansicht nach und in großen Teilen eher in die Heavy- oder Hardrock-Richtung. Dies stellt aber keinen Makel dar.

Zu finden sind klassische Stampfer, zügige Rocksongs, hymnenartige und auch balladeske Kompositionen, die das Album insgesamt abwechslungsreich erscheinen lassen. Gefühl ist vorhanden, und insbesondere die Atmosphäre kann in einigen Songs erzeugt werden. Auch in Sachen technischer Produktion kann man auf solide handwerkliche Arbeit zurückgreifen.

Forced Commandments ist als CD Digipack, Ltd. Gatefold Vinyl LP sowie Digital hier erhältlich.

OZ – Forced Commandments
Fazit
Von einem Killeralbum kann man hier nicht sprechen, dazu bewegen sich die Tracks insgesamt auf einem zu gefälligen Niveau. Die gute Botschaft ist, dass Force Commandments für die Fans von OZ genau das Richtige zu sein scheint. Erdig, ehrlich und ihrem Stil treu geblieben. Das Thema mit der Bürde vermag ich nicht genau zu bewerten, diese Einschätzung obliegt vermutlich der Abwägung vieler anderer Hörer, an die ich an dieser Stelle gerne weitergebe.

Anspieltipps: Prison Of Time, Kingdom Of War und Diving Into The Darkness
Peter H.
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